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Abnehmen: Medikament trickst Körper aus

05.11.2008
Protein SIRT1 bekämpft auch Alterungsprozess

Wissenschaftler der Université Louis Pasteur haben nach eigenen Angaben ein Medikament entwickelt, das den Körper dazu bringt, Fett zu verbrennen. Das soll auch bei einer fettreichen Ernährung möglich sein.

Tests mit Mäusen ergaben, dass SRT1720 die Tiere gegen Gewichtszunahme und Insulin-Resistenz schützte. Bei SRT1720 handelt es sich um einen chemischen Cousin des Rotweinextrakts Resveratrol. Es zielt auf das Protein SIRT1 ab, von dem angenommen wird, dass es den Alterungsprozess bekämpft. Details der Studie wurden im Fachmagazin Cell Metabolism veröffentlicht.

Allein in Großbritannien ist laut Regierungsstatistiken ein Viertel der Männer und ein Drittel der Frauen übergewichtig. Eine Veränderung der Ernährung und mehr Bewegung können überflüssiges Gewicht zum Verschwinden bringen. Für viele ist es jedoch schwer, diesen veränderten Lebensstil auf Dauer durchzuhalten. Seit Rimonabant bzw. Acomplia vom Markt genommen wurde, gibt es weniger Medikamente als Alternative. Die französischen Wissenschaftler begannen sich für SIRT1 zu interessieren, nachdem frühere Studie ergeben hatten, dass Resveratrol einige der Auswirkungen einer kalorienreichen Ernährung über dieses Protein entgegenwirkte.

Tests mit Mäusen legten jedoch nahe, dass sehr viel Wein notwenig wäre, damit beim Menschen eine ähnliche Wirkung erzielt werden könnte. Also konzentrierten sich die Forscher auf die Entwicklung eines wirksameren Medikaments, das direkt auf SIRT1 abzielt. Es zeigte sich, dass eine geringe Menge SRT1720 nach einer zehnwöchigen Behandlung die Tiere teilweise davor bewahrte, bei kalorienreicher Ernährung zuzunehmen.

Die Wirkung des Medikaments beruhte auf einer Umstellung des Stoffwechsels in einen Fettverbrennungsmodus, der normalerweise erst einsetzt, wenn die Energiewerte niedrig sind. In größeren Mengen verhinderte das Medikament die Gewichtszunahme gänzlich. Es verbesserte gleichzeitig auch die Blutzucker-Toleranz und die Insulin-Empfindlichkeit. Die Mäuse zeigten in der Folge keine Nebenwirkungen. Laut BBC sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die Sicherheit und die Wirksamkeit des Medikaments zu erforschen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www-ulp.u-strasbg.fr

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