Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In Deutschland ist man länger erwerbslos als in anderen Ländern

14.07.2004


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war in Deutschland im Jahr 2003 genau die Hälfte der Erwerbslosen schon länger als ein Jahr auf Arbeitsuche. Damit war der Anteil sog. Langzeiterwerbsloser in Deutschland deutlich höher als in den meisten anderen Ländern der Europäischen Union (EU). Im Durchschnitt der 25 EU-Länder waren 44,9% der Erwerbslosen schon über zwölf Monate auf der Suche nach bezahlter Arbeit. Dies geht aus den Ergebnissen der europäischen Arbeitskräfteerhebung hervor, die in allen Mitgliedstaaten der EU durchgeführt wird.


Im Vergleich der EU-Mitgliedstaaten schneiden die skandinavischen Länder am besten ab: 16,1% der schwedischen Erwerbslosen mussten zum Zeitpunkt der Befragung schon länger als ein Jahr nach einem Job suchen, nicht viel mehr waren es in Dänemark (19,9%) und Finnland (21,3%). Größer als in Deutschland war der Anteil der Langzeiterwerbslosen in einigen süd- und osteuropäischen Ländern: Fast zwei Drittel (66,1%) der slowakischen Erwerbslosen waren 2003 seit über zwölf Monaten ohne bezahlte Arbeit. In Italien (58,1%), Slowenien (56,6%), Griechenland (56,3%) und Polen (55,0%) traf dies auf über die Hälfte der Erwerbslosen zu.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Blick über Europa hinaus: In den USA waren nach Daten der Organisation für ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2003 lediglich 11,8% der Erwerbslosen seit über zwölf Monaten auf Arbeitssuche.


Langzeiterwerbslosigkeit betrifft am stärksten ältere Personen: Waren in Deutschland 2003 24,6% der 15- bis 24-jährigen Erwerbslosen seit über einem Jahr auf Arbeitssuche, so traf dies auf 63,6% der 50- bis 64-jährigen Erwerbslosen zu. Vergleichbare Muster finden sich in fast allen Mitgliedstaaten, für die diese Daten vorliegen. Lediglich in Italien war Langzeiterwerbslosigkeit unter jüngeren Erwerbspersonen (54%) fast genauso stark verbreitet wie unter älteren Arbeitsuchenden (55,1%).

Die Arbeitskräfteerhebung misst Erwerbstätigkeit nach dem Konzept der internationalen Arbeitsorganisation (ILO), welches auf Grund seiner großen Verbreitung und seiner Unabhängigkeit von nationalen Regelungen besonders gut für internationale Vergleiche der Erwerbsbeteiligung geeignet ist. Daten nach dem ILO-Konzept stehen in Deutschland bisher nur jährlich zur Verfügung. Mit Einführung der neuen monatlichen Erwerbsstatistik, für die monatlich 30.000 Personen im erwerbsfähigen Alter in einer Telefonstichprobe befragt werden, wird das Statistische Bundesamt ab 2005 hochaktuell monatlich international vergleichbare Daten zur Erwerbslosigkeit und Erwerbstätigkeit veröffentlichen können.



Weitere Auskünfte gibt: Dominik Asef, Tel. 0611-75-3485, E-Mail: dominik.asef@destatis.de

Dominik Asef | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Erwerbslos Erwerbstätigkeit Mitgliedstaat Statistisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie