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Alzheimer: Schad-Protein wird langsamer abgebaut

10.12.2010
Nicht Ablagerungen, sondern schlechte Clearance entscheidend

Wissenschaftler der Washington University School of Medicine gehen davon aus, dass Menschen mit Alzheimer ein schädigendes Protein im Gehirn langsamer abbauen als gesunde. Es ist bereits bekannt, dass es in den Gehirnen von Patienten zu Ansammlungen von Beta-Amyloid-Proteinen kommt. Die jetzt im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie legt nahe, dass die schlechte Clearance des Proteins das Problem ist und nicht die Ablagerung.

Clearance langsamer

Mit 24 Teilnehmern habe es sich zwar um eine kleine Studie gehandelt, so Britische Experten wie Clive Ballard von der Alzheimer's Society http://alzheimers.org.uk . Diese könne jedoch einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis dieser Krankheit leisten. Mittels einer Spinalnadel entnahmen die Neurologen Gehirnflüssigkeit, um die Menge an Beta-Amyloid-Proteinen bei zwölf Patienten mit Alzheimer und zwölf gesunden Menschen festzustellen. Die Werte wurden in der Folge alle 36 Stunden erneut festgestellt. Bei Alzheimer-Patienten war die Clearance um 30 Prozent langsamer als bei der gesunden Kontrollgruppe.

Das Team um Kwasi G. Mawuenyega schlägt vor, dass diese Clearance-Raten über einen Bluttest gemessen werden sollten, um eine Alzheimer-Erkrankung noch vor den ersten Symptomen festzustellen. Die neuen Forschungsergebnisse bedeuteten, dass Wissenschaftler jetzt untersuchen könnten, wie Beta-Amyloid-Proteine generell im Gehirn abgebaut werden. Das könnte dabei helfen, Medikamente zu entwickeln, die genau auf diesen Vorgang abzielen.

Ursache oder Symptom

Simon Ridley vom Alzheimer's Research Trust http://www.alzheimers-research.org.uk betonte, dass die Autoren der Studie selbst einräumten, dass es sich um eine Untersuchung mit wenigen Teilnehmern handelte. Es sei noch nicht wirklich klar, ob die erhöhten Proteinwerte die Ursache von Alzheimer oder ein Symptom der Krankheit seien.

Je älter die Menschen werden, desto größer wird auch die Herausforderung der Behandlung von Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer. Die Anzahl der Patienten wird laut allen Schätzungen rapide ansteigen. Es wird laut BBC davon ausgegangen, dass bis 2025 allein in Großbritannien eine Mio. Menschen betroffen sein wird.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org
http://wustl.edu

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