Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hedonische Preismessung bei EDV-Investitionsgütern

16.06.2004


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat die Pressemitteilung vom 4. Juni 2004 zur hedonischen Preismessung bei EDV-Investitionsgütern zum Teil falsche Zahlen enthalten. Im Folgenden ist die korrigierte Fassung angegeben. Die Korrekturen betreffen die Darstellung der Auswirkungen der hedonischen Preismessung auf die jeweiligen Gesamtindizes in den beiden rechten Spalten der nachstehenden Tabelle auf Seite 2. Bei der Anwendung der Tabellenkalkulationssoftware war im letzten Rechenschritt ein Fehler unterlaufen.


Hedonische Preismessung bei EDV-Investitionsgütern

Ab Berichtsmonat Mai 2004 nutzt das Statistische Bundesamt nun auch für die Preismessung bei EDV-Investitionsgütern die so genannte hedonische Methode. Dies wirkt sich auf die Ergebnisse der Erzeuger-, Einfuhr- und Ausfuhrpreisindizes sowie des Großhandelsverkaufspreisindex aus.


Bisher wurden für EDV-Investitionsgüter in der Regel so genannte Matched-Model-Indizes berechnet, bei denen nur die Preise derjenigen Produkte gemessen werden, die im aktuellen Monat und im Vormonat in gleicher Qualität abgesetzt wurden. Durch die Einführung der hedonischen Qualitätsbereinigung können nun auch Preiswirkungen gemessen werden, die indirekt durch eine verbesserte Produktqualität bei etwa gleich bleibenden Verkaufspreisen entstehen.

EDV-Investitionsgüter spielen insbesondere für die Einfuhr eine bedeutende Rolle. Im Warenkorb des deutschen Einfuhrpreisindex nehmen die Güter, für die Preisindizes nunmehr hedonisch berechnet werden, ein Gewicht von insgesamt 8,8 Prozent ein. Aber auch für die Ausfuhr und den Großhandel bilden diese Produkte mit jeweils ca. 5 Prozent des Warenkorbes einen wichtigen Güterbereich. Der Erzeugerpreisindex umfasst insgesamt ein sehr breites Spektrum verschiedener Güterarten, so dass diese EDV-Investitionsgüter hier nur ein Gewicht von 1,3 Prozent ausmachen. Die Auswirkungen der Einführung hedonischer Methoden auf die Teilindizes und die jeweiligen Gesamtindizes der Erzeuger-, Einfuhr- und Ausfuhrpreisstatistik sind in der folgenden Tabelle angegeben.

Tabelle: Preisänderung April 2004 gegenüber Januar 2004

Beim Großhandelsverkaufspreisindex, für den die Ergebnisse ausschließlich nach Wirtschaftszweigen und nicht nach Güterarten ausgewiesen werden, liegt der hedonisch berechnete Index im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozentpunkte niedriger als nach bisheriger Methodik.

Bei der hedonischen Qualitätsbereinigung wird mit Hilfe der Regressionsanalyse ein rechnerischer Zusammenhang zwischen der Güterqualität und den Verkaufspreisen hergestellt. Auf diese Weise kann der Geldwert von Qualitätsänderungen eingeschätzt und bei der Preismessung berücksichtigt werden. Indizes mit hedonischer Qualitätsbereinigung zeigen daher in der Regel stärkere Preisnachlässe als Matched-Model-Preisindizes an. Die stärkeren Preisrückgänge sind im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass durch die Anwendung des Qualitätsbereinigungsverfahrens der technische Fortschritt besser abgebildet wird.

Neben der hedonischen Qualitätsbereinigung gibt es aber auch traditionelle Qualitätsbereinigungsverfahren, die unter Umständen zu sehr ähnlichen Ergebnissen führen können. Bei früheren Analysen im Bereich des Verbraucherpreisindex zeigten sich für die Produkte "Computer" und "Neuwagen" nur geringe Unterschiede im Ergebnis zwischen der hedonischen Berechnung und der dort zuvor bereits angewandten traditionellen Qualitätsbereinigung. Die Einführung hedonischer Methoden hatte daher im Verbraucherpreisindex deutlich schwächere Auswirkungen auf die gemessene Preisentwicklung als jetzt im Erzeuger-, Einfuhr-, Ausfuhr- und Großhandelsbereich, wo bisher auf eine vollständige Qualitätsbereinigung verzichtet wurde.

In den USA werden hedonische Methoden schon seit einigen Jahren zur Qualitätsbereinigung in der Preisstatistik eingesetzt und führen dort rechnerisch zu einer höheren Zuwachsrate des realen Wirtschaftswachstums. Auf Grund der unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen in den USA und in Deutschland sind diese Effekte bei der Einführung hedonischer Methoden in Deutschland jedoch bei weitem nicht in ähnlichem Umfang zu erwarten. Insbesondere werden in Deutschland EDV-Investitionsgüter in deutlich größerem Umfang eingeführt als in den USA, so dass die wachstumshemmende Wirkung einer rechnerischen Realwerterhöhung der Importe hier stärker ausfällt. Hierdurch werden die expansiven Effekte der hedonischen Preismessung auf das Wirtschaftswachstum teilweise kompensiert.

Die ab Mai 2004 durch hedonische Indizes repräsentierten Güterarten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt: Hedonische Preisindizes und deren Gewichte im Bereich der EDV-Investitionsgüter

Eine ausführliche Methodenbeschreibung der hedonischen Preisindizes für EDV-Investitionsgüter findet sich im Internet .

Weitere Auskünfte erteilt: Dr. Stefan Linz, Telefon: (0611) 75-2659, E-Mail: stefan.linz@destatis.de

Dr. Stefan Linz | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten