Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anthroposophische Medizin bei Eltern krebskranker Kinder sehr beliebt

06.09.2010
Studie zeigt: 96% der Anwender empfehlen diese ergänzende Therapieform

Von allen Kindern, die in Deutschland an Krebs leiden und über die Schulmedizin hinaus mit Komplementärmedizin behandelt werden, bevorzugt knapp ein Drittel (27%) den anthroposophischen Ansatz.

Nach der Homöopathie ist diese Behandlung bei den Patienten die beliebteste. Das ergab eine Studie von Dr. Alfred Längler vom Zentrum für integrative Kinderonkologie am Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, einer kooperierenden Klinik der Universität Witten/Herdecke.

Die Studie ist aktuell in dem hochrangigen amerikanischen Wissenschaftsjournal für Kinderonkologie "Pediatric Blood and Cancer" http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20740624 veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Längler befragte rund 1000 Eltern über die bevorzugte Therapie für ihre Kinder. Anthroposophische Arzneimittel (vor allem potenzierte pflanzliche und mineralische Heilmittel aber auch äußere Anwendungen) wählen 18 Prozent, Mistelpräparate 16 Prozent und Heileurythmie 3 Prozent. Und damit scheinen sie sehr zufrieden zu sein, denn rund 96 Prozent der befragten Eltern empfehlen anderen betroffenen Eltern diese Therapieform als Ergänzung zur Schulmedizin.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Drei Viertel (73%) der Behandlungen mit anthroposophischer Therapie wurden ärztlich verordnet, andere komplementäre Therapien nur zu einem Drittel (34,9%).

Bei dieser in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderkrebsregister an der Universität Mainz durchgeführten Studie wurden alle Eltern in Deutschland befragt, deren Kind innerhalb eines Jahres an Krebs erkrankt war. Für Längler ein deutliches Zeichen, wie weit die anthroposophische Medizin sich von einer belächelten Minderheitentherapie zu einer allgemein akzeptierten Behandlung gewandelt hat: "Die Eltern fragen die Ärzte nach anderen Methoden als nur der Schulmedizin und die Ärzte wissen mittlerweile auch, wie gut sich die anthroposophische Medizin mit der Schulmedizin verbinden lässt."

In der Anthroposophischen Medizin werden folgende Methoden, teils ergänzend und teils ersetzend zur konventionellen Medizin, eingesetzt: Speziell hergestellte mineralische, pflanzliche und tierische Arzneimittel, verschiedene Kunsttherapien, Rhythmische Massage, Heileurythmie, äußere Anwendungen (Wickel, Einreibungen, Bäder), beratende, teils psychotherapeutische Gespräche und eine anthroposophisch erweiterte Krankenpflege. Anthroposophische Medizin zielt auf eine Stimulierung und Stärkung der Selbstheilungskräfte des Patienten ab. Sie wird von Ärzten, Therapeuten und Pflegefachkräften ausgeübt; die Ärzte sind sowohl in anthroposophischer Medizin als auch in konventioneller Medizin ausgebildet mit überwiegend fachärztlicher Spezialisierung.

Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Kinderkrebsstiftung und der Software AG Stiftung.

Weitere Informationen bei Dr. Alfred Längler, 02330/62-3914, a.laengler@gemeinschaftskrankenhaus.de

Die hier vorgestellte Studie ist nachzulesen in:
Pedriatic Blood and Cancer http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20740624

Kay Gropp | idw
Weitere Informationen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20740624
http://www.uni-wh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise