Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wanderung von Ost- nach Westdeutschland schwächt sich weiter ab

29.09.2006
Wie das Statistische Bundesamt zum "Tag der Deutschen Einheit" mitteilt, zogen im Jahr 2005 aus den neuen Bundesländern 137 200 Personen in die alten Länder (2004: 146 400), während 88 200 Menschen die umgekehrte Richtung wählten (2004: 94 700).

Die neuen Bundesländer verloren also per Saldo rund 49 000 Personen durch Abwanderung (2004: 51 700). Damit schwächt sich die Wanderung von Ost- nach Westdeutschland - allerdings nur leicht - weiter ab. Berlin bleibt bei dieser Betrachtung unberücksichtigt, weil sich die Umzüge nicht mehr nach Berlin-West und Berlin-Ost trennen lassen. Zudem sind die Umzüge zwischen Berlin und Brandenburg stärker von der Stadt-Umland-Beziehung als von der Ost-West-Wanderung geprägt.

Zu den Hauptzielländern im Westen zählten im letzten Jahr Bayern mit 29 600 Personen oder 22% der Zuzüge aus Ostdeutschland, Niedersachsen mit 22 700 (17%), Nordrhein-Westfalen mit 22 300 (16%) und Baden-Württemberg mit 21 700 (16%). Die Fortzüge aus Ost- nach Westdeutschland waren am höchsten für Sachsen mit 37 700 (27% der Fortzüge), gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 27 400 (20%) und Thüringen mit 25 800 (19%).

Seit der Wiedervereinigung hat es in jedem Jahr Abwanderungsverluste von den neuen Bundesländern in die alten Länder gegeben. Von einem Höchststand im Jahr 1991 mit 165 400 Personen ging der Wanderungssaldo zwischen den alten und den neuen Bundesländern zunächst zurück und erreichte 1996 mit 24 900 Personen einen Tiefststand. Danach erhöhte sich der Saldo wieder bis auf 97 600 Personen im Jahr 2001 und ist seitdem rückläufig. Zwischen 1991 und 2005 gab es insgesamt 2,32 Millionen Fortzüge aus den neuen in die alten Bundesländer und 1,37 Millionen in die umgekehrte Richtung. Das führte für Ostdeutschland in diesem Zeitraum zu einem gesamten Abwanderungsverlust gegenüber den alten Bundesländern von 949 000 Menschen.

Unter Berücksichtigung der Wanderungsbewegungen mit dem Ausland, der natürlichen demografischen Entwicklung (Geburten und Sterbefälle) sowie der Ost-West-Wanderungen ist die Bevölkerung vom 31.12.1990 bis 31.12.2005 in den neuen Bundesländern um 1,4 Millionen (- 9,5%) auf 13,3 Millionen zurückgegangen. Gleichzeitig nahm die Bevölkerung in den alten Bundesländer um 4,1 Millionen Personen (+ 6,7%) auf 65,7 Millionen zu.

Der Abwanderungsverlust von insgesamt 49 000 Personen im Jahr 2005 machte 0,4% der Bevölkerung der neuen Bundesländer aus. Er betraf vor allem die Altersklasse der 18- bis 25-Jährigen mit 25 300 Personen (2% der Altersklasse in den neuen Ländern), gefolgt von den 25- bis 30-Jährigen mit 11 000 Personen (1,4% der Altersklasse) und von den 30- bis 50-Jährigen mit 9 400 Personen (0,2% der Altersklasse). Bei der Altersgruppe 65 Jahre und älter gab es im vergangenen Jahr für die neuen Bundesländer einen leichten Zuwanderungsgewinn gegenüber den alten Bundesländern von 900 Personen.

Wie in den Vorjahren war 2005 der Wanderungsverlust von Frauen mit 26 500 Personen höher als der Wanderungsverlust von Männern (22 500). Dies lag daran, dass weniger Frauen als Männer aus den alten Bundesländern in die neuen Länder zogen.

Weitere Auskünfte gibt:
Uwe Lohe,
Telefon: (0611) 75-4185
E-Mail: uwe.lohe@destatis.de

Uwe Lohe | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Abwanderungsverlust Wanderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie