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Effizienz der Umweltnutzung hat zugenommen

30.10.2001


Wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, heute in Frankfurt am Main in der Pressekonferenz zu den "Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) 2001" mitteilte, wird die natürliche Umwelt in Deutschland im Jahr 2000 durch die wirtschaftlichen Aktivitäten, Produktion und Konsum der privaten Haushalte, weniger beansprucht als noch zu Beginn der neunziger Jahre.

Die aktuellen UGR-Ergebnisse für Deutschland zeigen:

  • Der Rohstoffverbrauch ging von 1991 bis 2000 um 1,9 % zurück,
  • der Energieverbrauch verminderte sich in diesem Zeitraum um 2,0 %,
  • die Entnahme von Wasser aus der Natur verringerte sich zwischen 1991 und 1998 um 11,4 %,
  • die Abgabe von Kohlendioxid (CO2) ist von 1990 bis zum Jahr 2000 um 15 % gesunken,
  • die Emission von Versauerungsgasen (Schwefeldioxid und Stickoxide) ging zwischen 1991
        und 1999 um 65,6 % zurück,
  • die Siedlungs- und Verkehrsfläche - die allerdings nicht mit der versiegelten Fläche gleichzusetzen ist -

        wurde hingegen zwischen 1993 und dem Jahr 2000 von 40 305 km2 auf 43 447 km2 (+ 7,8 %)
        ausgeweitet. Dies entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von 123 ha pro Tag.

Die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) stieg zwischen 1991 und 2000 preisbereinigt um 15,1 %. Wirtschaftswachstum und Naturverbrauch konnten demzufolge mit Ausnahme der Inanspruchnahme von Siedlungs- und Verkehrsfläche entkoppelt werden.

Bei der Produktion konnte sowohl beim Wasserverbrauch als auch bei der Abgabe von Kohlendioxid an die Umwelt deutlich mehr eingespart werden als beim Konsum der privaten Haushalte. So verringerte sich der Wassereinsatz in den privaten Haushalten zwischen 1991 und 1998 um 8,5 %, bei der Produktion lag der Rückgang bei 11,6 %. Die Kohlendioxidemissionen der privaten Haushalte (aus dem Energieverbrauch für private Gebäudeheizungen, Warmwasser und Kochen sowie aus dem Kraftstoffverbrauch privater Fahrzeuge) gingen zwischen 1991 und 1999 um 3,9 % zurück, während sich die CO2-Emissionen der Produktionsbereiche um 14,5 % verminderten.

Der schonendere Umgang mit der Umwelt ist zu einem großen Teil Ergebnis einer effizienteren Nutzung der natürlichen Einsatzfaktoren in den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Es gelang z.B., den spezifischen Wasserverbrauch, d.h. das Verhältnis zwischen Wassereinsatz und produzierter Gütermenge, in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zu verbessern. Besonders stark verminderte sich zwischen 1991 und 1998 der spezifische Wassereinsatz in der "Metallerzeugung und -bearbeitung" (- 42,7 %). Im "Papiergewerbe" ging der spezifische Wassereinsatz um 34,6 %, im Bereich "Glasgewerbe, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden" um 31,8 % und in der "Chemischen Industrie" um 28,4 % zurück.

Das Verhältnis von Kohlendioxidemissionen zu produzierten Gütern (spezifische CO2-Emissionen) verminderte sich vor allem bei Wirtschaftsbereichen, die zu den "großen" CO2-Emittenten gehören. Besonders hohe Rückgänge verzeichneten von 1991 bis 1999 die Bereiche "Chemische Industrie" (- 41,0 %), "Papiergewerbe" (- 36,8 %) und "Energieversorgung" (- 24,2 %). Maßgeblich für den Rückgang der spezifischen CO2-Emissionen ist der effizientere Einsatz von Energie bei der Produktion der einzelnen Güter. Daneben spielte der Strukturwandel der Wirtschaft für den Rückgang der CO2-Emissionen in der Produktion eine annähernd genauso große Rolle wie der effizientere Energieeinsatz. Zum Beispiel hat der Anteil von Dienstleistungen, die in der Regel deutlich weniger energie- bzw. CO2-intensiv sind als die Herstellung von Industrieerzeugnissen, an der Gesamtproduktion zugenommen.

Der Rückgang der Kohlendioxidemissionen in Deutschland im letzten Jahrzehnt ist nicht auf eine Verlagerung emissionsintensiver Produktionsaktivitäten in das Ausland zurückzuführen: Im Jahr 1991 war die bei der Herstellung der exportierten Güter in Deutschland angefallene Emissionsmenge um 28 Mill. t höher als die bei der Erzeugung der importierten Güter im Ausland. Bis zum Jahr 1999 hat sich dieser Saldo auf 39 Mill. t erhöht; der Emissionsüberschuss der deutschen Wirtschaft hat sich also etwas vergrößert.

Detailliertere Ergebnisse - auch zu weiteren UGR-Themenfeldern, wie z.B. Material- und Energieflüsse, Umweltschutzausgaben - enthält der Bericht "Umweltökonomische Gesamtrechnungen 2001", der im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de kostenlos heruntergeladen werden kann.

Weitere Auskünfte erteilt: Dr. Karl Schoer,
Telefon: (0611) 75–2223,


E-Mail:
karl.schoer@destatis.de

Zum Statement von Präsident Johann Hahlen 

Weitere Informationen finden Sie in der virtuellen Pressemappe

Dr. Karl Schoer | Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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