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Tarifverdienste stiegen im April 2009 erneut stärker als Verbraucherpreise

29.07.2009
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland zwischen April 2008 und April 2009 um durchschnittlich 2,8%.

Da einige Tarifabschlüsse eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit vorsahen, fiel der Anstieg der tariflichen Stundenlöhne mit 2,6% etwas geringer aus. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Verbraucherpreise im selben Zeitraum lediglich um 0,7% erhöhten, erzielten die Tarifbeschäftigten - sofern sie von den vereinbarten Tarifentgelterhöhungen in vollem Umfang profitierten - erneut einen deutlichen Kaufkraftzuwachs.

Bereits im Januar 2009 lag der Zuwachs der Tarifverdienste mit 2,4% über dem der Verbraucherpreise (0,9%). Nur in den Branchen Rundfunkveranstalter, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften sowie Garten- und Landschaftsbau fanden seit April 2008 keine Tariferhöhungen statt.

Die tariflichen Monatsverdienste im Produzierenden Gewerbe stiegen im April 2009 gegenüber April 2008 mit 2,7% in ähnlichem Ausmaß wie im Dienstleistungsbereich (2,8%). Der Dienstleistungsbereich umfasst neben den überwiegend von Privatunternehmen angebotenen Dienstleistungen, wie Handel, Versicherungen, Telekommunikation und Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, auch die öffentliche Verwaltung. In dem weitgehend von privatwirtschaftlichen Anbietern dominierten Bereich des Dienstleistungssektors stiegen die tariflichen Monatsverdienste mit 2,4% etwas unterdurchschnittlich.

Unterdurchschnittlich stiegen die tariflichen Monatsverdienste auch im Gastgewerbe (1,5%) sowie im Baugewerbe (1,7%), ungefähr durchschnittlich im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Energie-, Wasserversorgung und der Entsorgungswirtschaft (jeweils 2,9%). Den höchsten Zuwachs verzeichnete der öffentliche Dienst mit 3,3%. Der Anstieg beruht auf dem jüngsten Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst der Länder, der unter anderem eine Erhöhung um 40 Euro plus 3,1% ab 1. März 2009 vorsieht, sowie auf eine bei Bund und Gemeinden bereits im letzten Quartal erfolgte Stufenerhöhung um 2,8%.

Da der Erfassungsbereich des Tarifindex erweitert wurde, umfassen die Ergebnisse nun sämtliche Branchen im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich. Detaillierte Ergebnisse zu ausgesuchten Wirtschaftszweigen bieten die Fachserie 16, Reihe 4.3, sowie die dazugehörende "Lange Reihe", die im Publikationsservice unter www.destatis.de/publikationen kostenfrei heruntergeladen werden können (Suchwort "Tarifindex" beziehungsweise "lange Reihe Tarif").
Die vollständigen Ergebnisse sind ausschließlich in GENESIS-Online
(www.destatis.de/genesis) kostenfrei abrufbar. Absolute Angaben aus Tarifverträgen enthalten die Reihen 4.1 und 4.2 der Fachserie 16 (Suchwort "Tariflöhne" beziehungsweise "Tarifgehälter").
Zwei Tabellen und eine methodische Kurzbeschreibung bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Ausführliche Informationen zur erfolgten Neubasierung des Tarifindex und den damit verbundenen Änderungen finden Sie im Internet unter www.destatis.de/VerdiensteArbeitskosten/Tarifverdienste/Tarifindex.

Weitere Auskünfte gibt:
Markus Biermanski,
Telefon: (0611) 75-2407,
E-Mail: verdienste@destatis.de

Markus Biermanski | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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