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Verbraucherpreise April 2010: + 1,0% gegenüber April 2009

11.05.2010
Preise für Kraftstoffe und Heizöl erneut gestiegen

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im April 2010 gegenüber April 2009 um 1,0% gestiegen. Im März 2010 hatte die Inflationsrate gemessen am Verbraucherpreisindex ähnlich hoch bei + 1,1% gelegen. Der für die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von 2% wird damit weiterhin deutlich unterschritten. Im Vergleich zum Vormonat März 2010 verringerte sich der Verbraucherpreisindex um 0,1%. Die Schätzung für April 2010 wurde damit bestätigt.

Wie in den Vormonaten wird die Inflationsrate im April 2010 maßgeblich durch die Preisentwicklung bei Energie bestimmt (+ 5,2% gegenüber dem Vorjahr). Besonders stark wirkte sich der Preisanstieg der Mineralölprodukte (+ 19,5%; davon leichtes Heizöl: + 32,9%; Kraftstoffe: + 16,4%) auf die Jahresteuerungsrate aus. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei den Mineralölprodukten hätte die Inflationsrate im April 2010 mit + 0,3% deutlich niedriger gelegen. Auch Strom verteuerte sich binnen Jahresfrist (+ 2,5%). Gleichzeitig gingen jedoch die Preise für Gas (− 9,8%) sowie für Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (− 13,0%) deutlich zurück.

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im April 2010 über dem Vorjahresniveau (+ 1,5%). Erheblich teurer wurden binnen Jahresfrist vor allem Gemüse (+ 8,9%) und Obst (+ 6,3%). Auch für Fisch und Fischwaren mussten die Verbraucher mehr als vor einem Jahr zahlen (+ 4,2%). Der Preisanstieg bei Speisefetten und -ölen (+ 5,7%) ist in erster Linie von der Preisentwicklung bei Butter (+ 17,6%) geprägt. Etwas günstiger blieben im Jahresvergleich dagegen Molkereiprodukte (− 2,7%).

Die Preise für Waren erhöhten sich binnen Jahresfrist um 1,7%. Dabei lagen die Preise für Verbrauchsgüter im April 2010 über dem Vorjahresniveau (+ 2,8%; darunter Tabakwaren: + 5,3%), die Preise für langlebige Gebrauchsgüter waren dagegen niedriger als im Vorjahr (− 0,6%; darunter Geräte der Unterhaltungselektronik: − 7,2%; Informationsverarbeitungsgeräte: − 4,2%).

Für Dienstleistungen erhöhten sich im gleichen Zeitraum die Preise nur geringfügig um 0,4%. Gedämpft wurde die Preisentwicklung für Dienstleistungen durch Preisrückgänge im Bereich der Reisen (beispielsweise Pauschalreisen: − 9,2%; Mieten für Ferienwohnungen und Häuser: − 3,4%). Ein wesentlicher Grund dafür war die frühe Lage der Osterferien.

Veränderung im April 2010 gegenüber dem Vormonat März 2010
Im Vergleich zum März 2010 verringerte sich der Verbraucherpreisindex geringfügig um 0,1%. Preiserhöhungen waren binnen Monatsfrist bei Energie (+ 1,3%) zu beobachten. Im Monatsvergleich verteuerten sich vor allem die Preise für leichtes Heizöl (+ 5,8%). Auch die Kraftstoffpreise zogen erneut an (+ 1,8%; darunter Dieselkraftstoff: + 2,8%; Superbenzin: + 1,5%). Bei den anderen Energieprodukten waren gegenüber dem Vormonat März 2010 nur geringfügige Preisbewegungen zu verzeichnen (beispielsweise Strom: + 0,2%; Gas: + 0,3%).

Die Nahrungsmittelpreise stiegen im April 2010 gegenüber März 2010 um 0,8%. Dies war vor allem auf deutliche Preisanstiege bei Obst (+ 6,4%) und Gemüse (+ 1,0%) zurückzuführen.

Saisonbedingt wurden gegenüber März 2010 dagegen Preisrückgänge bei Pauschalreisen (− 12,1%) und Beherbergungsdienstleistungen (− 4,7%) beobachtet.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im April 2010 um 1,0% höher als im April 2009. Im Vergleich zum Vor­monat März 2010 sank der Index um 0,1%. Die Schätzung für den HVPI vom 29. April 2010 wurde damit bestätigt.

Weitere Informationen zur Verbraucherpreisstatistik bietet die Fachserie 17, Reihe 7, die im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes kostenlos erhältlich ist. Detaillierte Informationen und lange Zeitreihen zur Verbraucherpreisstatistik können auch kostenfrei in der Datenbank GENESIS-Online über die Tabelle Verbraucherpreisindex (61111-0004) abgerufen werden.

Weitere Auskünfte erhalten Sie über unsere Service-Nummer,
Telefon: +49 611 75 4777

| Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/kontakt

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