Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AIDA STEMI-Studie zeigt wegweisende Neuerungen in der Behandlung von Herzinfarkten auf

14.11.2011
Herzzentrum Leipzig präsentiert Studienergebnisse auf amerikanischem Herzspezialistenkongress

Initiiert durch Prof. Dr. Holger Thiele, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie am Herzzentrum Leipzig fand in den vergangenen drei Jahren deutschlandweit eine der größten Herzinfarktstudien statt. Die für die Behandlung betroffener Patienten wegweisenden Ergebnisse wurden heute auf der Jahrestagung der Amerikanischen Herzgesellschaft in Orlando präsentiert.

Bei einem akuten Herzinfarkt sollte das verschlossene Herzkranzgefäß schnellstmöglich durch einen Ballon und durch das zusätzliche Einsetzen einer Gefäßstütze aus Metall (Stent) wieder eröffnet werden. Aufgrund vorhandener Blutgerinnsel lässt sich dadurch allerdings nicht immer eine optimale Durchblutung in dem vorher verschlossenen Gefäß erzielen. Daher werden ergänzend die Blutgerinnsel durch gerinnungshemmende Medikamente aufgelöst. Entsprechend der aktuellen Leitlinien werden diese Medikamente üblicherweise über die Vene gegeben.

In einer Pilot-Studie konnte das Team um Prof. Thiele nachweisen, dass die Gabe dieser Blutverdünner direkt in das Herzkranzgefäß zahlreiche Vorteile bietet. Daraufhin wurde ausgehend vom Herzzentrum Leipzig eine der größten Herzinfarktstudien, die sogenannte AIDA STEMI-Studie, ins Leben gerufen. 24 Zentren beteiligten sich deutschlandweit daran und schlossen 2.065 Patienten mit akutem Herzinfarkt ein. Die Ergebnisse stellte Prof. Thiele nun am heutigen Tag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Herzgesellschaft in Orlando vor.

Bei der Verhinderung von Zeichen der Herzschwäche nach Herzinfarkt zeigte die Gabe der blutgerinnungshemmenden Medikamente während der Herzkatheteruntersuchung direkt in das Herzkranzgefäß entscheidende Vorteile im Vergleich zur Gabe in die Vene, wobei es keine Unterschiede bei Sterbefällen oder dem Auftreten von erneuten Herzinfarkten gab. Für die Behandlung der Patienten mit Herzinfarkt bedeutet dies, dass dieses Medikament, wenn es notwendig ist, in Zukunft immer direkt in das Herzkranzgefäß gegeben werden sollte. Gleichzeitig konnte im Rahmen der Studie die niedrigste Sterblichkeit aller bisherigen Herzinfarktstudien verzeichnet werden.

Die Ergebnisse der AIDA STEMI-Studie fanden insbesondere bei der sogenannten Late Breaking Clinical Trial Sitzung, in der die wichtigsten Studien des Jahres vorgestellt werden, größte Bedeutung.

Initiator und Studienleiter Prof. Thiele, sieht in den Ergebnisse der Studie eine Bestätigung aber auch einen Ansporn, weiterhin die Therapie und damit das Überleben der Patienten mit akutem Herzinfarkt zu verbessern. „Dafür ist es notwendig auch in Zukunft so große Studien durchzuführen, die wir vom Herzzentrum Leipzig aus initiieren“, so Prof. Thiele.

Über das Herzzentrum Leipzig:
Das Herzzentrum Leipzig bietet mit seinen 380 Betten und 10 tagesklinischen Betten in den drei Kliniken, Klinik für Herzchirurgie, Klinik für Innere Medizin/Kardiologie (inkl. der Abteilung für Rhythmologie) und Klinik für Pädiatrie/Kinderkardiologie sowie den Abteilungen für Anästhesiologie und Radiologie Hochleistungsmedizin rund um das Herz.

Unter der Leitung international erfahrener Ärzte und namhafter Wissenschaftler arbeitet am Herzzentrum Leipzig ein Team von mehr als 1.300 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Seit der Inbetriebnahme im September 1994 besteht mit dem Freistaat Sachsen und der Universität Leipzig ein Kooperations- und Nutzungsvertrag, der dem Haus den Status einer Universitätsklinik verleiht. Das rechtlich und wirtschaftlich selbständige Herzzentrum ist Teil der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

Das Herzzentrum Leipzig ist eine 100-prozentige Tochter der RHÖN-KLINIKUM AG, die den unternehmerischen Rahmen dafür geschaffen hat, dass die Klinik erfolgreich wirtschaften und damit einen wesentlichen Teil des Gewinns wieder in hochwertige Medizin und das Wohl der Patienten investieren kann. Auf diese Weise können dauerhaft eine qualitativ hochwertige, bezahlbare Versorgung der Patienten und international erstklassige Leistungen in universitärer Forschung und Lehre sichergestellt werden.

Dr. Iris Minde | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzzentrum-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie