Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reallöhne und -gehälter im ersten Quartal 2001 in Deutschland leicht gesunken und in Frankreich deutlich gestiegen

06.07.2001


Für den deutsch-französischen Vergleich wurden vom Statistischen Bundesamt und vom französischen Statistischen Zentralamt (INSEE) Indikatoren zur kurzfristigen Lohnentwicklung konzipiert. Sie werden quartalsweise zeitgleich in Wiesbaden und Paris veröffentlicht.

Im ersten Quartal 2001 lagen die Indizes der Monatslöhne/-gehälter für die Arbeiter und die Angestellten in der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland um 2,4 % und in Frankreich um 2,2 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Verbraucherpreise stiegen in Deutschland in diesem Zeitraum um 2,5 % und in Frankreich um 1,3 %. Die Reallöhne gingen daher in Deutschland erstmals seit Ende 1997, wenn auch nur leicht, zurück (- 0,1 %). In Frankreich nahmen sie dagegen erstmals seit vier Quartalen wieder deutlich zu (+ 0,9 %).

Die in Deutschland seit Jahren nahezu unveränderte tarifliche Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 37,0 Stunden betrug in Frankreich im ersten Quartal 1999 noch 38,6 Stunden. Sie ist seitdem verkürzt worden auf 37,7 Stunden im ersten Quartal 2000 und weiter auf 36,6 Stunden im ersten Quartal 2001. Bei vollem Lohnausgleich für die Arbeitszeitverkürzung stiegen daher in Frankreich die Stundenlöhne/ -gehälter binnen Jahresfrist mit 4,6 % wesentlich stärker als in Deutschland (+ 2,4 %).

Die dargestellten Indizes basieren in Deutschland auf Auswertungen der Tarifverträge, in Frankreich auf einer vierteljährlichen Erhebung bei Betrieben mit 10 und mehr Beschäftigten (ACEMO). Einbezogen werden die Wirtschaftsbereiche Produzierendes Gewerbe, Handel, Transport und Nachrichtenübermittlung sowie Kredit- und Versicherungsgewerbe. Als Löhne/Gehälter werden in Deutschland die tariflichen Grundlohn-/-gehaltssätze nachgewiesen, in Frankreich die bezahlten Basislöhne und -gehälter, jeweils ohne Zulagen und Prämien sowie Einmalzahlungen. Die Indizes werden für eine konstante Arbeitnehmerstruktur berechnet (Laspeyres-Indizes).

Nähere Erläuterungen zur Methodik siehe: "Wirtschaft und Statistik" Heft 1/2001 und
"Courrier des statistiques" no 94.

Entwicklung der Lohn-/Gehaltsindizes
in Deutschland und Frankreich
in %

Jahr/
Quartal

Veränderung gegenüber dem Vorjahr bzw. dem Berichtsquartal im Vorjahr

Index der Monatslöhne/-gehälter

Index der


Stundenlöhne/-gehälter

nominal

real

nominal

Deutschland

Frankreich

Deutschland

Frankreich

Deutschland

Frankreich

1996

3,2

2,4

1,7

0,4

3,9

2,5

1997

1,5

2,3

- 0,4

1,1

1,6

2,4

1998

1,9

1,9

1,0

1,1

2,0

2,1

1999

2,6

1,6

2,0

1,1

2,8

2,3

2000

2,4

1,7

0,4

0,0

2,4

4,7

1996

1.

4,8

2,3

3,3

0,0

5,8

2,3

2.

3,4

2,4

2,0

0,0

4,4

2,5

3.

2,7

2,5

1,3

0,8

3,5

2,6

4.

1,9

2,5

0,4

0,8

2,0

2,6

1997

1.

1,5

2,4

- 0,2

1,2

1,6

2,5

2.

1,7

2,3

0,1

1,3

1,8

2,3

3.

1,5

2,3

- 0,7

1,0

1,6

2,4

4.

1,4

2,2

- 0,7

1,2

1,4

2,4

1998

1.

1,5

2,1

0,3

1,1

1,6

2,3

2.

1,9

1,9

0,5

0,9

2,0

2,1

3.

2,1

1,8

1,5

1,2

2,2

2,0

4.

2,1

1,6

1,7

1,3

2,2

1,9

1999

1.

2,2

1,6

2,0

1,6

2,4

2,0

2.

2,6

1,6

2,1

1,1

2,8

2,1

3.

2,8

1,5

2,2

1,0

3,0

2,3

4.

2,9

1,6

1,9

0,6

3,0

2,8

2000

1.

2,5

1,6

0,7

0,1

2,5

3,9

2.

2,2

1,6

0,6

0,1

2,2

4,8

3.

2,3

1,8

0,2

- 0,1

2,4

5,1

4.

2,4

1,9

0,1

0,0

2,4

5,0

2001

1.

2,4

2,2

- 0,1

0,9

2,4

4,6

Quellen: Frankreich : Erhebung ACEMO des Ministeriums für Beschäftigung und Solidarität
           Deutschland : Tarifstatistik des Statistischen Bundesamtes; Sonderauswertung


Weitere Auskünfte erteilen:
Dirk Heinlein,
Telefon: (0611) 75-2442
E-Mail:
dirk.heinlein@statistik-bund.de

Sabine Guillaume,
Telefon: (0033) 14117 5464,
E-Mail:
sabine.guillaume@insee.fr


| Statistisches Bundesamt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie