Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrie erzielte 2002 53 Mrd. Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen

21.07.2004


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, boten 38% aller Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ihren Kunden im Jahr 2002 so genannte produktbegleitende Dienstleistungen an. Es handelt sich hierbei um Dienstleistungen, die zusammen mit einer Ware verkauft werden, unabhängig davon, ob die Dienstleistungen selbsterstellt oder fremdbezogen wurden. Die produktbegleitenden Dienstleistungen sind in der Regel auf spezifische Wünsche der Kunden zugeschnitten. Sie reichen von Planung und Beratung über die Erstellung kundenspezifischer Software, Dokumentation, Schulung, Montage und Inbetriebnahme, Zertifizierung und Abnahme, Wartung und Reparatur bis hin zur Entsorgung.



Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes haben im Jahr 2002 mit diesen produktbegleitenden Dienstleistungen einen Umsatz in Höhe von 52,6 Mrd. Euro erzielt. Dies entspricht einem Anteil von 3,8% an deren Gesamtumsatz. Die produktbegleitenden Dienstleistungen wurden durch die beteiligten Unternehmen zu rund 90% selbst erstellt und zu 10% fremdbezogen.



Die jetzt veröffentlichten Daten sind Ergebnis einer freiwilligen Erhebung des Statistischen Bundesamtes sowie der Statistischen Landesämter Baden-Württemberg und Niedersachsen bei repräsentativ ausgewählten Unternehmen, die 2003 für das Jahr 2002 durchgeführt worden ist. Damit leistet die amtliche Statistik einen Beitrag zur Beantwortung der Frage nach der wirtschaftlichen Bedeutung der produktbegleitenden Dienstleistungen und ermöglicht eine Bewertung der Ergebnisse aus Verbandsbefragungen zu produktbegleitenden Dienstleistungen in einzelnen Wirtschaftszweigen. Um die Verflechtung zwischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aufzuzeigen, wurden neben Industrieunternehmen auch Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich einbezogen. Insgesamt wurden rund 10 000 Unternehmen befragt.

Mit 16,9 Mrd. Euro entfielen 32% der im Verarbeitenden Gewerbe mit produktbegleitenden Dienstleistungen erzielten Umsätze auf Unternehmen der Elektrotechnik. Mit 14,5 Mrd. Euro oder 28% der Umsätze mit solchen Dienstleistungen folgte der Maschinenbau an zweiter Stelle. Wesentliche Anteile entfielen auch auf die Branchen "Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Optik" (7,3%) und "sonstiger Fahrzeugbau" (5,2%). Die genannten Bereiche machen zusammen fast drei Viertel der produktbegleitenden Dienstleistungen des Verarbeitenden Gewerbes aus.

Auf die Dienstleistungen "Wartung und Reparatur" entfielen 28% aller Umsätze mit produktbegleitenden Dienstleistungen, auf "Montage und Inbetriebnahme" 26% der Umsätze. Diese "klassischen" industriellen/handwerklichen Dienstleistungen, die auch in den unterjährigen Produktionsstatistiken erfasst werden, machen über die Hälfte der produktbegleitenden Dienstleistungen aus.

Neben dem Verarbeitenden Gewerbe wurden auch Teile des Dienstleistungsgewerbes selbst erfasst, nämlich Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Fernmeldedienste, Vermietung, Datenverarbeitung, Forschung und Ingenieurbüros. 77% der befragten Unternehmen erzielten im Berichtsjahr Umsätze mit produktbegleitenden Dienstleistungen in Höhe von 98,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von 69% des Gesamtumsatzes in den ausgewählten Wirtschaftsbereichen. Für diese Branchen des Dienstleistungssektors sind also produktbegleitende Dienstleistungen das Kerngeschäft, während sie im Verarbeitenden Gewerbe als zusätzliches Angebot für den Kunden verstanden werden.

Als Nachfrager nach produktbegleitenden Dienstleistungen des Dienstleistungssektors spielte das Produzierende Gewerbe mit nur 6,7% eine eher untergeordnete Rolle. Überwiegend wurden die produktbegleitenden Leistungen für den Dienstleistungssektor selbst erbracht.

Da die Erhebung für die befragten Unternehmen mit nicht unerheblichen Belastungen verbunden ist, sind keine regelmäßigen Erhebungen zu dieser Fragestellung beabsichtigt. Eine Wiederholungsbefragung in einigen Jahren wird jedoch in Betracht gezogen, um die Entwicklung der produktbegleitenden Dienstleistungen im Zeitverlauf zu verfolgen.

Den an dieser freiwilligen Erhebung beteiligten Unternehmen danken wir herzlich für ihre Bemühungen.

Ausführliche Ergebnisse, auch zur Belastung der beteiligten Unternehmen mit der Erhebung, enthält der Projektbericht "Produktbegleitende Dienstleistungen 2002 bei Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors". Der Bericht kann als Printausgabe zum Preis von 12,00 Euro (Bestellnummer: 1022701-02900) und in elektronischer Form im pdf-Format – zum Preis von 9,00 Euro – im Online-Shop des Statistischen Bundesamtes unter der Internet-Adresse http://www.destatis.de/shoperworben werden. Presseexemplare sind bei der Pressestelle des Statistischen Bundesamtes (Tel.: 0611/75-3444) erhältlich.

Weitere Auskünfte für das Verarbeitende Gewerbe:
Ottmar Hennchen, Tel. 0611-75-2308, E-Mail: ottmar.hennchen@destatis.de

Weitere Auskünfte für den Dienstleistungssektor:
Susanne Kurtenbach, Tel. 01888-644-8564, E-Mail: susanne.kurtenbach@destatis.de

Ottmar Hennchen | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Dienstleistung Erhebung Gewerbe Statistisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten