Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Adolf Messer Stiftung fördert eine Studie am Institut für zelluläre und molekulare Anatomie

07.01.2009
81.000 Euro Förderung für die Universitätsanatomie
Eine experimentelle Studie am anatomischen Institut III im Zentrum für Morphologie des Klinikums der J.W. Goethe-Universität untersucht

die molekularen Mechanismen, die nach einem Schlaganfall oder anderen Formen der Hirnschädigung zum Untergang von Nervenzellen führen können.

Ziel ist es, die Zelltodmaschinerie aufzuklären und somit neue Möglichkeiten für die therapeutische Intervention beim Schlaganfall zu erarbeiten. Geleitet wird das laufende Forschungsprojekt von Prof. Dr. Abdelhaq Rami, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für zelluläre und molekulare Anatomie (Dr. Senckenbergische Anatomie).

Das Forschungsprojekt mit dem Titel "Molekulare Mechanismen des autophagischen Zelluntergangs (Typ II Apoptose) nach der zerebralen Ischämie" wird mit 81.000 Euro von der Adolf Messer Stiftung gefördert.

Nach einem Schlaganfall oder einer anderen akuten Art von Hirnschädigung kommt es zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Es gibt verschiedene Arten des Zelltodes. Die Nekrose (Mord) galt lange Zeit als einzige Form des Zelluntergangs bis erste Hinweise für Apoptose (Selbstmord) präsentiert und inzwischen durch viele Arbeiten ergänzt wurden. Es lässt sich bisher auch noch nicht ausschließen, ob noch weitere Wege des Zelluntergangs entdeckt werden, die Charakteristika beider Todesarten gemeinsam aufweisen.

Welche "Form" des Zelltodes nach einem Schlaganfall eintritt, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Im Gehirn wird häufig die sogenannte Autophagie (Selbstverzehr der Zelle) beobachtet. Diese ist unter normalen Umständen ein positiver Prozess innerhalb der Zelle, bei dem sie sich selbst reinigt. Ist eine Zelle bereits schwer geschädigt, leitet sie durch den Selbstverzehr ihre eigene Auflösung ein. Die Autophagie kommt dann in Gang, wenn defekte Zellen spezielle Signalproteine ausscheiden. Das Beseitigen und Zerlegen von intrazellulärem Material einschließlich der Abfallprodukte besorgen Zelleinheiten, die sogenannten Autophagosomen. Sie arbeiten wie kleine Roboterstaubsauger und befreien die Zellen von störendem "Müll", das heißt von falsch gefalteten Proteinen und geschädigten Organellen. Man vermutet, dass die Autophagie die Zelle vor einer unnötigen Apoptose bewahren kann. Andererseits können Autophagie-Prozesse auch negative Konsequenzen haben - dann nämlich, wenn sie zu langsam, zu schnell oder anderweitig fehlerhaft ablaufen. Das heißt, dass in stark beschädigten Zellen der Selbstverzehr auch eine Form des Zelltodes darstellen kann. Dann nutzt die Zelle den Mechanismus, um sich vollständig aufzulösen.

Mit seiner Studie will Prof. Rami die biochemische Regulation der Autophagie in den Nervenzellen aufklären, also aufzeigen weshalb es zu Zellselbstzerstörungen kommen kann. Besonders interessiert er sich dabei für eine bestimmte Gengruppe, die "Autophagy-related Genes" (ATGs), die Zelltode hervorrufen oder verhindern können.

Die Adolf Messer Stiftung wurde von der Familie zum Andenken an den Firmengründer der Messer GmbH gegründet und unterstützt wissenschaftliche Projekte.

Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Abdelhaq Rami
Dr. Senckenbergische Anatomie
Institut für zelluläre und molekulare Anatomie (Anatomie III)
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (069) 6301 - 69 29
Fax: (069) 6301 - 69 20
E-Mail: Rami@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon: (0 69) 63 01 - 77 64
Fax: (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail: ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.med.uni-frankfurt.de/institut/zmorph/ana3

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Im Focus: Extrem helle und schnelle Lichtemission

Eine in den vergangenen Jahren intensiv untersuchte Art von Quantenpunkten kann Licht in allen Farben wiedergeben und ist sehr hell. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern der ETH Zürich hat nun herausgefunden, warum dem so ist. Die Quantenpunkte könnten dereinst in Leuchtdioden zum Einsatz kommen.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern der ETH Zürich, von IBM Research Zurich, der Empa und von vier amerikanischen Forschungseinrichtungen hat die...

Im Focus: Paradigmenwechsel in Paris: Den Blick für den gesamten Laserprozess öffnen

Die neusten Trends und Innovationen bei der Laserbearbeitung von Composites hat das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT im März 2018 auf der JEC World Composite Show im Fokus: In Paris demonstrieren die Forscher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL unter anderem, wie sich Verbundwerkstoffe mit dem Laser fügen, strukturieren, schneiden und bohren lassen.

Keine andere Branche hat in der Öffentlichkeit für so viel Aufmerksamkeit für Verbundwerkstoffe gesorgt wie die Automobilindustrie, die neben der Luft- und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

Wie sieht die Bioökonomie der Zukunft aus?

10.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen

15.01.2018 | Architektur Bauwesen

Feldarbeiten der größten Bodeninventur Deutschlands sind abgeschlossen

15.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein

15.01.2018 | Materialwissenschaften