Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahl der Verurteilten im Jahr 2010 weiter rückläufig

29.09.2011
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland rund 813 300 Personen rechtskräftig verurteilt, knapp 4 % weniger als im Vorjahr (844 500). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ging die Verurteiltenzahl gegenüber 2007 (897 600), als die Strafverfolgungsstatistik erstmals flächendeckend in Deutschland durchgeführt wurde, um 9 % zurück.

Ein rückläufiger Trend ist in den meisten Deliktgruppen zu verzeichnen. Den stärksten Einfluss auf die Gesamtentwicklung haben dabei die Straßenverkehrsdelikte. Im Jahr 2010 wurden knapp 174 600 Personen oder 21 % aller Verurteilten wegen Straftaten im Straßenverkehr belangt. 2007 wurden in dieser Deliktgruppe noch etwa 211 800 Verurteilte gezählt.

Die Struktur der verhängten Sanktionen ist gegenüber den Vorjahren weitgehend unverändert. Von allen im Jahr 2010 Verurteilten erhielten 5 %, also 44 000, eine Freiheits- oder Jugendstrafe ohne Bewährung. Bei 102 900 Verurteilten (13 %) wurde die Freiheits- oder Jugendstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Damit erhielten sieben von zehn der zu Freiheits- oder Jugendstrafe verurteilten Personen die Gelegenheit, einen Gefängnis­aufenthalt durch eine erfolgreiche Bewährungszeit zu vermeiden.

Die zahlenmäßig wichtigste strafrechtliche Sanktion war und ist die Geldstrafe nach allgemeinem Strafrecht. 2010 wurden 575 100 Verurteilte mit einer Geldstrafe belegt; das waren 71 % aller Verurteilten.

Mit so genannten Zuchtmitteln und Erziehungsmaßregeln nach Jugendstrafrecht wie etwa Jugendarrest, Arbeitsauflagen oder Weisungen wurden die Straftaten von weiteren 91 200 Personen (11 % aller Verurteilten) sanktioniert.

Insgesamt verurteilten deutsche Gerichte 108 500 Personen nach Jugendstrafrecht (13 %) und 704 800 Personen nach allgemeinem Strafrecht (87 %). Das stärker am Erziehungsgedanken ausgerichtete Jugendstrafrecht kann auch für Heranwachsende bis 20 Jahren angewendet werden, wenn das Gericht eine verzögerte Reife feststellt. 2010 kam es annähernd bei zwei von drei verurteilten Heranwachsenden (66 %) zur Anwendung.

Die registrierte Kriminalität ist ein vorwiegend männliches Phänomen. 2010 waren 81 % der Verurteilten Männer (660 000). Junge Menschen wurden im Jahr 2010, bezogen auf ihren Anteil in der Bevölkerung, weitaus häufiger verurteilt als Ältere: Jugendliche (14 bis 17 Jahre) fast doppelt so oft, Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) knapp dreimal so oft wie Erwachsene ab 21 Jahren. Dabei waren auch für die Jugendlichen und Heranwachsenden in den letzten Jahren die Verurteiltenzahlen rückläufig. 2010 wurden insgesamt 13 % weniger Jugendliche und Heranwachsende verurteilt als noch 2007.

Generell gilt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung im Alter von Anfang bis Mitte 20 am höchsten ist. Danach geht sie kontinuierlich zurück – Kriminalität bleibt in der Regel eine Übergangserscheinung in der Lebensgeschichte.

Ausgewählte Ergebnisse der Strafverfolgungsstatistik 2010 sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Basisdaten und lange Zeitreihen zur Strafverfolgungsstatistik können kostenfrei über die Tabelle Verurteilte nach Art der Straftat (24311-0001) in der GENESIS-Online Datenbank abgerufen werden.

Weitere Auskünfte gibt:
Stefan Brings,
Telefon: +49 611 75 2446,
www.destatis.de/kontakt

Stefan Brings | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie