Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Belastung der privaten Haushalte durch die gestiegenen Rohölpreise

24.11.2004


Die stark gestiegenen Rohölpreise dürften das Budget der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2004 schätzungsweise mit ca. 2,4 Mrd. Euro Mehrkosten für Brenn- und Kraftstoffe belasten. Dies ergab eine Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.


Von Januar bis September 2004 sind die Rohölpreise auf Euro-Basis um durchschnittlich 33% – auf US-Dollar-Basis sogar um 44% – gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt gestiegen, was zu erhöhten Kraftstoff- und Heizölpreisen führte.

Die Verbraucherpreise für diese Produkte sind allerdings bis September lediglich um 4,6 bzw. 9,6% gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt gestiegen. Der im Vergleich zu den Rohölpreisen niedrigere Anstieg dieser Verbraucherpreise ist vor allem auf die sehr hohe Steuerkompo­nente zurück zu führen: Da die Mineralöl- und Ökosteuer mengenabhängig erhoben werden, bleibt dieser Kostenbestandteil konstant und wirkt sich daher bei einer Verteuerung des Grundstoffs Rohöl dämpfend auf die Verbraucherpreise von Kraftstoffen und Heizöl aus.


Zwei weitere Faktoren mildern derzeit noch die Auswirkungen der gestiegenen Rohölpreise am Weltmarkt auf die deutschen Haushalte: Der gestiegene Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar wirkt preisdämpfend auf die Einkaufspreise für Rohöl – anders als bei der Energieverteuerung 1999/2000. Damals waren die Rohölpreise auf US-Dollar Basis um knapp 60%, auf Euro-Basis dagegen – wegen der seinerzeitigen Schwäche des Euro – um mehr als 80% gestiegen. Außerdem haben die gestiegenen Rohölpreise im Jahr 2004 noch nicht zu Anpassungen der Gaspreise bei den Verbrauchern geführt; die Ausgaben für Erdgas betrugen im Vorjahr rund 13,9 Mrd. Euro und machten damit fast ein Viertel der Ausgaben für Mineralöle und Gase aus.

Eine noch stärkere Belastung der Haushalte auf Grund der gestiegenen Rohölpreise haben die Verbraucher selbst abgewendet: Nach der Teuerungs­welle 1999/2000 haben sie erheblich bei Brenn- und Kraftstoffen gespart, einerseits durch Einschränkung der mengenmäßigen Nach­frage, andererseits durch verstärkte Nachfrage nach preiswerteren und effizienteren Energieträgern. So wurde vermehrt Dieselkraftstoff anstatt der Ottokraftstoffe nach­gefragt und beim Heizen hat Erdgas das Heizöl weiter zurück gedrängt. Im Jahr 2003 lag so die nachgefragte Kraftstoffmenge um 10% unter dem Niveau von 2000. Diese Einsparungen dürften wesentlich dazu beitragen, dass die Belastungen der privaten Haushalte im Jahr 2004 mit ca. 2,4 Mrd. Euro sehr viel geringer ausfallen werden, als bei der letzten Teuerungswelle: Im Jahr 2000 mussten die Haushalte trotz Einsparungen fast 9 Mrd. Euro mehr für Mineralölprodukte aufwenden als im Vorjahr.

Weitere Auskünfte gibt: Helmut Mayer, Tel.: 0611-75-2784, E-Mail: helmut.mayer@destatis.de

Helmut Mayer | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de/allg/d/veroe/proser4fvgr_d.htm
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Erdgas Kraftstoff Rohöl Rohölpreis Verbraucherpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie