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ADHD: Sofortiges Lob wirkt wie Medikament

19.04.2010
Kombination von Medikamenten und Motivation könnte Dosis senken

Die Gehirne von Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHD) reagieren auf sofortige Belohnung auf die gleiche Art und Weise wie auf Medikamente.

Wissenschaftler der University of Nottingham haben die Gehirnaktivität gemessen, als die Kinder ein Computerspiel spielten, bei dem für jedes weniger impulsive Verhalten zusätzliche Punkte vergeben wurden.

Diese in Biological Psychiatry veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten bedeuten, dass die Dosis von üblichen Medikamenten wie Ritalin auch in schweren Fällen reduziert werden kann. Das Team um Chris Hollis warnt jedoch Lehrer und Eltern, dass es oft auch schwer sein kann, diese sofortige Belohung zu gewährleisten.

Fünf Prozent der Kinder betroffen

Die Schätzungen gehen auseinander, es wird jedoch laut BBC davon ausgegangen, dass allein in Großbritannien bis zu fünf Prozent der Kinder an ADHD leiden. Die Folge sind Verhaltensauffälligkeiten wie sehr impulsives Verhalten, Herumzappeln oder eine geringe Aufmerksamkeitsspanne. Die schulische und soziale Entwicklung der Kinder kann durch dieses Verhalten entscheidend beeinträchtigt werden.

In schweren Fällen werden Medikamente wie Ritalin verabreicht, die in jenen Bereichen des Gehirns wirken, die mit Aufmerksamkeit und Verhalten in Zusammenhang stehen. Zusätzlich werden die Eltern oft ersucht, das Verhalten der Kinder durch direktes Lob für positives Verhalten auszusprechen und sicherzustellen, dass es im gegenteiligen Fall negative Konsequenzen gibt.

Sofort-Maßnahmen

Studien haben ergeben, dass diese Strategie bei ADHD-Kindern nur dann funktioniert, wenn diese Maßnahmen sofort durchgeführt werden. Die Wissenschaftler wollten in der aktuellen Studie untersuchen, welche Auswirkungen diese Verhaltenstherapie auf das Gehirn des Kindes hat. Sie entwickelten ein Computerspiel, bei dem Kinder Aliens einer bestimmten Farbe fangen, aber andere meiden sollten. Das Spiel wurde entwickelt, um die Fähigkeit der Kinder zu testen, dem Impuls zu widerstehen, Aliens mit der falsche Farbe zu fangen. Um zu testen, ob eine gezielte Motivation einen Unterschied machte, wurde bei einer Form des Spiels die Belohung für das Fangen der richtigen Aliens wie auch die Strafe für das Fangen der Falschen verfünffacht.

EEGs zeigten, dass diese Anreize den Kindern dabei halfen, besser abzuschneiden. Die Wirkung war jedoch nicht die gleiche wie bei der normalen Ritalin-Dosis der Kinder. Die EEGs machten jedoch sichtbar, dass beide Ansätze die Aktivität des Gehirns in den gleichen Regionen "normalisierten". Hollis erklärte, dass eine Kombination von Medikamenten und Belohungen die besten Ergebnisse erzielte. Das weise auch darauf hin, dass Kinder mit geringeren Mengen des Medikaments ihr Verhalten kontrollieren könnten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nottingham.ac.uk

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