Erzeugerpreise Juni 2009: – 4,6% gegenüber Juni 2008

Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2009 um 4,6% niedriger als im Juni 2008.

Einen stärkeren Preisrückgang hatte es letztmalig im Dezember 1968 gegeben (- 5,0%). Im Mai und April 2009 hatte die Jahresänderungsrate – 3,6% beziehungsweise – 2,7% betragen. Gegenüber Mai 2009 sank der Erzeugerpreisindex geringfügig (- 0,1%).

Den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate hatte im Juni 2009 die Preisentwicklung bei der Energie. Hier lagen die Preise um 8,4% unter denen von Juni 2008 (- 0,3% gegenüber Mai 2009). Ohne Berücksichtigung von Energie sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,8% und blieben gegenüber Mai 2009 unverändert.

Die Preise der drei Hauptenergieträger Mineralölerzeugnisse, elektrischer Strom und Erdgas wiesen im Vorjahresvergleich einen unterschiedlich stark ausgeprägten Rückgang auf. So waren Mineralölerzeugnisse insgesamt um 24,9% billiger als im Juni 2008 (leichtes Heizöl – 42,9%, Dieselkraftstoff – 27,5%, Motorenbenzin – 11,8%). Über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet kostete elektrischer Strom 5,7% weniger als vor einem Jahr, Erdgas war 3,5% billiger. Private Haushalte mussten im Vergleich zum Vorjahr für elektrischen Strom (+ 5,7%) und für Erdgas (+ 2,5%) mehr bezahlen.

Elektrischer Strom und Erdgas insgesamt wiesen jeweils im Vergleich zum Mai 2009 Preisrückgänge auf (- 0,4% beziehungsweise – 3,3%). Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen dagegen gegenüber Mai 2009 deutlich um 5,9% (leichtes Heizöl + 13,4%, Dieselkraftstoff + 4,6%, Motorenbenzin + 5,4%).

Die Preise für Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) sanken gegenüber Juni 2008 um 6,7%. Nach zehnmonatigen Preisrückgängen im Vergleich zum Vormonat blieben sie im Juni 2009 gegenüber Mai 2009 erstmalig unverändert.

Zu dem starken Rückgang im Vorjahresvergleich trugen in besonderem Maße die Preise für Metalle bei. Sie lagen um 20,2% niedriger als im Juni 2008. Nachdem sie im Vormonatsvergleich fast ein Jahr in Folge rückläufig waren, wiesen sie gegenüber Mai 2009 erstmalig wieder ein Plus von 0,4% auf. Besonders stark sanken im Juni 2009 gegenüber Juni 2008 die Preise für Walzstahl (- 31,2%).

Die Preise für metallische Sekundärrohstoffe gingen gegenüber Juni 2008 um mehr als die Hälfte zurück (- 61,0%) und sanken gegenüber Mai 2009 um 2,1%.

Getreidemehl war um 30,6% billiger als im Juni 2008, Futtermittel für Nutztiere um 19,2%.

Die Preise für Verbrauchsgüter sanken gegenüber Juni 2008 um durchschnittlich 1,6% (+ 0,1% gegenüber Mai 2009). Nahrungsmittel waren insgesamt um 4,0% billiger als im Vorjahr, gegenüber Mai 2009 verbilligten sie sich um 0,1%. Starke Preisrückgänge waren im Vorjahresvergleich für Milch und Milcherzeugnisse zu verzeichnen (- 12,4%). Gegenüber Mai 2009 sanken hier die Preise um 1,4% und lagen damit wieder unter dem Niveau vom Juni 2007. Ähnlich verlief die Entwicklung bei Käse und Quark (- 12,6% gegenüber Juni 2008). Dagegen stiegen die Preise für Backwaren gegenüber Juni 2008 um 2,1%, Zigaretten waren um 1,6% teurer (+ 1,4% gegenüber Mai 2009).

Für Investitionsgüter lag die Jahresteuerungsrate im Juni 2009 bei 1,0% (gegenüber Mai 2009 unverändert).

Methodische Hinweise zum Index der Erzeugerpreise: Erhebungsstichtag ist jeweils der 15. des Berichtsmonats.

Detaillierte Informationen zur Statistik der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte bietet die Fachserie 17, Reihe 2, die im Publikationsservice von Destatis unter www.destatis.de/publikationen, Suchwort „gewerbliche Erzeugerpreise“, kostenlos erhältlich ist. Die Daten können auch über die Genesis-Online-Datenbank (www.destatis.de/genesis) bezogen werden.

Eine methodische Kurzbeschreibung bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Gerda Gladis-Dörr,
Telefon: (0611) 75-2750,
E-Mail: erzeugerpreise@destatis.de

Media Contact

Gerda Gladis-Dörr Statistisches Bundesamt

Weitere Informationen:

http://www.destatis.de

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