Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitskosten 2004 in den neuen Bundesländern um 28% unter Westniveau

12.07.2006
Im Jahr 2004 betrugen in Deutschland nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes die Arbeitskosten je geleistete Stunde im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich 28,18 Euro. In den neuen Bundesländern lagen sie mit 21,08 Euro um 28,2% unter dem Niveau des früheren Bundesgebiets (29,36 Euro).

Der Abstand zum Westniveau resultierte auch aus längeren Arbeitszeiten. Im Jahr 2004 arbeiteten Vollzeitbeschäftigte in den neuen Bundesländern mit 1 720 geleisteten Arbeitsstunden 55 Stunden oder 3,3% mehr als im früheren Bundesgebiet einschließlich Berlin (1 665 Stunden). Das lag vor allem an der längeren vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten: In den neuen Ländern war sie im Jahr 2004 mit durchschnittlich 39 Stunden und 29 Minuten um eine Stunde und 16 Minuten länger als im früheren Bundesgebiet einschließlich Berlin (38 Stunden und 13 Minuten). Entsprechend war der Abstand der Arbeitskosten je Vollzeitbeschäftigten zwischen Ost und West mit 25,8% etwas geringer als bei den Arbeitskosten je geleistete Stunde.

Nach Wirtschaftzweigen betrachtet variierte der Abstand zum Westniveau deutlich. In den von öffentlichen Arbeitgebern dominierten Wirtschaftszweigen "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung", "Erziehung und Unterricht" sowie "Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen" war der Abstand der Arbeitskosten je geleistete Stunde mit Werten zwischen 14% und 15% am geringsten, im privatwirtschaftlich geprägten Verarbeitenden Gewerbe mit 40,5% am größten. Hier spielten neben deutlich geringeren Kosten - die Arbeitskosten je Vollzeitbeschäftigten lagen um 36,0% unter Westniveau - erheblich längere Arbeitszeiten eine merkliche Rolle: Im Verarbeitenden Gewerbe der neuen Bundesländer lagen im Jahr 2004 die geleisteten Arbeitsstunden mit 7,5% am weitesten über dem Westniveau.

Die Arbeitskosten umfassen die Gesamtheit aller den Arbeitgebern im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Arbeitskräften entstehenden Aufwendungen. Dazu gehören die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer, die von den Arbeitgebern getragenen Sozialbeiträge, Kosten der beruflichen Aus- und Fortbildung und sonstige Kosten, wie Anwerbungskosten und Berufskleidung. Unter den Begriff "geleistete Arbeitsstunden" fallen nur die tatsächlich geleisteten Stunden, das heißt dass zum Beispiel Krankheits-, Feier- und Urlaubstage nicht darin enthalten sind, während geleistete Überstunden - sowohl bezahlte als auch unbezahlte - einfließen. Um Teilzeitbeschäftigte vergleichbar einzubeziehen, wurden sie entsprechend ihrer Arbeitszeit in Vollzeitarbeitsplätze umgerechnet.

Dies sind erste Ergebnisse der alle vier Jahre nach europaweit einheitlichen Standards durchgeführten Arbeitskostenerhebung. In Deutschland wurden für diese Strukturerhebung bei rund 26 000 Unternehmen im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich alle Kosten, die im Lauf des Jahres 2004 für den Faktor Arbeit angefallen sind, erfragt. Weitere Ergebnisse wird das Statistische Bundesamt Ende August im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlichen.

Weitere Auskünfte gibt: Roland Günther, Telefon: (0611) 75-3858, E-Mail: arbeitskosten@destatis.de

Roland Günther | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften