Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Defizit im Kernhaushalt des Bundes im Jahr 2010 auf 44,3 Milliarden Euro gestiegen

15.03.2011
Das kassenmäßige Finanzierungsdefizit im Kernhaushalt des Bundes – in Abgrenzung der Finanzstatistik – belief sich im Jahr 2010 auf 44,3 Milliarden Euro.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Kassenergebnissen zu den Kernhaushalten des Bundes und der Länder weiter mitteilt, lag das Defizit des Bundes mit einer Zunahme um 9,8 Milliarden Euro deutlich über dem des Vorjahres. Es war damit nahezu doppelt so hoch wie das Defizit der Kernhaushalte der Länder insgesamt (22,3 Milliarden Euro).

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich die mit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise einhergehenden Belastungen des Bundes überwiegend in dessen Extrahaushalten (Finanzmarktstabilisierungsfonds sowie Investitions- und Tilgungsfonds) niederschlagen. Diese Daten werden Ende März dieses Jahres veröffentlicht.

Die Ausgaben im Kernhaushalt des Bundes stiegen im Jahr 2010 um 16,0 Milliarden auf 333,1 Milliarden Euro. Dieser Ausgabenzuwachs um 5,0% gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den höheren Zuschuss des Bundes an den Gesundheitsfonds zurückzuführen. Damit sollten die Senkung des allgemeinen Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung zum 1. Juli 2009 sowie konjunkturbedingte Mindereinnahmen ausgeglichen werden. Der Zuschuss erhöhte sich gegenüber 2009 um 8,5 Milliarden Euro und lag im Jahr 2010 bei insgesamt 15,7 Milliarden Euro. Darüber hinaus erhöhten sich die Bundesausgaben durch einen einmaligen Zuschuss als Liquiditätshilfe an die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 5,2 Milliarden Euro. Die Einnahmen im Kernhaushalt des Bundes lagen mit 288,7 Milliarden um 6,1 Milliarden Euro (+ 2,2%) über dem Niveau des Vorjahres. Zum Tragen kamen hierbei insbesondere die einmaligen Mehreinnahmen aus der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in Höhe von 4,4 Milliarden Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken ist hingegen das Finanzierungsdefizit in den Kernhaushalten der Länder. Dieses belief sich im Jahr 2010 auf 22,3 Milliarden Euro, das sind 3,5 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2009. Dem Anstieg der Ausgaben in den Kernhaushalten der Länder um 2,2 Milliarden auf 287,9 Milliarden Euro (+ 0,8%) stand eine Erhöhung der Einnahmen um 5,8 Milliarden auf 265,6 Milliarden Euro (+ 2,2%) gegenüber.

Während sich das Finanzierungsdefizit der westdeutschen Flächenländer gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Milliarden auf 16,6 Milliarden Euro verringerte, erhöhte sich das Finanzierungsdefizit der ostdeutschen Flächenländer um 1,8 Milliarden auf 2,1 Milliarden Euro. Das Finanzierungsdefizit der Stadtstaaten lag im Jahr 2010 bei 3,5 Milli­arden Euro und damit leicht über dem Ergebnis des Vorjahres.

Zu beachten ist, dass sich die Angaben ausschließlich auf die Kernhaushalte von Bund und Ländern beziehen. Daten über die öffentlichen Haushalte insgesamt einschließlich der Extrahaushalte werden Ende März dieses Jahres veröffentlicht.

Weitere Auskünfte gibt:
Carsten Steitz,
Telefon: +49 611 75 4123,
www.destatis.de/kontakt

Carsten Steitz | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie