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Alleinlebende haben öfter Demenzerkrankungen

03.07.2009
Verlust des Partners als Risikofaktor für Alzheimer

Menschen, die eine spezifische Genvariante in sich tragen und im mittleren Alter alleine leben, haben das höchste Risiko, eine Demenzerkrankung zu erleiden. Zu diesem Schluss kommen Forscher des schwedischen Karolinska Institut in der aktuellen Ausgabe des British Medical Journal.

Das Risiko betreffe vor allem jene, die vor dem 50. Lebensjahr ihre Partnerschaft beendet oder ihren Partner verloren haben. Die APOE-Variante-4 ist der bisher wichtigste genetische Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer.

Mit der höheren Lebenserwartung in den Industrieländern rücken die Demenzerkrankungen immer weiter ins Zentrum der Öffentlichkeit. Waren es 2005 weltweit rund 25 Mio. Betroffene, erwarten Gesundheitsexperten bis 2040 rund 81 Mio. Fälle. Für die aktuelle Studie haben die Forscher rund 2.000 Männer und Frauen einmal im Alter von 50, das zweite Mal 21 Jahre später untersucht.

Die Probanden, die im östlichen Teil Finnlands lebten, wurden auf das Vorliegen der Genvariante hin untersucht. Zudem wurde der Familienstatus erhoben. Jene Menschen, die in ihrer Lebensmitte alleine lebten, erkrankten doppelt so oft an Alzheimer wie jene, die in Beziehungen lebten, Verwitwete sogar drei Mal so oft. Die höchste Rate an Erkrankungen hatten jene, die zudem noch die Genvariante in sich trugen und alleine lebten.

Für Forschungsleiter Krister Hakannson sind die Resultate ein wichtiger Schritt in Richtung Vorbeugung. Hakannson leitet daraus ab, dass die mit dem Zusammenleben verbundene soziale und intellektuelle Anregung einen positiven Einfluss ausübt, der wie eine Art Schutzmechanismus wirkt. Die Traumatisierung etwa durch den Verlust des Partners scheine die Tendenz, an Alzheimer zu erkranken, zu erhöhen. Eine psychologische Unterstützung für jene, die ihre Partner verloren haben, könnte sinnvoll sein. "Wenn sich unser Verdacht bestätigt, könnte sich für die Gesellschaft angesichts der hohen Kosten einer Demenzversorgung eine Interventionsstrategie lohnen", so Hakansson.

Info: http://www.bmj.com/cgi/content/abstract/339/jul02_2/b2462

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ki.se
http://www.bmj.com

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