Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immer mehr Frauen promovieren

29.08.2013
Statistisches Bundesamt legt Zahlen zu Hochqualifizierten vor / Wanka: „Erfreulicher Trend mit Luft nach oben“

Die enormen bildungs- und forschungspolitischen Anstrengungen von Bund und Ländern zahlen sich aus. Das zeigt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegebene Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu den Karriereverläufen und zur internationalen Mobilität von Hochqualifizierten (Personen mit Hochschulabschluss – mit und ohne Promotion).

Demnach ist der Anteil der Hochqualifizierten an der deutschen Bevölkerung seit 2001 deutlich angestiegen: von 10,5 Prozent auf 13,2 Prozent in 2011. Insbesondere Frauen nutzen vermehrt ihre Bildungschancen. Dies zeigt sich auch auf der Ebene der Promotionen: Bei den unter 45-Jährigen ist der Frauenanteil an den Promovierten mit 41 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Altersgruppe der über 55-Jährigen (22 Prozent). Im Jahr 2011 waren in Deutschland rund 752.000 Personen promoviert. Über alle Altersstufen hinweg betrug der Anteil der Frauen daran 31 Prozent. Mit 52 Prozent stammt etwas mehr als die Hälfte aller Promovierten aus Nichtakademikerfamilien.

„Diese Entwicklungen sind erfreulich. Die Zahlen zeigen: Wir sind auf dem richtigen Weg. Insbesondere verdeutlichen sie, dass es uns gelingt, immer mehr Frauen zu ermutigen, ihre Potenziale auch auszuschöpfen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Aber es gibt noch Luft nach oben.“

Besonders erfreut zeigte sich die Ministerin über die positive Entwicklung in den Fächergruppen, in denen Frauen traditionell eine Minderheit darstellen. So liegt der Anteil der weiblichen Promovierten in der MINT-Fächergruppe über alle Altersgruppen hinweg bei 22 Prozent, bei den unter 45-Jährigen bereits bei 27 Prozent. Auch dieser Trend ist stark: Der Anteil von promovierten Frauen in der Fächergruppe Naturwissenschaften / Mathematik ist in der jüngsten im Vergleich zur ältesten Altersgruppe nahezu doppelt so groß (26 Prozent vs. 14 Prozent).

Die Studie untersuchte auch die Tätigkeitsfelder von Promovierten. Vor allem im Bereich von Forschung und Entwicklung (F&E) sind noch zu wenig Frauen tätig. 2011 waren nur rund ein Viertel der 99.300 Promovierten unter 65 Jahren, die im F&E-Bereich arbeiteten, Frauen. „Wir können künftig nicht mehr in diesem Umfang auf weibliche Kreativität und Innovationskraft verzichten“, betonte Wanka. „Nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Chancengerechtigkeit, sondern auch was die Leistungsfähigkeit unserer Forschung und Wirtschaft angeht.“

Um mehr Frauen den Weg in die Spitzenpositionen der Forschung zu eröffnen, hat das BMBF 2007 sein Professorinnenprogramm gestartet, das nun in zweiter Runde bis 2017 fortgeführt wird. Dadurch wurden bisher nicht nur 260 Professorinnen neu berufen, die auch als Karrierevorbilder dienen. Die von den Hochschulen vorzulegenden Gleichstellungskonzepte verbessern darüber hinaus Chancen von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftsbereich. Auch bei den außeruniversitären Forschungsorganisationen gibt es Fortschritte. Sie sind durch den Beschluss der GWK von 2011 gefordert, sich Zielquoten für die Frauenanteile zu geben und deren Erreichen transparent zu machen.

Die vollständige Studie finden Sie unter: www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/

ThemaBildungForschungKultur.html

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops