Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sozialhilfeausgaben im Jahr 2003 netto um 3,0% gestiegen

20.10.2004


Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2003 in Deutschland brutto 25,6 Mrd. Euro für die Gesamtleistungen nach dem Bundessozial­hilfegesetz (d.h. für die Hilfe zum Lebensunterhalt und für die Hilfe in besonderen Lebenslagen) ausgegeben; dies entspricht einer Steigerung um 3,8% gegenüber dem Vorjahr.



Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von 3,0 Mrd. Euro, die den Sozialhilfe­trägern zum größten Teil aus Erstattungen anderer Sozialleistungsträger zuflossen, betrugen die Sozialhilfeausgaben netto 22,6 Mrd. Euro (+ 3,0% gegenüber 2002).



Die Kommunen haben dabei im Jahr 2003 für die Hilfe zum Lebensunterhalt netto 8,7 Mrd. Euro ausgegeben, dies entspricht einem Rückgang von 0,2% gegenüber dem Jahr 2002. Der leichte Ausgabenrückgang bei dieser Hilfeart ist insbesondere auf das zum 1. Januar 2003 in Kraft getretene „Gesetz über eine bedarfsorientierte Grund­sicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“ (GSiG) zurückzuführen. Dieses neue Sozialleistungsgesetz sieht für über 65-Jährige sowie für dauerhaft voll erwerbsge­minderte Personen ab 18 Jahren eine eigenständige Leistung vor, welche den grund­legenden Bedarf für den Lebensunterhalt sicher stellt. Ohne Einführung des GSiG wären die Ausgaben für die Hilfe zum Lebensunterhalt gestiegen, da die Zahl der unter 65-jährigen Sozialhilfeempfänger, die keinen Anspruch auf Leistungen nach dem GSiG haben, zwischen Ende 2002 und Ende 2003 deutlich zugenommen hat.

Die Nettoausgaben für die Hilfe in besonderen Lebenslagen betrugen im Jahr 2003 13,8 Mrd. Euro (+ 5,1% gegenüber dem Vorjahr). Darunter sind insbesondere die Eingliederungshilfen für behinderte Menschen mit 9,6 Mrd. Euro (+ 5,8%) und die Leistungen für Pflegebedürftige, die so genannte "Hilfe zur Pflege" mit 2,4 Mrd. Euro (+/– 0,0%) sowie die Hilfe bei Krankheit mit 1,5 Mrd. Euro (+ 9,2%) von Bedeutung.

Je Einwohner wurden für die Sozialhilfe im Jahr 2003 durchschnittlich 274 Euro netto ausgegeben. In Westdeutschland (ohne Berlin) waren es mit 277 Euro je Einwohner wesentlich mehr als in Ostdeutschland (ohne Berlin) mit 190 Euro. Die mit Abstand höchsten Pro-Kopf-Ausgaben hatten im Jahr 2003 die drei Stadtstaaten Bremen (609 Euro), Berlin (543 Euro) und Hamburg (516 Euro). Die geringsten Ausgaben je Ein­wohner wurden in den alten Ländern in Baden-Württemberg und Bayern mit 185 Euro bzw. 209 Euro festgestellt. In den neuen Ländern waren in Sachsen (158 Euro) und Thüringen (179 Euro) die Pro-Kopf-Ausgaben am niedrigsten.

Nähere Angaben zur Entwicklung und aktuellen Struktur der Sozialhilfeausgaben (netto) enthält die nachstehende Tabelle.

Weitere Ergebnisse zeigt die Tabelle: Ausgaben nach dem Bundessozialhilfegesetz (netto)

Weitere Auskünfte erteilen:
Zweigstelle Bonn, Andrea Wolff, Telefon: (01888) 644-8164,
Thomas Haustein, Telefon: (01888) 644-8134, E-Mail: sozialhilfe@destatis.de

Andrea Wolff | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: GSiG Lebensunterhalt Pro-Kopf-Ausgabe Sozialhilfeausgabe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik