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61 Prozent der deutschen Behörden planen Anwendungen für neuen Personalausweis

14.03.2012
Die Mehrheit der Behörden in Deutschland plant, eine Anwendung für den neuen Personalausweis mit Nutzung der Online-Ausweisfunktion zu entwickeln.

Jede fünfte Behörde rechnet innerhalb der nächsten zwölf Monate mit der Umsetzung. Weitere 41 Prozent wollen eine Anwendung anbieten, haben aber noch keinen festen Zeitplan definiert. Das ist ein Ergebnis der Studie „E-Government mit dem neuen Personalausweis“ von Steria Mummert Consulting, die im Auftrag des Bundesministeriums des Innern erstellt wurde.

Für den praktischen Einsatz der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises sehen rund 90 Prozent der Entscheider großes Potenzial für die Antragsstellung und Antragsverfolgung sowie bei Registerauskünften. Die große Mehrheit befürwortet zudem Anwendungen für ein persönliches Bürgerkonto (83 Prozent) sowie den Einsatz an Selbstbedienungs-Terminals (74 Prozent). Nur rund jede zweite Behörde hält dagegen den Nutzen als sichere Datenablage, etwa in Form eines Bürgersafe für besonders geeignet.

Als wichtigste Herausforderungen für die Umsetzung eigener Anwendungen werden Finanzierungsfragen (89 Prozent) sowie die Umstellung der Verwaltungsprozesse (83 Prozent) und Identifizierung geeigneter Verwaltungsverfahren (77 Prozent) genannt.

„Ist die Entscheidung für die Umsetzung einer Anwendung erst einmal getroffen, wird die Anpassung der Fachverfahren von 82 Prozent der Entscheider als primäre Aufgabenstellung gesehen“, sagt Christian Mohser, Experte bei Steria Mummert Consulting für die Entwicklung neuer Anwendungen mit den Personalausweis. „Dabei würden die Entscheider gerne von den Erfahrungen anderer Anbieter profitieren. Knapp 90 Prozent wünschen sich zu diesem Zweck einen Erfahrungsaustausch mit anderen Betreibern sowie mehr Informationen über bereits bestehende oder geplante Projekte.“

Darüber hinaus wird ein gemeinsames Vorgehen als hilfreicher Lösungsansatz gesehen. So bewerten 81 Prozent der Befragten eine verwaltungsübergreifende Umsetzung von Anwendungen, beispielsweise in Form von Verbundprojekten, als hilfreich.

Hintergrundinformationen
Für die Studie „E-Government mit dem neuen Personalausweis“ wurden im November und Dezember 2011 von Forsa 100 Entscheider der öffentlichen Verwaltung mit der Methode des Computer Aided Telephone Interviewing (CATI) befragt. Die befragten öffentlichen Verwaltungen setzen sich zu 83 Prozent aus Städten und Gemeinden (Kommunen), zu 13 Prozent aus Landesbehörden und zu 4 Prozent aus Bundesbehörden zusammen. Die Befragten sind Entscheider und Fachkräfte in Kommunen bzw. Bundes- und Landesbehörden, die unter anderem für E-Government und dabei auch für das Thema neuer Personalausweis zuständig sind. Sie wurden in einer Stichprobe zufällig ausgewählt. Die Ergebnisse sind damit auch für andere Verwaltungen repräsentativ.

Jörg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

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