Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Statistik der Chemiestudiengänge - Industrie stellte erneut mehr Absolventen ein

10.07.2007
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat, wie in den Vorjahren, auch für 2006 umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen von den Hochschulen erbeten. Die Ergebnisse der Umfrage, die Statistik der Chemiestudiengänge, wurden von der GDCh soeben veröffentlicht.

Aus der Statistik geht u.a. hervor, dass sich bereits 48 Prozent der Studienanfänger im Fach Chemie und 60 Prozent der Studienanfänger im Fach Biochemie in einem Bachelor-Studiengang eingeschrieben hatten, während Bachelor- und Masterabschlüsse zahlenmäßig gegenüber Diplom und Promotion noch nicht ins Gewicht fielen. Die Zahl der von der Industrie eingestellten Absolventen stieg erneut an.

An deutschen Universitäten begannen im Vorjahr 2677 Anfänger ihr Diplom-Chemie-Studium. Dazu kamen 2436 Anfänger in einem Bachelor-Studiengang, so dass die Summe der Chemieanfänger bei 5113 Personen lag (Vorjahr 5958). Der Anteil weiblicher Studienanfänger in der Chemie lag bei 44%. Die Gesamtzahl der Chemiestudierenden betrug 27270 Studenten, darunter 4832 in Bachelor-Studiengängen, 611 in Masterstudiengängen und 5322 Doktoranden. Zusätzlich waren insgesamt 698 Studierende, davon 160 Studienanfänger, im Studiengang Wirtschaftschemie immatrikuliert. Der Anteil ausländischer Studierender lag im Diplom-Studiengang bei 15%, im Bachelor-Studiengang bei 10% und im Master-Studiengang bei 34%. Auffällig war der hohe Ausländeranteil von 25% unter den Doktoranden. Offensichtlich kommen in erster Linie fortgeschrittene ausländische Studierende nach Deutschland, um ein Master-Studium oder eine Promotion zu absolvieren.

2006 bestanden 2005 Studierende das Vordiplom in Chemie und 76 in Wirtschaftschemie (Vorjahr 1805 bzw. 82). 302 Studierende beendeten ihr Bachelor- und 78 das Master-Studium. Die Zahl der Diplomprüfungen stieg von 1271 (2005) auf 1468. Die Anzahl der Promotionen lag mit 1299 auf dem niedrigsten Stand seit 21 Jahren. 29% der promovierten Absolventen kam aus dem Ausland. Der Anteil der Studentinnen betrug beim Vordiplom und Diplom 41% und bei der Promotion 32%.

Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Diplom einschließlich der Diplomarbeit betrug 11,5 Semester, bis zur Promotion 19,7 Semester. Die Medianwerte lagen bei 10,4 und 18,6 Semestern. (Der Medianwert, gibt an, im wievielten Semester 50% der Studierenden die Prüfung abgelegt haben.)

Der größte Teil der Diplom-Chemiker (90%) schloss wie in den Vorjahren unmittelbar an den Diplom-Abschluss die Doktorarbeit an. Von den promovierten Absolventen wurden 36% in der Chemischen Industrie eingestellt. Im Vorjahr hatte dieser Wert bei 30% gelegen. 8% fanden eine Anstellung in der übrigen Wirtschaft und 22% der Chemiker gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 16% betrug der Anteil derjenigen, die eine zunächst befristete Stelle im Inland annahmen, und 6% der Absolventen blieben nach der Promotion im Forschungsbereich an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut. 3% kamen im öffentlichen Dienst unter, je 1% nahm ein Zweitstudium auf oder wurde freiberuflich tätig. 7% der promovierten Absolventen (Vorjahr 10%) waren zum Zeitpunkt der Umfrage stellensuchend. (Bedingt durch den Umfragezeitpunkt sinkt dieser Wert kaum unter 5%. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit der Absolventen ist daher geringer.) Fast alle Bachelor-Absolventen, deren Verbleib bekannt war, nahmen ein Master-Studium auf und die meisten Master-Absolventen begannen eine Promotion.

