Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öffentliches Finanzierungsdefizit im Jahr 2010 auf 77,9 Milliarden Euro gesunken

31.03.2011
Das kassenmäßige Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte einschließlich Extrahaushalte – in Abgrenzung der Finanzstatistik – verringerte sich im Jahr 2010 auf 77,9 Milliarden Euro.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis vorläufiger Ergebnisse der vierteljährlichen Kassenstatistik mitteilt, war das Finanzierungsdefizit damit um 28,9 Milliarden Euro niedriger als im Jahr 2009. Die öffentlichen Einnahmen stiegen im Jahr 2010 um 3,0% auf 1 049,7 Milliarden Euro, während die öffentlichen Ausgaben mit einem Volumen von 1 127,7 Milliarden Euro nahezu unverändert (+ 0,1%) auf dem Vorjahresniveau blieben.

Der Rückgang des kassenmäßigen Finanzierungsdefizits der öffentlichen Haushalte im Jahr 2010 war maßgeblich auf den Finanzierungsüberschuss der gesetzlichen Sozialversicherung in Höhe von 2,9 Milliarden Euro zurückzuführen. Im Jahr 2009 hatte die Sozialversicherung noch ein Finanzierungsdefizit von 14,7 Milliarden Euro ausgewiesen. Ursächlich für die gegenüber dem Vorjahr um 4,9% gestiegenen Einnahmen der Sozialversicherung waren vor allem ein Plus bei den Beitragseinnahmen von 2,3% auf 392,8 Milliarden Euro, höhere Zuschüsse des Bundes unter anderem an den Gesundheitsfonds sowie eine einmalige Liquiditätshilfe an die Bundesagentur für Arbeit. Die Ausgaben der Sozialversicherung lagen um 1,3% über dem Vorjahresniveau.

Das Finanzierungsdefizit des Bundes lag mit 50,1 Milliarden Euro um 5,8 Milliarden Euro unter dem Fehlbetrag des Vorjahres – in erster Linie aufgrund des kräftig gesunkenen Defizits des Finanzmarktstabilisierungsfonds. Das Finanzierungsdefizit der Länder ging im Berichtszeitraum um 6,1 Milliarden Euro auf 23,0 Milliarden Euro zurück. Demgegenüber stieg das Finanzierungsdefizit der Gemeinden und Gemeindeverbände um 0,5 Milliarden Euro auf 7,7 Milliarden Euro.

Zu dem Anstieg bei den öffentlichen Einnahmen im Jahr 2010 trug neben der Einnahmenerhöhung bei der Sozialversicherung der Zuwachs bei den Steuereinnahmen der Gebietskörperschaften mit einem Plus von 1,3% auf 531,3 Milliarden Euro bei. Die aus Gebühren und Entgelten erzielten Einnahmen erhöhten sich um 6,6% auf 34,0 Milliarden Euro. Die Erlöse aus Vermögensveräußerungen stiegen insgesamt um 61,3% auf 14,5 Milliarden Euro – beim Bund summierten sie sich vor allem wegen der einmaligen Einnahmen aus der Frequenzversteigerung für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von Telekommunikationsdiensten auf 8,0 Milliarden Euro, die Gemeinden und Gemeindeverbände erzielten 4,7 Milliarden Euro.

Im Jahr 2010 stiegen die öffentlichen Ausgaben für Personal (+ 2,6% auf 215,6 Milli­arden Euro), laufenden Sachaufwand (+ 4,4% auf 282,0 Milliarden Euro) und Sachinvestitionen (+ 3,2% auf 41,3 Milliarden Euro) mit Schwerpunkt bei den Bauausgaben (+ 6,2% auf 30,9 Milliarden Euro). Die Zinsausgaben lagen mit 64,6 Milliarden Euro um 0,8% über dem Vorjahresniveau, während das Ausgabevolumen für soziale Leistungen im Jahr 2010 mit 377,0 Milliarden Euro fast unverändert (– 0,1%) war. Der kräftige Zuwachs bei den Darlehensgewährungen (+ 57,0% auf 11,4 Milliarden Euro) war vor allem auf die Extrahaushalte der Länder zurückzuführen. Die im Jahr 2009 infolge der Finanzmarktstabilisierungsmaßnahmen auf 35,0 Milliarden Euro gestiegenen Ausgaben für den Beteiligungserwerb verringerten sich 2010 auf 10,0 Milliarden Euro (– 71,6%) vor allem beim Finanzmarktstabilisierungsfonds und bei den Extrahaushalten der Länder.

Methodische Hinweise
Die vorläufigen Kassenergebnisse im Jahr 2010 beziehen sich auf die Haushalte des Bundes, der Länder und der Sozialversicherung (jeweils einschließlich der Extrahaushalte), der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie auf die EU-Anteile.
Die Ergebnisse für das Jahr 2009 wurden revidiert.

Durch Probleme im Zusammenhang mit der Einführung des doppischen Rechnungs­wesens auf kommunaler Ebene sind die Ergebnisse für die Gemeinden und Gemeinde­verbände teilweise eingeschränkt aussagefähig – sie stellen dennoch insgesamt ein aussagefähiges Bild der kommunalen Finanzen dar.

Endgültige Ergebnisse für den öffentlichen Gesamthaushalt im Jahr 2010 werden in der Fachserie 14, Reihe 2 „Vierteljährliche Kassenergebnisse des öffentlichen Gesamthaushalts“ voraussichtlich im April 2011 veröffentlicht.

Weitere Auskünfte gibt:
Claudia Gerster,
Telefon: +49 611 75 4210,
www.destatis.de/kontakt

Claudia Gerster | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie