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Aktuelle Studie des Fraunhofer IPA: Benchmark von Logistikclustern in Deutschland

17.11.2010
Mit dieser Studie legt das Fraunhofer IPA ein praxisorientiertes Konzept vor, das sowohl einen Gestaltungsrahmen für den erfolgreichen Aufbau als auch einen Leitfaden zur nachhaltigen Steuerung von Clustern bereitstellt.

Angesichts der großen Vielfalt von Konzepten zur räumlichen Ballung mehrerer Unternehmen (Agglomeration), zur Bildung von Kompetenznetzwerken (Clustern) und einer mindestens ebenso großen Zahl an entsprechenden Best-Practice-Veröffentlichungen wurde vom Fraunhofer IPA eine Studie durchgeführt, die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren insbesondere beim Aufbau von Logistikclustern identifiziert hat.

Ein Schwerpunkt lag dabei in der Evaluierung von Faktoren, die eine nachhaltige Ausrichtung von Clustern charakterisieren. Auf dieser Basis wurde ein zukunftsorientiertes Konzept für Logistikcluster entwickelt. Es dient nicht nur der Entwicklung von Logistikclustern, sondern kann auch auf andere Branchencluster angewendet werden. Die Ergebnisse fließen nun ein in den Aufbau eines Logistikclusters für die Region Emden.

Um den gegenwärtigen Stand bei der Entwicklung von Logistikclustern zu erfassen, wurden mehrere existierende Logistikcluster in Deutschland untersucht. Dabei kam eine Zwei-Komponenten-Analyse zum Einsatz, die aus quantitativen und qualitativen Elementen bestand. Den quantitativen Teil der empirischen Untersuchung deckten verschiedene Fragebögen ab, die das Fraunhofer IPA an die Unternehmen innerhalb der Kompetenznetzwerke und an das Clustermanagement richtete. Ergänzt wurde dies durch qualitative Interviews mit Unternehmensvertretern, Clustermanagement-Mitarbeitern und verschiedenen Verbänden und Wirtschaftsförderern. Die anschließende Analyse deckte die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren in der Praxis auf.

So konnte beispielsweise die Studie zeigen, dass, trotz einer generell richtigen thematischen Grundausrichtung der Cluster, bei fast allen ein entscheidender Themenbereich vernachlässigt wird: die aktive Unterstützung von Kooperationsprojekten, sei es in Form von Personal oder auch nur durch die richtigen Werkzeuge. Darüber hinaus identifiziert diese auch einige spezifisch regionale Erfolgsfaktoren. Dabei handelt es sich unter anderem um den Abbau von administrativen Hemmnissen, adäquaten kostengünstigen Miet- und Grundstückspreisen als auch um deren Verfügbarkeit und Anbindung.

Fragen aus der Studie (Auswahl):

• Aus welchen Akteuren setzen sich erfolgreiche Logistiknetzwerke/-cluster zusammen?

• Wie wird der Nutzen solcher Cluster bewertet aus Sicht des Clustermanagements und der Clustermitglieder?

• Hat sich durch den Beitritt zu einem Cluster die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens verbessert?

Ergebnisse aus der Befragung (Auswahl):

• Gerade das oft so hochgelobte Clusterziel »Aufbau vertrauensvoller und langfristiger Kooperationsbeziehungen mit anderen Unternehmen« wurde von den Clustermitgliedern extrem schlecht bewertet.

• Die angebotenen Leistungen des Clustermanagements entsprechen oft nicht den nachgefragten Leistungen, die sich die Netzwerkmitglieder wünschen.

• Der Beitritt zu einem Logistikcluster wird von vielen Unternehmen dazu genutzt, aktuelle Informationen rund um die Logistik (neue Technologien etc.) zu erhalten.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Betriebswirtin (BA) Silvia Körber I Telefon +49 711 970-1985 I silvia.koerber@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer IPA
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

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