Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Fünftel weniger Erwerbstätige in Bauberufen – aber Solo-Selbstständige auf dem Vormarsch

12.02.2010
Die Zahl der Erwerbstätigen in Bauberufen hat von 1998 bis 2008 entgegen dem Beschäftigungszuwachs in der Gesamtwirtschaft kräftig abgenommen: sie sank in diesem Zeitraum um mehr als ein Fünftel.
Frauen bleiben dabei in Bauberufen auch weiterhin extrem unterrepräsentiert. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden anlässlich der Internationalen Baufachmessse BAUTEC auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit.

In Bauberufen waren im Jahr 2008 gut 1,7 Millionen Personen erwerbstätig, 487 000 oder 21,9% weniger als im Jahr 1998. Dabei hat sich der ohnehin hohe Männeranteil (im Jahr 1998: 95,5%) sogar noch weiter erhöht (2008: 96,6%).
Der Beschäftigungsrückgang betraf neben Arbeitern und Angestellten (– 487 000 oder – 26,2%) insbesondere Auszubildende (– 78 000 oder – 40,5%). Bemerkenswerterweise hat die Zahl der Selbständigen ohne Beschäftigte – sogenannte Solo-Selbständige – seit 1998 entgegen dem Trend stark zugenommen (+ 66 000 oder + 103,1% auf 129 000), und zwar insbesondere in Hoch- und Ausbauberufen (+ 48 000 oder + 136,0%). Der Anstieg der Zahl der Solo-Selbstständigen dürfte auch auf die Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 zurückzuführen sein, durch die die Möglichkeiten zur Erbringung zulassungspflichtiger Tätigkeiten durch Gesellen erweitert (Einschränkung der „Meisterpflicht“) und 53 Handwerke gänzlich zulassungsfrei wurden.

Trotz der Zunahmen bei Solo-Selbständigen entfiel auf Hoch- und Ausbauberufe – der mit 41,7% der Erwerbstätigen größten Teilgruppe der Bauberufe – insgesamt der größte Anteil am Gesamtbeschäftigungsrückgang seit 1998 (– 277 000 oder – 27,7% auf 725 000). Zu den Hoch- und Ausbauberufen zählen beispielweise Maurer, Isolierer, Fliesenleger, Zimmerer oder Dachdecker.

Der Anteil ausländischer Erwerbstätiger in den Bauberufen insgesamt war sowohl im Jahr 1998 (9,7%) als auch im Jahr 2008 (10,9%) höher als bei Erwerbstätigen insgesamt (7,9% beziehungsweise 8,6%). Besonders hoch war der Anteil ausländischer Erwerbstätiger in der Berufsgruppe der Bauhilfsarbeiter (2008: 22,3%).

Vom Rückgang der Beschäftigung in Bauberufen seit 1998 entfiel ein überproportionaler Anteil auf die neuen Länder und Berlin. Die Zahl der Erwerbstätigen am Bau ging im Osten Deutschlands um 35,3% zurück. Im Westen Deutschlands fiel der Rückgang mit 14,7% moderater aus.

Überhaupt gibt es einige Unterschiede zwischen Ost und West. So war im Osten bei den Beschäftigten in Bauberufen der Frauenanteil noch etwas geringer als im Westen (3,0% gegenüber 3,6%) und das Durchschnittsalter war im Jahr 2008 geringfügig höher als im Westen (40,2 Jahre gegenüber 39,7 Jahre), obwohl es im Jahr 1998 noch deutlich unter dem Altersdurchschnitt im Westen gelegen hatte (35,8 Jahre gegenüber 37,8 Jahre). Der wohl markanteste Unterschied betrifft den Ausländeranteil. Während im Westen im Jahr 2008 mit 13,6% der Anteil nicht Deutscher um 3,9 Prozentpunkte höher lag als bei den Erwerbstätigen insgesamt, ist die Ausländerquote bei den Bauberufen – wie auch bei Erwerbstätigen insgesamt – im Osten sehr viel niedriger. In beiden Fällen betrug sie 4,0%.

Weitere Auskünfte gibt:
Andreas Grau,
Telefon: +49 611 75 2124,
E-Mail: arbeitsmarkt@destatis.de

Andreas Grau | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit