Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TEIL 1: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2005

24.05.2005


Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 12. Mai mitgeteilt hat, ist das Bruttoinlandsprodukt, der Wert der in Deutschland erwirtschafteten Leistung, im ersten Quartal 2005 gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt deutlich um 1,0% gestiegen, und damit so stark wie seit dem ersten Quartal 2001 nicht mehr.

Die wirtschaftliche Belebung im Berichtsquartal gegenüber dem vierten Quartal 2004 wurde ausschließlich vom Außenhandel getragen: Während die Exporte kräftig zulegten (+ 2,9%), gingen die Importe zurück (- 1,4%), so dass der Exportüberschuss (Außenbeitrag) ein deutliches Plus aufwies (Wachstumsbeitrag von 1,6%-Punkten). Die inländische Verwendung ging dagegen im Vergleich zum Vorquartal um 0,6% zurück, da sowohl die privaten und die staatlichen Konsumausgaben (jeweils - 0,2%) als auch die Vorratsveränderungen (negativer Wachstumsbeitrag von 0,1%-Punkten) leicht und die Bruttoanlageinvestitionen (- 1,7%) sogar deutlich nach unten zeigten. Insbesondere in Bauten (- 3,9%) wurde spürbar weniger investiert als im Vorquartal. Lediglich die gestiegenen Investitionen in Ausrüstungen (+ 0,9%) und in sonstige Anlagen (+ 0,9%, größtenteils bestehend aus Computersoftware und Urheberrechten) verhinderten einen noch stärkeren Rückgang der inländischen Verwendung.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im Vergleich zum ersten Quartal 2004 blieb die Wirtschaftsleistung im Berichtsquartal preisbereinigt unverändert (0,0%). Rechnet man allerdings den stark negativen Kalendereffekt - im ersten Quartal 2005 standen zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung als im ersten Quartal 2004 - heraus, so wäre die Wirtschaft auch im Vorjahresvergleich um 1,1% gewachsen.

Die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2005 wurde von rund 38,6 Mill. Erwerbstätigen erbracht, das waren 203 000 Personen oder 0,5% mehr als ein Jahr zuvor. Die Erwerbslosigkeit (internationale Abgrenzung) stieg im ersten Quartal 2005 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 160 000 Personen oder 3,9% auf 4,3 Mill. Personen. Der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt erhöhte sich damit von 9,6% im ersten Quartal 2004 auf 9,9% im Berichtsquartal.

Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, ging im Vorjahresvergleich im ersten Quartal 2005 um 0,5% zurück; je Erwerbstätigenstunde nahm sie dagegen auf Grund des Rückgangs der geleisteten Arbeitsstunden um 1,3% zu. Neben Witterungseinflüssen hat sich arbeitszeitvermindernd ausgewirkt, dass zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im ersten Quartal 2004 und die Teilzeitbeschäftigung weiter zugenommen hat.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts sorgten die Bereiche Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister (+ 1,7%), Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 0,7%) sowie Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe (+ 0,6%) für positive Impulse. Dagegen war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im ersten Quartal 2005 gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 0,1%), den öffentlichen und privaten Dienstleistern (- 0,1%) sowie insbesondere im Baugewerbe (- 12,9%) rückläufig.

Die Verwendungsseite des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts im Vorjahresvergleich ist gekennzeichnet durch einen kräftigen Anstieg der Exporte (+ 4,6%) bei weniger stark zunehmenden Importen (+ 2,3%). Die daraus resultierende Zunahme des Exportüberschusses trug mit 1,0%-Punkten zum Wirtschaftswachstum bei. Dieser positive Wachstumsimpuls wurde jedoch durch den Rückgang der inländischen Verwendung (- 1,1%) vollständig kompensiert, da sowohl die privaten Konsumausgaben (- 0,8%) als auch die Bruttoanlageinvestitionen (- 4,1%) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres blieben. Lediglich die staatlichen Konsumausgaben nahmen leicht zu (+ 0,4%), während die Vorratsveränderungen wachstumsneutral waren. Innerhalb der Bruttoanlageinvestitionen wurde zwar in Ausrüstungen (+ 3,9%) und in sonstige Anlagen (+ 2,6%, vor allem Computersoftware und Urheberrechte) wesentlich mehr investiert als vor einem Jahr, der mit 10,7% drastische Rückgang der Bauinvestitionen führte dennoch zu den insgesamt rückläufigen Bruttoanlageinvestitionen.

In jeweiligen Preisen war im ersten Quartal 2005 das Bruttoinlandsprodukt um 0,5% und das Bruttonationaleinkommen um 1,1% höher als vor einem Jahr. Die Differenz ist vor allem auf einen positiven Saldo der grenzüberschreitenden Vermögenseinkommen als größte Einzelposition der Primäreinkommen mit der übrigen Welt zu erklären. Das Volkseinkommen nahm um 1,3% zu. Die Arbeitnehmerentgelte gingen im Berichtsquartal zurück (- 0,4%), wohingegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen merklich anstiegen (+ 4,8%). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte hat sich im ersten Quartal 2005 um 0,8% erhöht. Die Sparquote der privaten Haushalte stieg leicht von 14,0% im ersten Vierteljahr 2004 auf 14,3% im Berichtsquartal.

Die Ergebnisse für das erste Quartal 2005 wurden erstmals auf der Grundlage der revidierten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ermittelt. Für die Jahre und Quartale bis 2004 bleiben die am 28. April 2005 vom Statistischen Bundesamt erstmals veröffentlichten revidierten Ergebnisse unverändert.

Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet (http://www.destatis.de) abgerufen werden. Dort finden Sie auch nähere Informationen zur Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 2005. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" (Bestellnummer 2180120) sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X- 12-ARIMA und BV4.1" (Bestellnummer 2180130) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht. Sämtliche Ergebnisse der VGR-Revision für die Jahre 1991 bis 2004 finden Sie zudem in den beiden Sonderbänden S.25 (Vierteljahre) und S.26 (Jahre) der Fachserie 18. Diese Veröffentlichungen sind online im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/shop kostenfrei erhältlich.

Weitere Auskünfte gibt: VGR-Infoteam, Telefon: (0611) 75-2626, E-Mail: vgr-bip-auskunft@destatis.de

VGR-Infoteam | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie