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Allianz Zuversichtsstudie: Deutsche sehen Zukunft positiver als vor einem Jahr

27.06.2012
Zuversicht für die Wirtschaft steht an erster Stelle / Gesetzliche Pflege- und Krankenkasse beflügelt am meisten / Stimmungshoch bei eigenen Finanzen

Krisenstimmung? Nicht in Deutschland. Die gefühlte Lage der Nation im Sommer 2012 ist besser als vor einem Jahr. Wenn die Bundesbürger an Deutschlands Zukunft denken, sind sie derzeit zuversichtlicher als im vergangenen Sommer (plus sechs Prozentpunkte).

Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) antwortete im zweiten Quartal 2012 auf die Frage, wie er die Gesamtsituation Deutschlands in den nächsten zwölf Monaten sieht, „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“. Dieselbe positive Tendenz zeigt sich beim Blick in die persönliche Zukunft. Auch hier ist die Zuversicht gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozentpunkte gestiegen: Mehr als zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) zeigen sich optimistisch, wenn es um die künftige Entwicklung ihres eigenen Lebens geht. Doppelter Stimmungsaufschwung also – sowohl für das gesellschaftliche als auch das persönliche Leben. Die Krise herrscht anderswo.

Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.

Beim Blick auf die untersuchten gesellschaftlichen Bereiche zeigt sich die Stimmung hinsichtlich der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht eingetrübt. Allerdings erreicht die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage – trotz eines Rückgangs von minus drei Prozentpunkten – mit 41 Prozent nach wie vor den höchsten Zuversichtswert für Deutschland.

„Der Standort Deutschland hat im Verlauf der europäischen Schuldenkrise seine Stärke bewiesen“, sagt Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter der Unternehmensentwicklung der Allianz. „Das führt bei den Bundesbürgern zu einem gesunden Selbstvertrauen in die eigene Wirtschaft und spiegelt sich in den aktuellen Ergebnissen der Zuversichtsstudie wider.“

Lage der Sozialversicherungen lässt hoffen

Am meisten zugelegt haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Zuversichtswerte für gesetzliche Versorgungs- und Bildungseinrichtungen: Die Qualität von Schulen und Universitäten in Deutschland wird um vier Prozentpunkte höher bewertet als im vergangenen Sommer. Der im Juni 2012 erreichte Zuversichtswert von 35 Prozent ist für diesen Bereich der höchste seit Beginn der Erhebungen zur Allianz Zuversichtsstudie im Jahr 2007.

Die Stimmung hinsichtlich der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung ist um acht Prozentpunkte und bei der gesetzlichen Rentenversicherung um drei Prozentpunkte gegenüber dem zweiten Quartal 2011 gestiegen. Dennoch verzeichnen die beiden staatlichen Versorgungssysteme mit 22 bzw. 16 Prozent nach wie vor die niedrigsten Werte bei der gesellschaftlichen Zuversicht in Deutschland.

„Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hat den Sozialversicherungen Überschüsse in Milliardenhöhe beschert“, erklärt Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. „Das nährt zum Beispiel die Hoffnung der gesetzlich Krankenversicherten auf bessere Leistungen, niedrigere Beitragssätze und weniger Praxisgebühren. Allerdings ist die Zuversicht der Menschen für die staatlichen Versorgungssysteme insgesamt am schwächsten ausgeprägt.“

Der Blick auf die eigenen Finanzen beflügelt die Stimmung am meisten
Wenn es um die Bereiche des eigenen Lebens geht, sind die Bundesbürger ebenfalls zuversichtlicher als im Sommer 2011. Im zweiten Quartal dieses Jahres sehen mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) ihre persönliche Zukunft alles in allem positiv. Am meisten beflügelt die Stimmung derzeit der Blick in den eigenen Geldbeutel. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Wert für die persönliche finanzielle Lage den größten Aufschwung erfahren (plus sechs Prozentpunkte).

Leicht angestiegen ist auch die Zuversicht für die persönliche finanzielle Versorgung im Alter, bei Krankheit und Pflege (plus drei bzw. vier Prozentpunkte). Die Ergebnisse für das Zuhause, das familiäre Umfeld sowie die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes sind relativ stabil geblieben.

„Im Lebensalltag der Menschen ist die Euro-Krise nicht angekommen. Gefühlsmäßig scheinen Griechenland und Spanien für die meisten weit weg. Und die gigantischen Rettungssummen sind zu abstrakt, um als real wahrgenommen zu werden“, sagt Prof. Dr. Brettschneider. „Ihren Arbeitsplatz empfinden die Menschen als sicher. Unternehmen, vorrangig im produzierenden Gewerbe, stellen sogar neue Mitarbeiter ein. Damit ist das finanzielle Fundament der meisten Bundesbürger stabil. Das fördert derzeit die Zuversicht für die kommenden Monate.“

Baden-Württemberg und Norddeutschland sind am zuversichtlichsten

In fast allen Regionen des Landes sehen die Menschen die Gesamtsituation Deutschlands und ihre persönliche Lage in den kommenden zwölf Monaten positiver als vor einem Jahr. Besonders ausgeprägt zeigt sich der Stimmungsaufschwung im Südwesten und im Norden Deutschlands. Im Vergleich zum Sommer 2011 ist die Zuversicht in Baden-Württemberg für die Zukunft Deutschlands um zehn Prozentpunkte und für das eigene Leben um sieben Prozentpunkte gestiegen.

Bei den Menschen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein hat sich ein Plus von neun bzw. drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergeben.

Auch in den Neuen Bundesländern ist die Stimmung insgesamt positiver als im zweiten Quartal 2011: Für Deutschland sind die Werte aktuell um fünf Prozentpunkte, für das persönliche Leben um einen Prozentpunkt höher als vor einem Jahr. Dennoch haben die Menschen im Osten der Republik bundesweit die geringste Zuversicht für Deutschlands Zukunft (31 Prozent) und das eigene Leben (57 Prozent).

Alles in allem fällt auf, dass sich die Regionen stimmungsmäßig näher kommen: Noch nie seit Beginn der Untersuchungen zur Allianz Zuversichtsstudie lagen die regionalen Ergebnisse für die Gesamtsituation in Deutschland so nah beieinander wie im Sommer 2012.

Text: Weik / Klebs

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de

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