Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbraucherpreise 2005: + 2,0% gegenüber 2004

17.01.2006

Nach endgültigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Jahresdurchschnitt 2005 gegenüber 2004 um 2,0% gestiegen. Dies ist die höchste Jahresteuerungsrate seit 2001 mit ebenfalls + 2,0%, nach niedrigeren Raten in den Jahren 2004 (+ 1,6%), 2003 (+ 1,1%) und 2002 (+ 1,4%).

Neben den Erhöhungen der Tabaksteuer und der Kraftfahrzeugsteuer sind vor allem die Energiepreise für die Beschleunigung der Preisentwicklung verantwortlich. In der ersten Hälfte des Jahres wirkten sich noch ergänzende Maßnahmen der Gesundheitsreform auf die Jahresteuerungsrate aus, die Preise für Gesundheitspflege sind 2005 im Durchschnitt aber nur noch um 1,9% (2004: + 19,2%) gestiegen.

Mineralölprodukte verteuerten sich 2005 um 12,3% und wirkten im gesamten Jahr preistreibend. Auch Haushaltsenergie verteuerte sich 2005 überdurchschnittlich um 11,8%. Unter allen Energiepreisen stiegen die Preise für leichtes Heizöl am stärksten um 32,0% (Indexhöchststand im Oktober: 153,6). Ohne Einrechnung von Energie hätte die jahresdurchschnittliche Teuerung nur 1,1% betragen (darunter ohne Einrechnung von Heizöl und Kraftstoffen: + 1,5%).

Im Dezember 2005 stieg der Verbraucherpreisindex gegenüber Dezember 2004 um 2,1%. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich der Index vor allem saisonbedingt um 0,9% (geschätzt waren: 0,8%). Der Preisauftrieb hat sich zum Jahresende etwas abgeschwächt, in den Monaten November und Oktober 2005 hatte der Preisanstieg zum Vorjahr jeweils 2,3% betragen.

Auch im Dezember 2005 blieb im Jahresvergleich Energie der große Preistreiber: Die Preise für leichtes Heizöl verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat überdurchschnittlich um 33,6%. Die Kraftstoffpreise stiegen im gleichen Zeitraum deutlich um 13,7%. Haushaltsenergie kostete im Dezember 2005 deutlich mehr als im Dezember 2004 (Strom: + 4,2%; Gas: + 14,9% sowie Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: + 21,7%).

Bestimmend für den deutlichen Anstieg des Gesamtindex zum Vormonat (+ 0,9%) war - auf Grund der Saisonhöhepunkte Weihnachten und Silvester - die Erhöhung der Preise für Pauschalreisen (+ 31,3% zum November 2005) und für Beherbergungsdienstleistungen (+ 24,0%). Auch die Bahnpreise verteuerten sich zum Vormonat wegen Tarifpreisänderungen im Schnitt um 4,0%. Der leichte Rückgang der Teuerungsrate ist vor allem auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen: Die Tabaksteuererhöhung zum 1. Dezember 2004 (circa 0,3 Prozentpunkte) wirkt sich auf die Teuerungsrate im Dezember 2005 erstmals nicht mehr aus. Allerdings sind die Auswirkung der Tabaksteuererhöhungen zum 1. September 2005 noch bis August 2006 spürbar, so dass sich eine überproportionale Preissteigerung für Tabakwaren um 6,1% zeigt.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im Dezember 2005 gegenüber dem Vorjahresstand um 0,8%. Insbesondere verteuert haben sich Fische und Fischwaren (+ 2,5%), Obst (+ 5,7%) und Bohnenkaffee (+ 19,8). Verbraucherfreundlich waren dagegen die Preise für Gemüse (- 2,5%) sowie für Molkereiprodukte und Eier (- 0,6%). Im Vergleich zum November 2005 verteuerten sich die Preise für Nahrungsmittel saisonüblich um 0,9%. Dies lag in erster Linie am Anstieg der Obst- und Gemüsepreise (+ 4,7%, + 3,2%; darunter Weintrauben und Kopfsalat jeweils + 32,6%).

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland ist im Jahresdurchschnitt 2005 um 1,9% gestiegen. Im Dezember 2005 erhöhte sich der harmonisierte Verbraucherpreisindex gegenüber Dezember 2004 um 2,1%. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 1,0%. Die Schätzung vom 23. Dezember 2005 wurde damit bestätigt.

Weitere Auskünfte erhalten Sie über unsere Service-Nummer, Telefon: (0611) 75-4777, E-Mail: verbraucherpreisindex@destatis.de

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Heizöl Nahrungsmittel Verbraucherpreisindex

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften