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Junge Schuldner: Überdurch­schnittlich hohe Schulden bei Telefon- und Internet­anbietern

30.06.2014

Unter 25-Jährige, die im Jahr 2013 von Schuldnerberatungsstellen beraten wurden, hatten durchschnittlich rund 1 350 Euro Verbindlichkeiten bei Telekommunikationsanbietern.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 18 % ihrer gesamten Schulden. Das monatliche Nettoeinkommen junger Schuldner lag bei Aufnahme der Beratung durchschnittlich bei 725 Euro. Fast zwei Monatseinkommen wären demnach notwendig, um ausschließlich die Forderungen von Telekommunikationsanbietern zu begleichen. 

Die Verbindlichkeiten der unter 25-jährigen Schuldner bei Telekommunikationsanbietern waren wesentlich höher als bei allen beratenen Schuldnern, bei denen diese Schulden etwa 850 Euro ausmachten (knapp 3 % ihrer Schulden insgesamt).

Während die Schulden junger Schuldner gegenüber Kreditinstituten und gegenüber Telekommunikationsanbietern auf etwa vergleichbarem Niveau lagen, zeigt sich bei allen beratenen Schuldnern ein anderes Bild: Die Verbindlichkeiten bei Banken überstiegen die Verbindlichkeiten bei Unternehmen der Telekommunikationsbranche um mehr als das Zwanzigfache. 

Bei Beratungsbeginn hatten die beratenen Schuldner insgesamt mit durchschnittlich etwa 990 Euro ein höheres monatliches Nettoeinkommen als die unter 25-Jährigen. Nur knapp 5 % aller beratenen Personen verfügten über Einkünfte von mehr als 2 000 Euro pro Monat.

Etwa 60 % der Schuldner mussten monatlich mit Einnahmen von unter 1 045 Euro und damit mit einem Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze auskommen. Über Beträge bis zu dieser Freigrenze kann ein Schuldner im Falle einer Pfändung frei verfügen, sofern er kein sonstiges Vermögen besitzt. 

Hauptauslöser der Überschuldung von Personen, die 2013 Unterstützung bei einer Schuldnerberatungsstelle suchten, war der Verlust des Arbeitsplatzes (24 %). Aber auch andere Ereignisse wie zum Beispiel Trennung, Scheidung sowie der Tod der Partnerin/des Partners (zusammen 14 %) beziehungsweise Erkrankung, Sucht oder Unfall (zusammen 13 %) führten häufig zu kritischen finanziellen Situationen.

Unwirtschaftliche Haushaltsführung (11 %) und gescheiterte Selbstständigkeit (8 %) waren weitere bedeutende Faktoren. Bei den unter 25-Jährigen spielte die unwirtschaftliche Haushaltsführung hingegen eine weitaus größere Rolle.

Bei jedem fünften Schuldner dieser Altersgruppe war ein unangemessener Umgang mit Geld der Hauptauslöser der Überschuldung. Trennung, Scheidung sowie der Tod des Partners/der Partnerin führten bei jungen Schuldnern nur selten zu finanziellen Schwierigkeiten.  

Methodischer Hinweis:

Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik beruhen auf Angaben von 277 der insgesamt rund 1 100 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland. Sie stellten anonymisierte Daten von rund 90 000 beratenen Personen mit deren Einverständnis bereit. Die Teilnahme an dieser Statistik ist sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig.

Weiterführende Informationen und Ergebnisse der Überschuldungsstatistik finden sich im STATmagazin-Beitrag "Überschuldung: mehr als ein gesellschaftliches Randphänomen" sowie in der Fachserie 15, Reihe 5.

Weitere Auskünfte gibt:
Claudia Finke,
Telefon: +49 611 75 2696,
Kontaktformular

Claudia Finke | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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