Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter: Wird die WM in Südafrika im Elfmeterschießen gewonnen?

24.06.2010
Mehr Chancen beim Elfmeter für den Torwart?

Wissenschaftliche Studien belegen unbewusste Handlungsprovokationen beim Schützen ausgelöst durch den Torwart.

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter – Realität in den Fußballstadien oder doch nur eine Erzählung von Peter Handke? Zumindest muss der Torwart nun ein bisschen weniger Angst haben – das haben Sportpsychologen jetzt wissenschaftlich nachgewiesen. Ihre Empfehlung an den Mann im Tor: Stell Dich auf eine Seite des Tores, biete dem Schützen eine Ecke an, und Du hältst fast jeden Schuss … zumindest deutlich mehr als vorher, wie die Sportpsychologen Professor Matthias Weigelt (Universität Saarbrücken) und Professor Daniel Memmert (Deutsche Sporthochschule Köln) herausfanden.

Sie überprüften in ihrer Studie „Einfluss bewusster und unbewusster Hinweise auf Fußball-Experten und Fußball-Novizen“, inwiefern sich Gesten und die Position des Torwarts auf der Torlinie auf den Elfmeterschützen auswirken. 81 Probanden, 41 Fußball-Experten und 40 Fußball-Novizen, traten jeweils 54 Mal zum Elfmeter an und wurden dabei mit unterschiedlichen Ausgangspositionen und Verhaltensweisen des Torhüters konfrontiert.

Die Ergebnisse sind erstaunlich. Schon eine kleine vom Schützen nicht bewusst wahrgenommene Verschiebung (ca. 10 cm) des Torwarts nach links oder rechts bewirkt, dass Fußball-Anfänger in 3 von 4 Fällen (75%) genau in die vermeintlich offen angebotene Ecke zielen. Bei Könnern ist dieser Effekt mit 4 von 5 Fällen (80%) sogar noch deutlicher. Verstärkt wird dieses Verhalten, wenn der Torwart mit der Hand noch zusätzlich in die entsprechende Ecke zeigt. Auch das „Wandern“ des Torhüters nach rechts oder links veranlasst den Schützen zur gleichen Reaktion – selbst wenn sich die Torhüterposition dadurch nur um 3% verändert und somit vom Schützen überhaupt nicht bewusst wahrgenommen wird.

Jeder Torhüter kann also durch sein eigenes Verhalten den Schützen so beeinflussen, dass zumindest die Wahrscheinlichkeit eines gehaltenen Elfmeters steigt. Vor vier Jahren sicherte der mittlerweile legendäre „Spickzettel“ Jens Lehmann und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Viertelfinale den Einzug in die nächste Runde. 2010 scheint kein Spickzettel mehr nötig zu sein … der Torhüter hat den Erfolg selbst in der Hand … oder kann ihn zumindest ein bisschen mehr beeinflussen.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Daniel Memmert, Institut für Kognitions- und Sportspielforschung der Deutschen Sporthochschule Köln

Tel.: 0221 4982-4330 - Mail: memmert@dshs-koeln.de

Univ.-Prof. Dr. Matthias Weigelt, Sportwissenschaftliches Institut der Universität des Saarlandes

Tel.: 0681 302-3742 - Mail: m.weigelt@mx.uni-saarland.de

Sabine Maas | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://www.dshs-koeln.de

Weitere Berichte zu: Elfmeter Elfmeterschießen Fußball-Novizen Sporthochschule Torwart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie