Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuelle Studie in „Nature Genetics“: Neue genetische Ursache für Bluthochdruck gefunden

06.08.2013
Weltweit leiden etwa eine Milliarde Menschen unter erhöhtem Blutdruck mit meist ungeklärter Ursache.

Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten mit schwerem Bluthochdruck lässt sich dabei ein Nebennierentumor diagnostizieren, der eine Überproduktion des Nebennierenhormons Aldosteron bewirkt.

Dr. Ute Scholl, Klinik für Nephrologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, hat zusammen mit einem internationalen Team unter Federführung von Richard P. Lifton, MD, PhD, Professor und Leiter der Abteilung Genetik an der Yale University (New Haven, USA), eine neue genetische Ursache für dieses Krankheitsbild gefunden.

Das Steroidhormon Aldosteron bewirkt, dass der menschliche Körper über die Niere und den Darm vermehrt Natrium und Wasser aufnimmt. Dies steigert das Flüssigkeitsvolumen in den Gefäßen und erhöht somit auch den Blutdruck. In rund einem Drittel der Fälle geht eine Überproduktion auf gutartige Tumore in der Nebenniere, sogenannte Adenome, zurück. Dr. Scholl und ihre Co-Autoren haben diese Tumore genetisch untersucht und neue, für die Aldosteron-Produktion bedeutsame Mutationen in einem Calciumkanal-Gen (CACNA1D) nachgewiesen.

„Durch die Mutationen wird das Schaltverhalten des Kanals so verändert, dass zu viel Calcium in die Zellen einströmt und somit auch mehr Aldosteron produziert wird“, sagt Dr. Scholl. „Wir hoffen, dass unsere Arbeiten zum molekularen Verständnis dieser Mutationen und einer besseren Therapie beitragen werden. Der klinische Schwerpunkt der Düsseldorfer Nephrologie und Endokrinologie für Aldosteron-produzierende Adenome, in Verbindung mit neuen genetischen Methoden, wird uns hoffentlich weitere Studien in diese Richtung ermöglichen.“

Die Studie, deren Ergebnisse am 4. August 2013 in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ (doi: 10.1038/ng.2716) veröffentlicht wurden, ist unter anderem vom National Institutes of Health der Vereinigten Staaten, dem „Transatlantic Network on Hypertension“ der Fondation Leducq und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert worden.

Mit 1,25 Mio. Euro unterstützt das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen Dr. Scholl darüber hinaus beim Aufbau einer Arbeitsgruppe an der Klinik für Nephrologie des Uniklinikums Düsseldorf. Dr. Scholl ist nach fast fünf Jahren am Department of Genetics der Yale University seit Juli 2013 am Universitätsklinikum Düsseldorf tätig.

Originalveröffentlichung:
http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2695.html Advance online publication, 4. August 2013:

doi:10.1038/ng.2695

Kontakt: Dr. med. Ute Scholl, Klinik für Nephrologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Email: ute.scholl@med.uni-duesseldorf.de

Weitere Informationen:

http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.2695.html - Originalveröffentlichung

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften