Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2006

24.08.2006
Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 14. August mitgeteilt hat, ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland auch im zweiten Quartal 2006 gestiegen.

Um 0,9% war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - preis-, saison- und kalenderbereinigt - höher als im ersten Quartal 2006; einen solchen Anstieg gab es zuletzt vor fünf Jahren. Das BIP misst den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung. Die kontinuierliche Aufwärtsbewegung des Wirtschaftswachstums begann den neuesten Berechnungen zufolge bereits in 2005: Einem Anstieg des BIP von 0,3% im vierten Quartal 2005 folgte ein deutliches Plus von 0,7% zu Beginn des Jahres 2006.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA)Veränderung gegenüber dem Vorquartal:

2004 2005 2006

3. Vj 4. Vj 1. Vj 2. Vj 3. Vj 4. Vj 1. Vj 2. Vj

- 0,1% + 0,0% + 0,6% + 0,3% + 0,5% + 0,3% + 0,7% + 0,9%

Im saisonbereinigten Vorquartalsvergleich kamen die Wachstumsimpulse im zweiten Quartal 2006 hauptsächlich aus dem Inland: Vor allem die Investitionen in Bauten (+ 4,6%) und in Ausrüstungen (+ 2,5%) trugen zur wirtschaftlichen Belebung im zweiten Quartal 2006 bei. Die Konsumausgaben waren dagegen rückläufig: Sowohl die privaten Haushalte (- 0,4%) als auch der Staat (- 0,2%) konsumierten etwas weniger als zu Beginn des Jahres. Da neben dem deutlichen Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen auch die Vorratsveränderungen einen positiven Beitrag zum BIP-Wachstum lieferten, war die inländische Verwendung insgesamt mit 0,8%- Punkten fast allein für das kräftige Wirtschaftswachstum im Berichtsquartal verantwortlich. Die Dynamik des Außenhandels schwächte sich dagegen etwas ab: Exporte (+ 0,7%) und Importe (+ 0,5%) stiegen nur geringfügig, so dass der preisbereinigte Außenbeitrag lediglich einen geringen Wachstumsbeitrag lieferte (+ 0,1%-Punkte).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im Vorjahresvergleich nahm die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2006 um 1,0% zu, nach 3,1% im ersten Quartal des Jahres. Dabei ist allerdings die unterschiedliche Anzahl der Arbeitstage zu beachten. So standen im Berichtsquartal - unter anderem durch den späten Termin der Osterfeiertage im April - drei Arbeitstage weniger zur Verfügung als ein Jahr zuvor, während es im ersten Quartal 2006 drei Arbeitstage mehr waren. Nach rechnerischer Ausschaltung dieser Kalendereffekte stieg das kalenderbereinigte BIP im zweiten Quartal 2006 mit einem Plus von 2,4% gegenüber dem Vorjahresquartal stärker als im ersten Quartal 2006 (+ 1,8%).

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte) Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

2004 2005 2006

3. Vj 4. Vj 1. Vj 2. Vj 3. Vj 4. Vj 1. Vj 2. Vj

+ 0,8% + 0,9% - 0,6% + 1,7% + 1,4% + 1,1% + 3,1% + 1,0%

Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2006 wurde von rund 38,9 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 185 000 Personen oder 0,5% mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Erwerbslosen (internationale Abgrenzung) sank im zweiten Quartal 2006 um 651 000 Personen oder 15,9% auf rund 3,4 Millionen Personen und war damit das vierte Quartal in Folge im Vorjahresvergleich rückläufig. Der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt reduzierte sich damit deutlich von 9,6% im zweiten Quartal 2005 auf 8,1% im Berichtsquartal.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, nahm im zweiten Quartal 2006 im Vorjahresvergleich um 0,5% zu. Je Erwerbstätigenstunde gerechnet erhöhte sich die Arbeitsproduktivität dagegen um 1,9%, da die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen abnahm. Hauptgrund hierfür war die geringere Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitstage.

Auf der Entstehungsseite des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts trugen im zweiten Quartal 2006 alle Wirtschaftsbereiche mit Ausnahme der Landwirtschaft (- 0,7%) und der Dienstleister (- 0,2%) positiv zur Wirtschaftsentwicklung im Vorjahresvergleich bei. Den größten Anstieg der Bruttowertschöpfung gab es mit 2,1% im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr, was auch auf die Fußball- Weltmeisterschaft zurückzuführen ist. Auch das Baugewerbe verzeichnete nach jahrelang rückläufigen Zahlen bereits das zweite Quartal in Folge ein Plus (+ 0,5%). Im Produzierenden Gewerbe (+ 1,6%) sowie im Bereich Finanzierung und Vermietung (+ 1,4%) erhöhte sich ebenfalls die Wirtschaftsleistung. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 1,1%.

Auf der Verwendungsseite des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts im Vorjahresvergleich kamen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland positive Wachstumsimpulse. Im zweiten Quartal 2006 wurde vor allem in Ausrüstungen (+ 3,7%) und in sonstige Anlagen (+ 3,8%) mehr investiert als vor einem Jahr. Auch die Bauinvestitionen verzeichneten erneut einen Anstieg; mit 0,4% fiel dieser allerdings weniger deutlich aus als im ersten Quartal des Jahres, was nicht zuletzt auf einen besonders großen negativen Kalendereinfluss in diesem Bereich zurückzuführen ist. Lediglich die privaten Konsumausgaben gingen im Berichtsquartal leicht zurück (- 0,2%). Dieser Rückgang ist unter anderem mit der geringeren Zahl der Verkaufstage im Berichtsquartal zu begründen. Hinzu kommt, dass die Ausgaben von Ausländern im Zusammenhang mit der Fußball-WM konzeptionell keine privaten Konsumausgaben (der Inländer) darstellen, sondern als Reiseausgaben Bestandteil der Exporte von Dienstleistungen sind.

Der Außenhandel präsentierte sich weiterhin sehr dynamisch, konnte aber nicht ganz die zweistelligen Wachstumsraten des ersten Quartals 2006 erreichen: Die Exporte stiegen mit 9,3% etwas stärker als die Importe (+ 8,9%), so dass der Außenbeitrag mit 0,6%-Punkten zum BIP-Wachstum im Vorjahresvergleich beitrug.

In jeweiligen Preisen war im zweiten Quartal 2006 das Bruttoinlandsprodukt um 1,8% und das Bruttonationaleinkommen um 0,9% höher als vor einem Jahr. Das Volkseinkommen nahm um 0,6% zu. Erstmals seit 2004 nahm das Arbeitnehmerentgelt leicht zu (+ 0,5%); die Unternehmens- und Vermögenseinkommen waren im Berichtsquartal nur geringfügig höher als vor einem Jahr (+ 0,9%). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 1,1%. Die Sparquote der privaten Haushalte ging von 10,1% im zweiten Quartal 2005 leicht auf 9,8% im Berichtsquartal zurück.

Über die Erstberechnung des zweiten Quartals 2006 hinaus wurden zu diesem Termin auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse ab 2002 überarbeitet und - soweit erforderlich - revidiert. Solche laufenden Revisionen erfolgen routinemäßig, um neu verfügbare statistische Informationen schnellstmöglich einbeziehen zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt waren dies insbesondere die Ergebnisse der Unternehmensstrukturerhebungen sowie der Umsatzsteuerstatistik für das Berichtsjahr 2004. Die Neuberechnungen führten unter anderem zu einer Absenkung der Veränderungsraten des BIP (Ursprungswerte) in den Quartalen von 2004 um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte. Eine komplette Gegenüberstellung der Ergebnisse für das BIP erfolgte bereits in der Schnellmeldung zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2006 vom 14. August 2006.

Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de) abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" (Bestellnummer 2180120) sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12- ARIMA und BV 4.1" (Bestellnummer 2180130) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen sind online im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/shop kostenfrei erhältlich. Einen ausführlichen Qualitätsbericht für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen finden Sie ebenfalls kostenfrei im Internet unter http:/www.destatis.de/download/qualitaetsberichte/qualitaetsbericht_ vgr.pdf.

Weitere Auskünfte gibt: VGR-Infoteam, Telefon: (0611) 75-2626, E-Mail: bip-info@destatis.de

VGR-Infoteam | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de
http://www.destatis.de/shop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte