Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Betriebliche Weiterbildung für 27% der älteren Beschäftigten

06.08.2007
Ältere Beschäftigte in Deutschland nehmen seltener an betrieblicher Weiterbildung teil als ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag im Jahr 2005 bei Beschäftigten über 54 Jahren in Unternehmen mit Lehrveranstaltungen die Teilnehmerquote an dieser Form der beruflichen Weiterqualifizierung bei 27%. Für die unter 25-Jährigen und die 25- bis 54-Jährigen betrugen die entsprechenden Anteile 34% beziehungsweise 41%.

Dies geht aus der Dritten Europäischen Erhebung über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen hervor, die in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und Norwegen stattfand. In Deutschland wurden rund 10 000 Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Statistischen Landesämtern zu ihren Weiterbildungsaktivitäten im Jahr 2005 befragt.

69% der deutschen Unternehmen nutzten Weiterbildungsaktivitäten zur Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die klassische Form der Weiterbildung mit Lehrveranstaltungen in Form von Lehrgängen, Kursen und Seminaren wurde von 54% der Unternehmen angeboten. Gegenüber der letzten derartigen Befragung für das Jahr 1999 ist der Anteil der weiterbildenden Unternehmen damit um knapp sechs Prozentpunkte zurückgegangen. Bei Unternehmen mit Lehrveranstaltungen betrug der Rückgang sogar annähernd 13 Prozentpunkte.

In Unternehmen mit Lehrveranstaltungen haben im Jahr 2005 39% der Beschäftigten an diesen Maßnahmen teilgenommen. Die Teilnahmequote der Frauen lag mit 35% unter jener der Männer (41%). Zwischen den Unternehmensgrößen variierten die Teilnahmequoten erheblich. In Unternehmen mit 10 bis 19 Beschäftigten nutzten 53% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das zur Verfügung stehende Weiterbildungsangebot. In Unternehmen mit 1 000 und mehr Beschäftigten waren es 36%.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbrachten im Durchschnitt 30 Stunden im Jahr in Lehrgängen, Kursen oder Seminaren. Durchschnittlich wendeten Frauen mit 28 Stunden insgesamt weniger Zeit für Lehrveranstaltungen auf als ihre männlichen Kollegen (30 Stunden).

Je Teilnehmerin und Teilnehmer entstanden den Unternehmen, die Lehrveranstaltungen anboten, Kosten in Höhe von 1 697 Euro. Die Weiterbildungskosten je Beschäftigten lagen in Unternehmen mit Lehrveranstaltungen bei 651 Euro. Bezogen auf alle Unternehmen, also auch jene ohne Lehrveranstaltungen, betrugen die Kosten im Jahr 2005 504 Euro je Mitarbeiter. Sie waren damit 8% niedriger als im Jahr 1999.

Die Personalausfallkosten, das heißt die Lohnkosten der Teilnehmer, bildeten mit einem Anteil von 53% an den Weiterbildungskosten den größten Kostenblock. 29% der Kosten entfielen auf Zahlungen und Gebühren an Weiterbildungsanbieter sowie Kosten für externes Weiterbildungspersonal in internen Veranstaltungen. Vergleichsweise geringe Kosten entstanden den Unternehmen für die Konzeption, Organisation und Durchführung von Lehrveranstaltungen durch internes Weiterbildungspersonal mit 9% der Gesamtkosten.

Weitere Ergebnisse sowie eine detaillierte Beschreibung der Erhebung finden sich in "Wirtschaft und Statistik", Heft 07/2007, unter dem Titel "Berufliche Weiterbildung in Unternehmen 2005".

Dieser Aufsatz und ausführlichere Tabellen zu ausgewählten Merkmalen der Erhebung können im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes im Themenbereich "Weiterbildung" abgerufen werden. Ferner informiert das Faltblatt "Betriebliche Weiterbildung 2005" über wichtige Ergebnisse der Befragung. Dieses Faltblatt kann kostenlos in elektronischer Form bezogen werden.

Weitere Auskünfte gibt:
Daniel Schmidt,
Telefon: (0611) 75-4375,
E-Mail: cvts@destatis.de

Daniel Schmidt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie