Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schweiz erneut patentintensivstes Land in Europa

06.03.2014

Das Europäische Patentamt (EPA) informiert:

Auch 2013 Anmelderekord beim Europäischen Patentamt - Schweiz mit den meisten Patentanmeldungen pro Einwohner - Siebtgrösstes Anmeldeland beim EPA, drittstärkstes Land in Europa - ABB an der Spitze der Anmelder aus der Schweiz - Mit ETH, Uni Zürich und EPFL drei Hochschulen unter Top 25 - Samsung 2013 erneut grösster Anmelder beim EPA - EPA Präsident Benoît Battistelli: "Europa ist erstklassiger Standort für Innovation."

Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa wächst weiter: Auch 2013 verzeichnete das Europäische Patentamt mit 266 000 Einreichungen einen neuen Anmelderekord (2012: 258 000; +2,8%). Die Zahl der Patenterteilungen stieg um 1,6% auf 66 700 (2012: 65 600).

Die Schweiz spielt dabei weiterhin ganz vorne mit. In keinem anderen Land werden pro Kopf so viele Patente angemeldet: In der Schweiz entfielen vergangenes Jahr 832 europäische Patentanmeldungen auf eine Million Einwohner (2012: 835), Schweden folgte mit weniger als halb so vielen Anmeldungen (402) auf Platz 2. In den USA waren es 107, in China 3 europäische Patentanmeldungen pro Million Einwohner.

Der EU-weite Durchschnitt lag bei 129 europäischen Patentanmeldungen pro Million Einwohner. Bei einer Betrachtung der Patentintensität nach Grösse der Volkswirtschaften liegt Deutschland (328 Anmeldungen pro Mio. Einwohner) klar vor Japan (177), Frankreich (148), Südkorea (129), den USA (107), Italien (60), Spanien (30) und China (3).

Schweizer Unternehmen lagen 2013 auch bei den eingereichten Patentanmeldungen auf einem Spitzenplatz. Allerdings gab es trotz der 7'966 Einreichungen einen leichten Rückgang von 2 Prozent (2012: 8'129) zu verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt der letzten 10 Jahre stiegen die Anmeldungen aus der Schweiz beim EPA um 4% pro Jahr.

Mit einem Anteil von 9% aller aus den 38 Staaten der Europäischen Patentorganisation eingereichten Anmeldungen lag die Schweiz bei den europäischen Staaten auf Platz 3 hinter Deutschland und Frankreich. In Bezug auf das gesamte Anmeldeaufkommen aller Staaten beim EPA entspricht dies einem Anteil von 3% und bedeutet Platz 7.

"Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa ist zum vierten Mal in Folge gestiegen", so EPA-Präsident Benoît Battistelli. "Dies zeigt, dass auch immer mehr Unternehmen aus der ganzen Welt Europa als erstklassigen Innovationsstandort ansehen. Die starke Verankerung europäischer Firmen in patentintensiven Technologien unterstreicht einmal mehr die zentrale wirtschaftliche Bedeutung dieser Industriesektoren für Wachstum und Beschäftigung in Europa."

ABB, Nestlé, Alstom an der Spitze der Schweizer Patentanmelder

Der grösste Schweizer Patentanmelder beim EPA war wie im Vorjahr ABB (455 Anmeldungen), gefolgt von Nestlé (435), Alstom (367), Roche (360) und Novartis (281). Unter den Top 25 Schweizer Anmeldern waren auch drei Universitäten: die ETH Zürich (68), die Universität Zürich (44) und die École polytechnique fédérale de Lausanne (38). Sehr stark in Erscheinung traten Schweizer Firmen bei Messtechnik, organischer Chemie, Medizintechnik und elektrischen Apparaten und Maschinen (alle Technologiefelder mit 8% Anteil an den Patentanmeldungen aus der Schweiz). Im Bereich der Energietechnik war ABB europaweit hinter Siemens und Philips der drittgrösste Anmelder im vergangenen Jahr. Mit 22% aller eingereichten Patentanmeldungen in der Lebensmitteltechnologie belegte die Schweiz gar den Spitzenrang auf diesem Gebiet. Die meisten Anmeldungen stammten hier von Nestlé, Bühler und Givaudan.

Einreichungen beim EPA nach Ursprungsländern und Regionen

Mit einem Anteil von 35% am Gesamtaufkommen konnten die Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation ihre Position beim EPA auch im vergangenen Jahr behaupten. Rund zwei Drittel der Anmeldungen stammten aus aussereuropäischen Staaten. 24% aller Einreichungen kamen aus den USA, gefolgt von Japan (20%), Deutschland (12%), China (8%), Südkorea (6%), Frankreich (5%), der Schweiz und den Niederlanden (jeweils 3%) sowie Grossbritannien und Schweden (je 2%).

Regionale Unterschiede in Europa, Wachstumsmotor Asien

Trotz der gesamthaft stabilen Anmeldeentwicklung aus Europa zeigten sich 2013 regional beträchtliche Unterschiede. Deutliche Zunahmen verzeichneten die Niederlande (+17,2%), Dänemark (+8,1%), Schweden (+7,5%). Die Anmeldungen aus Frankreich (+1,1%), Finnland (+0,6%) und Österreich (+0,2%) nahmen deutlich langsamer zu, während neben der Schweiz auch Belgien (-7,4%), Deutschland (-5,4%), Grossbritannien (-3%), Italien (-2,7%), und Spanien (-1%) gegenüber dem Vorjahr rückläufige Zahlen aufwiesen.

Wiederum sprunghaft gestiegen sind die Anmeldungen aus China (+16,2%) und Südkorea (+14%). Die USA mit 2,8% und Japan mit 1,2% setzten ihr Anmeldewachstum dagegen langsamer, aber mit sehr hohen Anmeldezahlen fort.

Fünf europäische Firmen in den Top Ten, Samsung an der Spitze

Diese Wachstumsentwicklung verdeutlicht auch die erneute Spitzenposition von Samsung (2'833 Anmeldungen) im Firmenranking des EPA. Mit fünf Unternehmen unter den zehn anmeldestärksten Firmen, nämlich Siemens (2.), Philips (3.), BASF (5.), Bosch (6.), und Ericsson (10.) bauten die Europäer ihre Präsenz gegenüber 2012 jedoch um eine Position aus. Der Anteil der Grossunternehmen am Anmeldeaufkommen lag 2013 bei 65,5%, während 29% der Anmelder KMU und 5,5% Forschungsinstitute bzw. Universitäten waren.

Pressekontakt:
Europäisches Patentamt
Oswald Schröder
Sprecher
Tel.: +49 89 2399 1800
Mobil: +49 163 8399 668
E-Mail: oschroeder@epo.org

Rainer Osterwalder
Stellvertretender Sprecher
Tel.: +49 89 23 99 1820
Mobil: +49 163 8399 527
E-Mail: rosterwalder@epo.org

Dir. Rainer Osterwalder | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.epo.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie