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Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2007

24.05.2007
Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 15. Mai mitgeteilt hat, hat sich der Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft zum Jahresbeginn nur leicht abgeschwächt: Um 0,5% war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - preis-, saison- und kalenderbereinigt - im ersten Quartal 2007 höher als im vierten Quartal 2006. Das BIP misst den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung. Im vierten Quartal 2006 war die Wirtschaftsleistung mit 1,0% noch etwas stärker gestiegen als bisher gemeldet.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA) Veränderung gegenüber dem Vorquartal:

2005 2006 2007
1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj
+ 0,6% + 0,3% + 0,5% + 0,3% + 0,8% + 1,2% + 0,8% + 1,0% + 0,5%
Die Wachstumsimpulse kamen im ersten Quartal 2007 vor allem von der weiterhin lebhaften Investitionstätigkeit. Sowohl in Ausrüstungen (+ 5,5%) als auch in Bauten (+ 3,5%) wurde deutlich mehr investiert als im vierten Quartal 2006. Dagegen haben die privaten Konsumausgaben (- 1,4%) das Wirtschaftswachstum deutlich gebremst, was insbesondere im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn zu sehen ist.

Der Außenbeitrag wirkte im Vorquartalsvergleich mit einem rechnerisch negativen Wachstumsbeitrag von - 2,0%-Punkten ebenfalls wachstumshemmend, da zwar mehr importiert (+ 3,7%) aber weniger exportiert (- 1,2%) wurde als im Quartal zuvor. Diese Entwicklung ist allerdings maßgeblich durch die Überzeichnung der Exporte im vierten Quartal 2006 aufgrund von Nachmeldungen zu erklären. Entsprechend trugen die Vorratsveränderungen nach dem starken Vorratsabbau im vierten Quartal 2006 im Berichtsquartal wieder positiv zum Wirtschaftswachstum bei (mit + 2,2%-Punkten).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres erhöhte sich das BIP im ersten Quartal 2007 um 3,3%. Kalenderbereinigt - im Berichtsquartal stand gut ein halber Arbeitstag weniger zur Verfügung als im ersten Quartal 2006 - waren es sogar 3,6%.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte) Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal:

2005 2006 2007
1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj 2.Vj 3.Vj 4.Vj 1.Vj
- 0,6% + 1,7% + 1,4% + 1,1% + 3,2% + 1,5% + 2,7% + 3,7% + 3,3%
Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2007 wurde von 39,0 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 569.000 Personen oder 1,5% mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Erwerbslosen (internationale Abgrenzung) war gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum das siebte Quartal in Folge rückläufig und ging um 683.000 Personen oder 18,0% auf 3,1 Millionen Personen zurück. Der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt reduzierte sich damit deutlich von 9,0% im ersten Quartal 2006 auf 7,4% im Berichtsquartal.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, nahm im ersten Quartal 2007 im Vorjahresvergleich um 1,8% zu. Je Erwerbstätigenstunde gerechnet erhöhte sie sich um 1,4%, da die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zum ersten Quartal 2006 leicht anstieg. Dies ist vor allem auf die zunehmend positive Entwicklung der Vollzeitbeschäftigung zurückzuführen.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt) trugen alle Wirtschaftsbereiche mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 1,5%) positiv zur Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal 2007 bei. Im Baugewerbe hat sich der Aufwärtstrend des letzten Jahres noch verstärkt: Die Bruttowertschöpfung ist hier nun schon das fünfte Quartal in Folge gestiegen; die extrem hohe Zuwachsrate (+ 18,3%) ist allerdings auch durch die günstige Witterung bedingt. Auch im Produzierenden Gewerbe (+ 5,3%) sowie in den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 3,1%), Finanzierung und Vermietung (+ 2,5%) sowie öffentliche und private Dienstleister (+ 0,6%) wurde mehr produziert als ein Jahr zuvor. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 3,4%.

Auf der Verwendungsseite kamen die Wachstumsimpulse im ersten Quartal 2007 - anders als im Vorquartalsvergleich - nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland. Der Außenhandel erreichte zwar nicht mehr die zweistelligen Wachstumsraten der Vorquartale, war aber dennoch weiterhin sehr dynamisch: Die ungebrochene Nachfrage aus dem Ausland sorgte dafür, dass die Exporte mit real 9,6% stärker stiegen als die Importe (+ 8,0%). Der daraus resultierende Exportüberschuss (Außenbeitrag) trug mit 1,2%-Punkten zum Wirtschaftswachstum bei.

Auch aus dem Inland kamen im preisbereinigten Vorjahresvergleich vorrangig positive Wachstumsimpulse: Sowohl in Bauten (+ 15,3%) als auch in Ausrüstungen (+ 8,6%) wurde zu Beginn des Jahres 2007 nochmals erheblich mehr investiert als ein Jahr zuvor. Auch die staatlichen Konsumausgaben waren höher als im ersten Quartal 2006 (+ 2,3%). Lediglich die privaten Konsumausgaben gingen leicht um 0,2% zurück und haben damit das Wirtschaftswachstum etwas gebremst, was insbesondere im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn zu sehen ist.

In jeweiligen Preisen erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2007 um 5,6%. Das Bruttonationaleinkommen war um 5,1% höher als vor einem Jahr. Das Volkseinkommen nahm im Berichtsquartal um 4,2% zu. Diese Zunahme war aber wiederum ungleichmäßig auf die beiden Komponenten verteilt: Obwohl das Arbeitnehmerentgelt mit 2,8% so stark zulegte wie seit sechs Jahren nicht mehr, stiegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen deutlich stärker an (+ 6,7%).

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg im ersten Quartal 2007 um 1,8%. Die Sparquote der privaten Haushalte war mit 14,9% im Berichtsquartal etwas höher als im ersten Quartal 2006 (14,2%).

Über die Erstberechnung des ersten Quartals 2007 hinaus wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse für das Jahr und die vier Quartale 2006 überarbeitet und - soweit erforderlich - revidiert.

Solche laufenden Revisionen erfolgen routinemäßig, um neu verfügbare statistische Informationen schnellstmöglich einbeziehen zu können und um Brüche in den Zeitreihen zu vermeiden.

Die Neuberechnungen ergaben Veränderungsraten des BIP, die für das zweite, dritte und vierte Quartal 2006 bei den Ursprungswerten um bis zu 0,2 Prozentpunkte höher ausfielen als die vorläufigen Ergebnisse.

Das Jahresergebnis wurde um 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert auf nunmehr 2,8% (kalenderbereinigt: + 3,0%). Diese Aufwärtskorrekturen sind vor allem bedingt durch positivere Ergebnisse im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe sowie bei den Bauinvestitionen. Eine komplette Gegenüberstellung der bisherigen und revidierten Ergebnisse für das BIP erfolgte bereits in der Schnellmeldung zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2007 vom 15. Mai 2007.

Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de) abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" (Bestellnummer 2180120) sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12- ARIMA und BV4.1" (Bestellnummer 2180130) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht. Diese und andere Veröffentlichungen sind online im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/shop kostenfrei erhältlich. Die Reihe 1.2 ist zudem erstmals auch in englischer Sprache verfügbar unter http://www.destatis.de/allg/e/veroe/proser4snat_e.htm. Einen ausführlichen Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen finden Sie ebenfalls kostenfrei im Internet unter http:/www.destatis.de/download/qualitaetsberichte/qualitaetsbericht_

vgr.pdf.

Weitere Auskünfte gibt:
VGR-Infoteam,
Telefon: (0611) 75-2626,
E-Mail: bip-info@destatis.de

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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