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Zuwanderung nach Deutschland steigt im ersten Halbjahr 2011 um 19 %

22.12.2011
Im ersten Halbjahr 2011 sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 435 000 Personen nach Deutschland zugezogen.

Das waren 68 000 Zuzüge mehr als im ersten Halbjahr 2010 (+ 19 %). Im selben Zeitraum sind die Fortzüge um 6 000 Personen zurückgegangen. Dadurch ist der Wanderungssaldo von 61 000 auf 135 000 Personen kräftig gestiegen (+ 122 %).

Von den 435 000 Zugezogenen im ersten Halbjahr 2011 waren 381 000 ausländische Personen. Das waren 67 000 (+ 21 %) mehr als im ersten Halbjahr 2010. Die Zahl der Zuzüge deutscher Personen ist dagegen mit rund 54 000 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben (+ 1 000).

Die Zuwanderung ausländischer Personen erhöhte sich vor allem aus den EU-Staaten (+ 29 %). Auffällig war dabei die starke Zunahme der Einwanderung aus EU-Ländern, die von der Finanz- und Schuldenkrise besonders schwer betroffen sind: Aus Griechenland kamen 84 % mehr Einwanderer als im ersten Halbjahr 2010 (+ 4 100 Personen) und aus Spanien 49 % (+ 2 400 Personen).

Auch aus den Ländern, die 2004 beziehungsweise 2007 der EU beigetreten sind stieg die Zuwanderung im ersten Halbjahr 2011 mit + 30 % beziehungsweise + 34 % überdurchschnittlich. Zu dieser Entwicklung dürfte der Wegfall der letzten Einschränkungen zum Arbeitsmarktzugang für die Staatsangehörigen dieser Länder ab Mai 2011 beigetragen haben. Aus den sonstigen EU-Ländern stieg die Zuwanderung etwas weniger oder blieb nahezu konstant.

Aus sonstigen europäischen Staaten, Asien und Amerika erhöhte sich die Zuwanderung jeweils um 11 %, aus Afrika um 3 %.

Im ersten Halbjahr 2011 wurden rund 300 000 Fortzüge aus Deutschland registriert. Die Abwanderung verringerte sich dabei für die ausländischen Personen (– 6 000 auf 236 000 Fortzüge) und blieb für die Deutschen mit rund 64 000 Fortzügen nahezu konstant.

Bezüglich der Entwicklung der Fortzüge sind jedoch mögliche Sondereffekte zu berücksichtigen: Wegen der bundesweiten Einführung der Steuer-Identifikationsnummer für jeden Bürger wurden seit 2008 umfangreiche Bereinigungen der Melderegister vorgenommen, die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen in den Melderegistern führten. Diese Abmeldungen wurden den Statistischen Ämtern gemeldet und flossen zum großen Teil in die Berechnung der Fortzüge mit ein. Inwieweit die Ergebnisse 2010 dadurch beeinträchtigt sind, kann nicht ermittelt werden. Es ist deshalb unklar, ob der Rückgang der verzeichneten Fortzüge von 2010 auf 2011 eine tatsächliche Entwicklung oder einen Rückgang der Bereinigungseffekte abbildet.

Sowohl bei den Zuzügen als auch bei den Fortzügen ist zu beachten, dass sich keine Aussage darüber treffen lässt, ob es sich um einen vorübergehenden oder einen dauerhaften Aufenthalt handelt.

Weitere Auskünfte gibt:
Martin Conrad,
Telefon: +49 611 75 2358,
www.destatis.de/kontakt

Martin Conrad | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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