Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2003: Kulturausgaben der öffentlichen Hand bei 8,2 Mrd. Euro

05.05.2004


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gaben Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2003 nach vorläufigen Ergebnissen der Haushaltsansatzstatistik knapp 8,2 Mrd. Euro für Kultur aus. In Relation zur Wirtschaftskraft Deutschlands erreichten die öffentlichen Ausgaben für Kultur – wie in den Jahren zuvor – einen Anteil von 0,4% am Bruttoinlandsprodukt.


Diese und weitere Ergebnisse bietet der heute veröffentlichte Kulturfinanzbericht 2003. Detaillierte endgültige Ergebnisse liegen aktuell auf Basis der Jahresrechnungsstatistik für das Jahr 2001 vor. Danach gaben die öffentlichen Haushalte insgesamt 8,35 Mrd. Euro für Kultur aus. Den größten Anteil (44,6% oder 3,72 Mrd. Euro) an den Kulturausgaben trugen die Gemeinden. Die Kulturausgaben der Länder (einschl. Stadtstaaten) lagen bei 3,59 Mrd. Euro (43,0%). Der Bund stellte insgesamt weitere 1,04 Mrd. Euro (12,4%) zur Verfügung. Insgesamt stellten die öffentlichen Haushalte hierfür 1,66% ihres Gesamtetats bzw. 101,5 Euro je Einwohner zur Verfügung.

Der Kulturbereich Theater und Musik band den größten Teil der öffentlichen Kulturausgaben. Im Jahr 2001 waren dies 3,08 Mrd. Euro, das entspricht einem Anteil von 36,9% an allen Kulturausgaben. Weitere 1,38 Mrd. Euro (16,5%) flossen in die Finanzierung der Museen. Für das Bibliothekswesen gab die öffentliche Hand 1,37 Mrd. Euro (16,4%) aus. Die Ausgaben für die auswärtige Kulturpolitik betrugen 2001 315,1 Mill. Euro (davon Bund: 306,0 Mill. Euro). Für die Finanzierung der Kunsthochschulen brachten die öffentlichen Mittelgeber weitere 435,7 Mill. Euro auf. Rund 898,6 Mill. Euro stellte die öffentliche Hand für den Bereich der Sonstigen Kulturpflege zur Verfügung, für die Kulturverwaltung 473,1 Euro.


Die Kulturausgaben der Länder und Gemeinden zusammengenommen betrugen im Jahr 2001 insgesamt 7,32 Mrd. Euro. Davon entfielen 4,75 Mrd. Euro auf die Flächenländer des früheren Bundesgebietes, 1,66 Mrd. Euro auf die neuen Länder und 900,7 Mill. Euro auf die Stadtstaaten. In Relation zur Einwohnerzahl waren die Kulturausgaben in Berlin (185,3 Euro), Sachsen (167,2 Euro) und Bremen (127,4 Euro) am höchsten, in Niedersachsen (62,0 Euro), Schleswig-Holstein (57,0 Euro) und Rheinland-Pfalz (55,7 Euro) am niedrigsten.

Mit dem Kulturfinanzbericht 2003 legen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Deutschen Städtetag nach 2001 zum zweiten Mal einen umfassenden Bericht über die öffentliche Kulturfinanzierung vor. Der Kulturfinanzbericht 2003 stellt dar, in welcher Höhe und in welchen Bereichen die öffentliche Hand Mittel für den Kultursektor bereitstellt und wie sich diese Ausgaben entwickelt haben. Erstmals verständigten sich Bund, Länder und der Deutsche Städtetag auf eine gemeinsame Kulturdefinition. Demnach werden dem Kulturbereich die Aufgabenbereiche Theater, Musikpflege, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Bibliotheken und Museen, Denkmalschutz, auswärtige Kulturpolitik und sonstige Kulturpflege, Kunsthochschulen sowie die Verwaltung für kulturelle Angelegenheiten zugeordnet. Diese Definition orientiert sich an den Abgrenzungen der Europäischen Union und ermöglicht in Zukunft auch internationale Ausgabenvergleiche.

Neuland betritt der Kulturfinanzbericht mit der Veröffentlichung einer vergleichenden Übersicht über die Höhe der laufenden Kulturausgaben je Einwohner auf der Ebene ausgewählter Städte. Von allen Landeshauptstädten tätigte Magdeburg (126,6 Euro) die höchsten laufenden Ausgaben je Einwohner, gefolgt von Stuttgart (124,5 Euro) und Erfurt (121,7 Euro). Bei den Großstädten über 500 000 Einwohner lag Frankfurt mit 207 Euro an laufenden Ausgaben je Einwohner an der Spitze. Die ebenfalls vergleichsweise hohen Ausgaben der Großstadt Köln waren nur knapp halb so hoch. Innerhalb der Städtegruppe von 200 000 bis unter 500 000 Einwohner befanden sich unter den Spitzenreitern die Städte Leipzig (178,8 Euro), Mannheim (135,5 Euro) und Karlsruhe (120,4 Euro). Ulm (151,0 Euro), Halle (145,7 Euro) sowie Cottbus (140,7 Euro) gehörten in der Gruppe der Städte von 100 000 bis unter 200 000 Einwohner zu den Städten mit den höchsten laufenden Kulturausgaben je Einwohner.

Der Kulturfinanzbericht 2003 enthält darüber hinaus weitere Informationen zur Entwicklung und Verteilung der Kulturausgaben in Bund, Ländern und Gemeinden nach Ausgabearten sowie detaillierte Tabellen und Grafiken. Die elektronische Version wird als PDF-Datei im Statistik-Shop (www.destatis.de/shop) zum Preis von 10,- Euro angeboten. In gedruckter Form ist der Kulturfinanzbericht 2003 ab Mitte Mai über den Statistik-Shop und den Buchhandel für 15,- Euro zu beziehen. Ergänzendes Zahlenmaterial (1975 – 2003) im Excel-Format zur Kulturfinanzierung von Bund und Ländern sowie der deutschen kreisfreien Städte und aller Städte über 100 000 Einwohner stehen als kostenpflichtiges Download-Angebot des Statistik-Shops zum Preis von 4,- Euro im Internet bereit (www.destatis.de/shop).

Tabelle: Öffentliche Ausgaben für Kultur

Weitere Auskünfte erteilt: Heike Franziska Haug, Tel. 0611-754113, E-Mail: kulturausgaben@destatis.de

Heike Franziska Haug | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Kulturausgabe Kulturfinanzbericht Statistik-Shop Statistisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie