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Allergien: Darmbakterien als neuer Therapieansatz

26.08.2014

Clostridien haben bei Mäusen Überreaktion durch Erdnüsse verhindert

Bakterien, die natürlich im menschlichen Verdauungssystem vorkommen, können laut einer Studie der University of Chicago http://uchicago.edu helfen, Allergien zu verhindern.


Erdnüsse: Allergie mit Bakterien behandelbar

(Foto: pixelio.de, Julian Nitzsche)

Das Team um Cathryn Nagler hat nachgewiesen, dass Clostridien bei Mäusen eine Allergie gegen Erdnüsse blockieren können. Das könnte eines Tages auch einen neuen Behandlungsansatz ermöglichen. Angedacht ist, die Bakterien entweder in Tablettenform zu verabreichen oder ihre Wirkung mit einem Medikament zu erzielen.

Bakterien umgeben den Körper

Auf jede Zelle im menschlichen Körper entfallen rund zehn Bakterien, die entweder in oder auf uns leben. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass dieses Mikrobiom eine Rolle beim weltweiten Ansteigen der Allergien spielt. Die Wissenschaftler führten ihre Experimente an Mäusen durch, die in einer absolut sterilen Umgebung aufgewachsen waren und über keine Bakterien im Darm verfügten.

Die ausgewählten Tiere hatten eine starke Immunreaktion auf Erdnüsse. Eine Allergie kann bei manchen Menschen sogar zum Tod führen.

Das Team untersuchte, ob das Hinzufügen verschiedener Bakterien im Verdauungstrakt der Mäuse Auswirkungen mit sich brachte. Nur Clostridien, dazu gehören auch krankheitserregende Bakterien wie C. difficle, konnten jedoch eine allergische Reaktion verhindern.

Mikrobiom für vieles verantwortlich

Laut Nagler ist es für ein Allergen entscheidend, in den Blutkreislauf zu gelangen - genau das verhindern aber diese Bakterien. Die Experten hoffen nun, dass der Einsatz dieser Bakterien auch bei der Desensibilisierung helfen kann.

Dabei werden regelmäßig winzige Mengen der Substanzen verabreicht, die eine Allergie auslösen. Dieser Vorgang wird so lange fortgesetzt, bis das Immunsystem sich daran gewöhnt hat.

Frühere Studien haben bereits darauf hingewiesen, dass das Mikrobiom bei zahlreichen Erkrankungen von Fettleibigkeit bis hin zu Autismus eine Rolle spielen könnte. Nagler kann sich das durchaus vorstellen: "Wir haben uns gemeinsam mit unseren Mikrobiota entwickelt, und sie haben einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

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