Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steuerdaten für Wissenschaft erschlossen - Mikrodaten der Lohn- und Einkommensteuerstatistik für Auswertung frei

06.08.2004


Analysen zu Auswirkungen der Einkommensbesteuerung und zur Einkommensverteilung werden zukünftig für die Wissenschaft einfacher und kostengünstiger. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben mit dem Projekt "Scientific Use File faktisch anonymisierte Einkommensteuerstatistik" (FAST) Einzeldaten der Einkommensteuerstatistik so anonymisiert, dass sie den strengen Anforderungen des gesetzlichen Datenschutzes genügen und der Wissenschaft in größerem Umfang zur Verfügung gestellt werden können. Das Verfahren wurde in Abstimmung mit dem Bundesministerium der Finanzen in den Forschungsdatenzentren der Statistischen Ämter entwickelt und getestet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Forschungsdatenzentren des Statistischen Bundesamts und der Statistischen Landesämter mit 4,1 Millionen Euro.

Die wissenschaftliche Auswertung der Daten soll zur Weiterentwicklung des Steuer- und Sozialtransfersystems beitragen. Bisher war die Analyse im Regelfall auf tabellarische Auswertungen beschränkt. Die steuerstatistischen Mikrodaten konnten dagegen für Forschung und wissenschaftliche Politikberatung nicht im wünschenswerten Umfang genutzt werden. Mit FAST erhält die Wissenschaft nun eine datenschutzkonforme Form des Zugangs zu diesen Daten.

Bei dem jetzt zur Verfügung gestellten Datensatz handelt es sich um eine repräsentative zehnprozentige Stichprobe der Einkommensteuer-Veranlagungen des Jahres 1998. Jeder der nahezu drei Millionen Einzeldatensätze enthält umfangreiche Informationen aus dem Besteuerungsverfahren: Neben den Einkommensquellen, den Sonderausgaben, den außer-gewöhnlichen Belastungen und der festgesetzten Einkommensteuer sind verschiedene demographische Merkmale (wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Kinderzahl) in den Datensätzen enthalten. Der wissenschaftlichen Forschung bietet sich damit erstmals die Möglichkeit, steuerliche Fragestellungen, wie etwa die Auswirkungen von Steuerrechtsänderungen und Steuerreformvorschlägen, zu untersuchen. Auch liegen detaillierte Informationen vor, mit denen die Zusammensetzung hoher Einkommen, die aus anderen Statistiken bisher nicht zu ermitteln waren, analysiert werden kann. Die Bereitstellung von solchen steuerlichen Scientific-Use-Files schafft für die empirische Wirtschafts- und Sozialforschung in Deutschland international vergleichbare Bedingungen. Erhebliche Verbesserungen ergeben sich auch für die wissenschaftliche Politikberatung bei der Weiterentwicklung des Steuer- und Sozialtransfersystems.

Anträge zur Nutzung der faktisch anonymisierten Lohn- und Einkommensteuerstatistik 1998 für Vorhaben der unabhängigen wissenschaftlichen Forschung unter den Voraussetzungen des §16 Abs. 6 des Bundesstatistikgesetzes können bei den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder gestellt werden. Antragsvordrucke stehen im Internet unter www.forschungsdatenzentrum.de zum Download bereit. Die Daten werden zum Preis von 65 Euro zur Verfügung gestellt.



Weitere Informationen erhalten Sie bei:


Forschungsdatenzentren der
Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
Thomas Wende, Telefon: +49(0)611-75-4231

Sebastian Scharnhorst, Telefon +49(0)211 9449-2604
Dr. Daniel Vorgrimler, Telefon: +49(0)611-75-3486
E-Mail: forschungsdatenzentrum@destatis.de
E-Mail: forschungsdatenzentrum@lds.nrw.de

| Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de
http://www.forschungsdatenzentrum.de

Weitere Berichte zu: Einkommensteuerstatistik FAST Mikrodaten Politikberatung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften