Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rund fünf Millionen Tonnen Abfallimporte - Tendenz weiter steigend

20.10.2004


Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht Statistik für das Jahr 2003



Die Menge der im Jahr 2003 importierten genehmigungspflichtigen Abfälle ist mit 4,9 Millionen (Mio.) Tonnen (t) - wie schon in den Jahren zuvor - erneut deutlich gestiegen. Gegenüber dem Jahre 2002 stiegen die Abfallimporte um eine Million Tonnen. Die Ende des vergangenen Jahres durch das UBA abgegebene Prognose hat sich somit bestätigt. Der Export genehmigungspflichtiger Abfälle - er betrug 0,9 Mio. Tonnen - ist dagegen in den vergangenen Jahren in der Tendenz fallend.

... mehr zu:
»Abfallimport »Ausfuhr »Einfuhr


Die Prognose für das Jahr 2004 lässt darauf schließen, dass immer noch keine Sättigung des Marktes bei Importen erkennbar ist. Beim Export wird erwartet, dass die Millionengrenze wieder überschritten wird. Fünf Monate nach dem Beitrittstermin der neuen EU-Mitgliedstaaten hat die neue Rechtslage noch nicht zu auffälligen Veränderungen bei der Ausfuhr in oder die Einfuhr aus diesen Staaten geführt.

Importiert wurden beispielsweise 1,7 Mio. t gemischte Materialien wie Sortierreste und gemischte Verpackungsabfälle, 470.000 t behandeltes Holz, 310.000 t Rückstände aus Abfallverbrennungsanlagen, 260.000 t Klärschlamm, 270.000 t Schlacken aus der Eisen- und Stahlindustrie, 270.000 t Hühnertrockenkot, 150.000 t Rückstände aus der Aluminiumerzeugung, 50.000 t Altöl sowie 100.000 Tonnen gemischter Hausmüll. Ursprungsländer dieser Abfälle sind vor allem die Niederlande (2,6 Mio. t) und Belgien (600.000 t). Die Einfuhr aus nicht-europäischen Staaten ist dagegen mit rund 10.000 t gering.

Exportiert wurden unter anderem 310.000 t behandeltes Holz, 180.000 t Schlacken mit gefährlichen Inhaltsstoffen, 90.000 t Rückstände aus der Rauchgasreinigung und 35.000 t gemischter Hausmüll. Hauptabnehmerländer sind Frankreich (300.000 t) sowie Italien (210.000 t). Der Export in nicht-europäische Staaten ist sehr gering. Der Export in weniger entwickelte Länder ist seit 1998 verboten.

Genehmigungspflichtig sind vor allem gefährliche Abfälle sowie alle Abfälle, die in der europäischen Abfallverbringungsverordnung nicht ausdrücklich als "nicht notifizierungspflichtig" benannt sind.

Zum Vergleich: Die Außenhandelsstatistik weist zu nicht genehmigungspflichtigen Abfällen für 2003 einen Exportüberschuss aus - die Ausfuhren betragen 15,3 Mio. t gegenüber 10,3 Mio. t Einfuhren. Dazu kommen verwandte Materialien wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie mit einer relativ ausgeglichenen Bilanz von jeweils etwa. 4 Mio. t. Der grenzüberschreitende Handel mit Gebrauchtgütern summiert sich auf 1,4 Mio. t Export und 200.000 t Import, soweit statistisch erfasst.

Abfall zur Verwertung unterliegt im europäischen Binnenmarkt dem Grundsatz der Warenverkehrsfreiheit. Über zwingende Erfordernisse (z.B. des Umweltschutzes) hinaus darf die grenzüberschreitende Verbringung daher keinen weiteren Einschränkungen unterliegen. Auch in den Einfuhrstaaten vorhandene fortschrittliche Entsorgungstechniken und in grenznahen Gebieten die Nähe zu geeigneten ausländischen Entsorgungsanlagen können den Transport für Abfälle zur Beseitigung über die Grenze rechtfertigen. Am Beispiel Niederlande ist ersichtlich, dass auch die Erhebung hoher Gebühren dazu führen kann, dass günstigere Entsorgungsmöglichkeiten in Deutschland in Anspruch genommen werden.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Abfallimport Ausfuhr Einfuhr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie