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Verbrauchsstichprobe belegt steigende Energie-Ausgaben

22.09.2005

Heiz- und Stromkosten sowie Aufwendungen für Kraftstoffe erhöhten sich für die Privathaushalte in Deutschland in den Jahren 1998 bis 2003 um mehr als ein Viertel (+ 26%). Das belegt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2003, die größte detaillierte Erhebung der Einkommens- und Konsumsituation mit einer Stichprobe von rund 53 000 Haushalten, deren Auswertung das Statistische Bundesamt soeben fertig gestellt hat. Betrugen die Energieausgaben der Privathaushalte nach der EVS des Jahres 1998 noch durchschnittlich 160 Euro monatlich, so lagen sie im Jahr 2003 bei 202 Euro.

Im Jahr 2003 lagen die Konsumausgaben eines Durchschnittshaushalts in Deutschland bei 2 177 Euro monatlich. Das waren rund 6% mehr als fünf Jahre zuvor. Die mit Abstand höchsten Beträge gaben die Haushalte nach wie vor für das Wohnen aus. Dafür wurden durchschnittlich 697 Euro monatlich aufgewendet (1998: 657 Euro). Das war - wie bereits 1998 - jeder dritte konsumierte Euro. Der Anstieg der Wohnkosten zwischen 1998 und 2003 lag weniger an höheren Mieten (die Mietausgaben stiegen von durchschnittlich 501 Euro auf 515 Euro monatlich) als vielmehr an höheren Wohnenergiekosten: Hier lag die Steigerung bei 25%, von 96 Euro auf 120 Euro monatlich.

Die Verkehrsausgaben stiegen innerhalb dieser fünf Jahre von monatlich 278 Euro auf 305 Euro und lagen mit 14% Anteil am Konsumbudget gemeinsam mit den Ausgaben für Nahrungsmittel an zweiter Stelle der Konsumausgaben. Der Anstieg der Verkehrsausgaben von durchschnittlich 278 Euro auf 305 Euro monatlich ging hauptsächlich auf die Kraftstoffe zurück: Im Jahr 2003 gab der Durchschnittshaushalt dafür 28% mehr aus als 1998 (82 Euro gegenüber 64 Euro monatlich).

Die EVS ermittelt das Haushaltseinkommen nach einem umfassenden Einkommensbegriff: Dazu gehören das Erwerbseinkommen, öffentliche Transferzahlungen wie Renten, Kinder- und Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, nicht-öffentliche Transferzahlungen wie Versicherungsleistungen und Unterhaltszahlungen sowie Vermögenseinnahmen wie Zinsen, Mieteinnahmen und - eine wesentliche Größe - auch fiktive Mieten durch selbst genutztes Wohneigentum. Dies alles von allen Haushaltsmitgliedern zusammengerechnet ergibt das Haushaltsbruttoeinkommen. Durch Abzug der Steuern auf Einkommen, des Solidaritätszuschlages und der Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung für alle Haushaltsmitglieder ergibt sich das Haushaltsnettoeinkommen. Werden dazu die Einnahmen aus dem Verkauf von Waren (etwa des Gebrauchtwagens) und sonstige Einnahmen (bis hin zum erstatteten Flaschenpfand) addiert, ergibt sich das verfügbare Einkommen im Sinne der EVS. Das so errechnete verfügbare Einkommen der privaten Haushalte betrug im Jahr 2003 durchschnittlich 2 885 Euro monatlich. Das sind 8% mehr als die 2 664 Euro des Jahres 1998.

Während das verfügbare Einkommen zwischen 1998 und 2003 stieg, ging der Konsumanteil von 77,4% auf 75,5% zurück. Auch die Sparquote sank von 11,9% auf 11,1%, obwohl die Haushalte im Jahr 2003 mit 321 Euro monatlich fünf Euro mehr auf die hohe Kante legten als 1998. Am stärksten wuchsen im Vergleich zu den Konsumausgaben und den Ersparnissen die Aufwendungen für Nicht-Konsumzwecke, das sind unter anderem Versicherungsbeiträge, sonstige Steuern und Kreditzinsen sowie Unterhaltszahlungen. Im Durchschnitt erhöhten sich diese Ausgaben von 288 Euro auf 386 Euro je Haushalt und damit binnen fünf Jahren um 34%. Der Anteil dieser Ausgaben am verfügbaren Einkommen stieg in diesem Zeitraum von 10,8% auf 13,4%.

Weitere Auskünfte gibt: Zweigstelle Bonn, Auskunftsdienst Wirtschaftsrechnungen und Zeitbudgets Telefon: (01888) 644 - 8880, E-Mail: viiid-info@destatis.de

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