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Alzheimer: Behandlungsansatz mit Insulin denkbar

22.02.2012
Blutzucker relevant - Gemeinsamkeiten mit Diabetes-Typ II aufgedeckt

Mitarbeiter des Istituto di Biomedicina ed Immunologia Molecolare und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biofisica haben die Gemeinsamkeiten von Diabetes II mit der Alzheimer-Krankheit aufgedeckt. Demnach kann die Altersdemenz möglicherweise durch eine gezielte Insulin-Behandlung bekämpft werden.

Glucosespiegel relevant

Ausgangspunkt der Untersuchung waren die Ergebnisse einer Studie amerikanischer Wissenschaftler, wonach Patienten mit hohem Glucosespiegel nicht nur an Blutzucker und den damit verbundenen Pathologien, sondern mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch an Altersdemenz erkranken.

Bei der Überprüfung von Alzheimer-Patienten wurde festgestellt, dass der Krankheitsverlauf stets mit einem Sinken des Insulinspiegels einhergeht und man deshalb von einer Erscheinungsform als "Diabetes III" sprechen kann. "Mit dem Krankheitsbeginn regelmäßig verbunden ist eine Überproduktion von Beta-Amyloid, das sich in den Hirnzellen ausbreitet und schließlich zu der für die Zelldegeneration verantwortlichen Plaque-Bildung führt", so Projektleiterin und Ibim-Mitarbeiterin Marta di Carlo.

Therapieentwicklung als Ziel

Dem Forscher nach werden bei einer Verabreichung von Insulin eine Reihe biochemischer Reaktionen unter maßgebender Mitwirkung des Proteins Kinase (Akt) ausgelöst, was bis zu dessen Verlagerung aus dem Zytoplasma in das Mitochondrium zu einer Ausschaltung der Beta-Amyloid-Wirkungen führt. Es scheint, als ob die geschädigten Neuronen nach der Insulin-Behandlung ihre ursprüngliche Morphologie und Funktionsfähigkeit wiederfinden.

"Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, Pharmaka zur Prävention und Therapie von Alzheimer zu entwickeln", so die italienische Wissenschaftlerin. Von der dem Diabetis II nahestehenden neurodegenerativen Form, die vor allem im Alter zwischen 60 und 75 Jahren auftritt, sind allein in Italien über eine Mio. und weltweit rund 30 Mio. Menschen betroffen.

Einzelheiten der Untersuchung der italienischen Forscherinnen sind in der Fachzeitschrift "Aging Cell" http://www.anatsoc.org.uk/Journals/AgingCell.aspx veröffentlicht.

Harald Jung | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ibim.cnr.it
http://www.ibf.cnr.it

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