Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sozialhilfeausgaben 2000 netto bei 40,8 Mrd. DM Hilfe zum Lebensunterhalt rückläufig

28.08.2001


Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2000 in Deutschland brutto 45,6 Mrd. DM für Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz ausgegeben, 1,5 % mehr als 1999. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 4,8 Mrd. DM, die den Sozialhilfeträgern zum größten Teil aus Erstattungen anderer Sozialleistungsträger zuflossen, beliefen sich die Sozialhilfeausgaben netto auf 40,8 Mrd. DM (+ 2,2 % gegenüber dem Vorjahr). Auf das frühere Bundesgebiet entfielen 35,5 Mrd. DM der Netto-Sozialhilfeausgaben (+ 2,1 %), auf die neuen Länder 5,3 Mrd. DM (+ 3,3 %).

Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden 17,1 Mrd. DM ausgegeben (- 1,6 % gegenüber 1999). Dagegen stiegen die Nettoausgaben für die Hilfe in besonderen Lebenslagen im Jahr 2000 auf 23,7 Mrd. DM (+ 5,2 % gegenüber dem Vorjahr). Darunter sind die Leistungen zur Eingliederung behinderter Menschen mit 16,3 Mrd. DM (+ 7,3 %) von Bedeutung sowie die Leistungen für Pflegebedürftige, die so genannte "Hilfe zur Pflege" mit insgesamt 4,5 Mrd. DM.

Durch die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 gingen die Sozialhilfeausgaben für die Hilfe zur Pflege bis einschließlich 1998 kontinuierlich zurück. Seitdem blieben die Nettoausgaben für diese Hilfeart weitgehend konstant (2000 rund 4,5 Mrd. DM). Seit dem 1. April 1995 kommt die Pflegeversicherung für Leistungen der häuslichen Pflege und seit dem 1. Juli 1996 auch für Leistungen der stationären Pflege auf.

Für die Sozialhilfe wurden im Jahr 2000 je Einwohner in Deutschland durchschnittlich 497 DM netto ausgegeben. Im früheren Bundesgebiet waren es mit 531 DM je Einwohner wesentlich mehr als in den neuen Ländern und Berlin-Ost (351 DM). Die mit Abstand höchsten Pro-Kopf-Ausgaben hatten im Jahr 2000 die drei Stadtstaaten Bremen (1 142 DM), Hamburg (1 055 DM) und Berlin (972 DM). Die geringsten Ausgaben je Einwohner wurden im früheren Bundesgebiet in Baden-Württemberg und Bayern mit 346 DM bzw. 369 DM festgestellt. In den neuen Ländern waren in Sachsen (241 DM) und Thüringen (278 DM) die Pro-Kopf-Ausgaben am niedrigsten.

Asylbewerber und sonstige nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Berechtigte erhalten seit 1. November 1993 anstelle der Sozialhilfe Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Im Jahr 2000 betrugen in Deutschland die Bruttoausgaben für Asylbewerberleistungen 3,8 Mrd. DM und lagen damit um 8,0 % niedriger als im Vorjahr. Der größte Teil dieses Betrages in Höhe von 2,9 Mrd. DM entfiel auf die Deckung des notwendigen Bedarfs der o.a. Personen an Unterkunft, Kleidung, Essen etc. Daneben wurden besondere Leistungen, z.B. bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt, in Höhe von rund 0,9 Mrd. DM gewährt. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 0,2 Mrd. DM ergaben sich Nettoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Höhe von 3,6 Mrd. DM, 8,0 % weniger als im Vorjahr. Der überwiegende Teil dieser Ausgaben entfiel mit 3,1 Mrd. DM auf das frühere Bundesgebiet (- 7,7 %). Die übrigen 0,5 Mrd. DM wurden in den neuen Ländern und Berlin-Ost aufgewendet (- 9,6 %).

Nähere Angaben zu den Sozialhilfeausgaben (netto) enthält die nachstehende Tabelle:

Ausgaben nach dem Bundessozialhilfegesetz (Netto)

Jahr
________

Land

Ausgaben der Sozialhilfe (netto)

Insgesamt

davon

Hilfe zum
Lebens-
unterhalt

Hilfe in
beson-
deren
Lebens-
lagen

darunter

Einglie-
derungs-
hilfe für
Behinderte

Hilfe zur
Pflege

Mill. DM

DM je
Einwohner

Mill. DM

Deutschland

1991

30 316

379

x

x

x

x

1992

35 037

438

x

x

x

x

1993

40 184

495

x

x

x

x

1994 a)

40 493

497

14 000

26 493

11 329

12 907

1995

42 613

522

15 689

26 924

12 069

12 251

1996

40 978

500

16 387

24 590

12 569

9 433

1997

38 677

472

17 609

21 068

13 462

4 906

1998

39 676

484

18 184

21 492

14 098

4 468

1999

39 909

487

17 326

22 584

15 165

4 537

2000

40 805

497

17 057

23 748

16 276

4 514

2000 nach Ländern

Baden-Württemberg

3 619

346

1 370

2 249

1 465

509

Bayern

4 471

369

1 387

3 083

2 200

589

Berlin

3 298

972

1 718

1 580

809

400

  Berlin-West

2 192

1 033

1 282

910

441

305

  Berlin-Ost

1 106

870

437

670

368

95

Brandenburg

857

331

314

543

459

40

Bremen

761

1 142

401

359

213

74

Hamburg

1 795

1 055

777

1 018

544

237

Hessen

3 511

581

1 558

1 953

1 264

416

Mecklenburg-
  Vorpommern


652


363


295


357


286


31

Niedersachsen

4 370

555

1 797

2 573

1 906

343

Nordrhein-Westfalen

10 612

590

4 527

6 085

4 191

1 246

Rheinland-Pfalz

1 780

442

623

1 157

837

220

Saarland

602

561

307

2 941

210

46

Sachsen

1 077

241

551

526

427

51

Sachsen-Anhalt

972

365

425

547

445

44

Schleswig-Holstein

1 744

630

754

990

655

228

Thüringen

683

278

249

434

363

41

nachrichtlich:

 

 

 

 

 

 

Früheres Bundesgebiet

35 458

Thomas Haustein | Mitteilung für die Presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>