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Gestresste weibliche Führungskräfte greifen zum Alkohol

01.03.2004


Weibliche Führungskräfte sind von Alkoholproblemen gefährdeter als Nachwuchskräfte. Sie sind zusätzlich geneigter zu trinken als Männer in ähnlichen Positionen.



Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern des University College London gekommen. Es wird davon ausgegangen, dass der Konkurrenzkampf mit Männern um Führungspositionen teilweise für dieses Phänomen verantwortlich ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Occupational Environmental Medicine veröffentlicht.



Rund 8.000 Regierungsmitarbeiter von 20 verschiedenen Dienststellen in London nahmen an der Befragung teil. Die Verteilung von Alkoholproblemen bei zehn bis zwölf Prozent der Männer war über die Dienstgrade verteilt laut BBC ungefähr gleich. Beim Drittel der weiblichen Befragten zeigten sich deutliche Unterschiede. Frauen in niedrigeren Positionen hatten weniger Alkoholprobleme als Männer mit vergleichbaren Aufgaben. Sie holten allerdings auf und überholten sie in höheren Diensträngen. Ältere weibliche Führungskräfte hatten mit 14 Prozent drei Mal eher Alkoholprobleme als jene 4 Prozent der Frauen, die in niedrigsten Positionen arbeiteten.

Die Angestellten wurden nach den Anforderungen ihrer Arbeit, dem Ausmaß der Unterstützung im Büro und zu Hause sowie nach ihren Einflussmöglichkeiten auf Entscheidungen befragt. Zusätzlich erfolgte eine Bewertung auf Punktebasis bei Aufwand und Honorierung hinsichtlich Beförderungsaussichten, Bezahlung und dem Gefühl geschätzt zu werden. Die leitende Wissenschaftlerin Jenny Head erklärte, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen Arbeitsstress und Alkoholabhängigkeit erforscht werden sollte. "Es kann sein, dass der Stress gegen die so genannte gläserne Decke anzukämpfen dafür verantwortlich ist. Es kann auch sein, dass Frauen glauben, gleichberechtigt konkurrieren zu müssen und daher männliche Rollen und Verhaltensmuster annehmen. Menschen, die viel investieren und sich nicht entsprechend geschätzt fühlen, sind einem höheren Alkoholrisiko ausgesetzt."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://oem.bmjjournals.com

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