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Adipositas-Therapie für Kinder und Jugendliche - Besser stationär als ambulant?

22.10.2008
Fettleibige Kinder und Jugendliche können durch eine Adipositas-Therapie ihr Körpergewicht senken und eine gesündere Lebensweise lernen. Eine stationäre Behandlung verspricht dabei zumindest kurzfristig größere Erfolge als ambulante Maßnahmen.
Das lassen erste Ergebnisse einer Beobachtungsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm vermuten. Sie wurde anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft Mitte Oktober vorgestellt.

In Deutschland sind fast neun Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis siebzehn Jahren übergewichtig. Weitere sechs Prozent leiden sogar an Fettleibigkeit. Bei der Vielzahl an Therapien ist eine Auswahl schwierig. Daher haben die Wissenschaftler seit 2005 die Wirksamkeit verschiedener Behandlungen für fettleibige Kinder und Jugendliche verglichen.

An der Studie nahmen über 1.900 übergewichtige oder adipöse Patienten im Alter von acht bis sechzehn Jahren aus 48 Einrichtungen teil. Zu Beginn und Abschluss der Therapie wurden unter anderem Körpergewicht, Blutdruck und Blutfettwerte gemessen. Mit Hilfe von Fragebögen wurde die Lebensqualität eingeschätzt.

Das Ergebnis: Durch die Adipositas-Therapie konnten 75 Prozent der Patienten ihr Körpergewicht halten oder reduzieren. Mehr als die Hälfte nahm sogar zehn bis fünfzehn Kilogramm ab. Jeder achte wog nach der Behandlung aber durchschnittlich zwei Kilogramm mehr. Ebenso viele beendeten die Therapie vorzeitig. Je jünger und weniger stark übergewichtig die Patienten, desto höher war der Erfolg der Maßnahmen. Nicht nur das Körpergewicht, sondern auch der Blutdruck, die Blutfettwerte und psychische Auffälligkeiten ließen sich durch die Behandlung reduzieren. Zudem berichteten viele Patienten nach Therapieende über ein besseres körperliches Wohlbefinden.

Im Rahmen einer stationären Behandlung konnten die jungen Patienten besser abnehmen als in einer ambulanten Einrichtung. Die Forscher geben jedoch zu bedenken, dass es nach Ende der Adipositas-Therapie schwierig sein kann, die gelernten Verhaltensweisen in den Alltag zu integrieren. Erst die Untersuchung ein bis zwei Jahre nach Therapieende wird zeigen, ob die verschiedenen Methoden langfristig Erfolg haben.

Heike Kreutz | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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