Biochemie, Lebensmittelchemie, Lehramt und FH-Studiengänge

Im Studiengang Biochemie betrug die Anfängerzahl 862, davon 527 in Bachelor-Studiengängen. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug 4998, einschließlich 1328 Bachelor-Studierende, 264 Master-Studierende und 766 Doktoranden. Der Frauenanteil war mit 60% bei den Anfängern und mit 56% an der Gesamtzahl der Studierenden höher als im Chemiestudiengang. Im vergangenen Jahr legten 345 Studierende das Vordiplom ab, 457 bestanden das Diplom und 166 wurden in Biochemie promoviert. Im Mittel benötigten die Studierenden bis zum Diplom 10,4 und bis zur Promotion 18,6 Semester. Die Median-Werte lagen bei 9,7 und 17,9 Semestern. 132 Studierende beendeten das Studium mit dem Bachelor- und 83 mit dem Master- Abschluss.

Im Studiengang Lebensmittelchemie begannen 415 Personen ihr Studium. Der Frauenanteil lag bei 76%. Die Gesamtzahl der Studierenden betrug 1929, dazu kamen 199 Doktoranden. Im vergangenen Jahr bestanden 270 Studierende die Vorprüfung, 245 Studierende absolvierten das erste Staatsexamen und 80 die Diplomprüfung. Die meisten dieser Diplomprüfungen waren kombinierte Abschlüsse, bei denen Studierende gleichzeitig Diplom und Staatsexamen ablegten. 152 Studierende absolvierten das 2. Staatsexamen. Im vergangenen Jahr wurden 46 Promotionen abgelegt. Die Dauer für Studium und Doktorarbeit betrug durchschnittlich 16,4 Semester.

Bei den angehenden Lehrern sind die Anfängerzahlen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen und betrugen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen (Sekundarstufe I) 980 und für das Lehramt an Gymnasien (Sekundarstufe II) 1287 (Vorjahr 1059 und 1600). Dazu kamen 757 Anfänger in einem lehramtbezogenen Bachelor-Studiengang. 156 Anfänger schrieben sich für das Lehramt für Berufsschulen ein. 231 Studierende bestanden die Prüfungen für die Sekundarstufe I und 436 für die Sekundarstufe II.

An den Fachhochschulen und den DI-Studiengängen der Gesamthochschulen begannen 2006 655 Personen ein Diplom-Studium im Fach Chemie oder in anderen chemiebezogenen Studiengängen, 856 Anfänger entschieden sich für einen Bachelor-Studiengang an einer Fachhochschule (Vorjahr 855 und 495). Die Gesamtzahl der Studierenden betrug im vergangenen Jahr 5630 Personen, wovon 1518 in Bachelor- und 189 in Master-Studiengängen studierten. Unter allen Chemiestudierenden an einer FH sind Frauen mit 42% vertreten. Ausländische Studierende stellen 11% in Diplom-Studiengängen, 13% in Bachelor- und 38% in Master-Studiengängen. Im Jahr 2006 bestanden 697 Studierende die Diplomprüfung, davon 43% Frauen. Dazu kommen 79 Bachelor- und 50 Master-Absolventen. Die Studiendauern bis zur Diplomprüfung lagen bei 9,6 im Mittel und 8,7 im Median.

Die Statistik der Chemiestudiengänge ist auf den Internet-Seiten der GDCh (www.gdch.de/statistik) als pdf-File hinterlegt. Sie kann gegen einen Kostenbeitrag von EUR 80,00 bei der GDCh-Geschäftsstelle in Frankfurt (karriere@gdch.de) als Broschüre angefordert werden.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit über 27.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u.a. auch mit der Entwicklung an den Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Mit der Erhebung von Anfänger- und Absolventenzahlen, Studiendauern sowie dem Verbleib der Absolventen ermöglicht sie Prognosen über die Zahl der künftigen Absolventen und bietet einen guten Überblick über den Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger. Der GDCh-Karriereservice lädt Unternehmen und Absolventen am 18. September anlässlich des Wissenschaftsforums in Ulm zum vierten Mal zum JobCenter ein.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Klimawandel schwächt tropische Windsysteme

20.10.2017 | Geowissenschaften

Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

20.10.2017 | Physik Astronomie