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EU wendet fast 2% ihres BIP für Forschung und Entwicklung auf

25.02.2004


Im Jahr 2000 setzte der Europäische Rat in Lissabon das strategische Ziel, die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, der fähig ist, nachhaltiges Wachstum zu erzielen und dabei mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.



In der heute erschienenen Veröffentlichung Statistics on Science and Technology in Europe1, herausgegeben von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, und der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission, ist zu lesen, wo Europa in Forschung und Technologie steht und wie seine Position sich entwickelt, insbesondere im Vergleich zu den USA und Japan.



Themen der Veröffentlichung sind die Zuweisung öffentlicher Mittel für Forschung und Entwicklung (F&E), die F&E-Ausgaben, die in F&E Beschäftigten, Patentanmeldungen, Humanressourcen in Forschung und Technologie, Handel mit Hochtechnologieerzeugnissen sowie weitere Indikatoren, die sich auf Hochtechnologie- und wissensintensive Wirtschaftsbereiche beziehen. Soweit entsprechende Daten vorlagen, wurden die meisten Indikatoren nach Geschlechtern differenziert. Jedes Kapitel enthält auch Statistiken über die beitretenden Länder2.

Die EU gibt anteilig weniger für F&E aus als die USA und Japan

Der Europäische Rat setzte im Jahr 2002 in Barcelona eine Reihe spezifischer Ziele, die als Meilensteine der Verwirklichung der allgemeinen Ziele gedacht sind. Es wurde vereinbart, dass die Forschungsausgaben bis 2010 auf 3% des BIP steigen sollen.

Im Jahr 2001 betrugen die F&E-Ausgaben der EU 1,98% des BIP, für 2002 werden sie auf 1,99% geschätzt, eine Erhöhung, wenn man dies mit der Quote von 1,95 % im Jahr 2000 vergleicht. Ein deutlicher Rückstand gegenüber Japan (2,98% im Jahr 2000) und den USA (2,80%) blieb jedoch bestehen. Für die beitretenden Länder betrug der Anteil 0,84% im Jahr 2001.

Nach den neuesten Daten waren die Mitgliedstaaten mit der höchsten F&E-Intensität Schweden (mit F&E-Ausgaben in Höhe von 4,27% des BIP im Jahr 2001) und Finnland (3,49% im Jahr 2002). Eine F&E- Intensität über dem EU-Durchschnitt verzeichnen auch Deutschland (2,49% im Jahr 2001), Dänemark (2,40% im Jahr 2001), Frankreich (2,20% im Jahr 2002) und Belgien (2,17% im Jahr 2001). Am niedrigsten lag die F&E-Intensität in Griechenland (0,67% im Jahr 2000), Portugal (0,84% im Jahr 2001) und Spanien (0,96% im Jahr 2001).

Der größte Teil der F&E-Tätigkeit entfiel auf Deutschland (mit einem Volumen von 52 Mrd. Euro im Jahr 2001), Frankreich (33 Mrd.) und das Vereinigte Königreich (30 Mrd.). Auf diese drei Mitgliedstaten entfielen fast zwei Drittel der gesamten F&E-Ausgaben in der EU.

Die höchste F&E-Intensität unter den beitretenden Ländern verzeichneten Slowenien (1,52% des BIP im Jahr 2001) und die tschechischen Republik (1,33% im Jahr 2001), die niedrigste verzeichnete Zypern (0,26% im Jahr 2001). Über 80% der 3.4 Mrd. Euro, die die Beitrittsländer insgesamt für F&E ausgegeben haben, entfielen auf Polen (1,3 Mrd.), die tschechischen Republik (0,8 Mrd.) und Ungarn (0,5 Mrd.).

Die EU verzeichnete im Jahr 2001 ein Handelsbilanzdefizit von 23 Mrd. Euro bei Hochtechnologieerzeugnissen

Im Jahr 2001 waren die USA mit einem Volumen von 234 Mrd. Euro der weltweit führende Exporteur von Hochtechnologieerzeugnissen3. Es folgten die EU (196 Mrd.) und Japan (111 Mrd.). In den USA erreichten die Exporte von Hochtechnologieerzeugnissen auch den höchsten Anteil an den Gesamtexporten (29%). In Japan erreichte ihr Anteil 25%, in der EU 20%. Die beitretenden Länder exportierten Hochtechnologieerzeugnisse im Wert von 15 Mrd. Euro; dies entsprach 10% ihrer Gesamtexporte.

Die USA waren im Jahr 2001 auch der größte Importeur von Hochtechnologieerzeugnissen, mit einem Volumen von 243 Mrd. Euro. Es folgen die EU (219 Mrd.) und Japan (72 Mrd.). Der Anteil der Importe von Hochtechnologieerzeugnissen an den Gesamtimporten war dagegen in der EU am höchsten (21%), Japan und die USA verzeichneten je 19%. Die beitretenden Länder importierten Hochtechnologieerzeugnisse im Wert von 26 Mrd. Euro, was 14% ihrer Gesamtimporte entsprach.

Bei Hochtechnologieerzeugnissen verzeichnete Japan im Jahr 2001 den größten Handelsbilanzüberschuss (+39 Mrd. Euro), die EU dagegen das höchste Handelsbilanzdefizit (-23 Mrd.). Das Handelsbilanzdefizit der USA beträgt -10 Mrd. Euro, das die beitretenden Länder -11 Mrd. Euro.

Unter den EU-Mitgliedstaaten waren die vier größten Exporteure und Importeure von Hochtechnologieerzeugnissen (im Intra-EU-Handel wie im Extra-EU-Handel) Deutschland (Exporte: 101 Mrd. Euro, Importe: 99 Mrd. Euro), Frankreich (92 Mrd. und 87 Mrd), das Vereinigte Königreich (80 Mrd. und 73 Mrd.) und die Niederlande (57 Mrd. und 53 Mrd.).

In Irland war der Anteil der Hochtechnologieerzeugnisse am Außenhandel (41% der Exporte und 39% der Importe) fast doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. Die Anteilssätze Irlands lagen weit über den Zahlen für Luxemburg (28% und 26%), Frankreich (26% und 24%), das Vereinigte Königreich (26% und 20%) und die Niederlande (22% und 23%).

In den beitretenden Ländern entfiel fast die Hälfte der Exporte von Hochtechnologieerzeugnissen auf Ungarn (7 Mrd. Euro). An zweiter Stelle folgte die tschechischen Republik mit 3 Mrd. Euro. Ungarn war mit einem Volumen von 8 Mrd. Euro auch der größte Importeur von Hochtechnologieerzeugnissen, gefolgt von Polen mit 7 Mrd. Euro und die tschechischen Republik mit 6 Mrd. Euro. Der Anteil der Hochtechnologieerzeugnisse am Außenhandel war am höchsten in Malta (59% der Exporte und 35% der Importe), an zweiter Stelle folgte Ungarn mit je 21%.

1. Eurostat und GD Forschung, “Statistics on Science and Technology in Europe: Data 1991-2002”, ISBN 92-894-6823-8, 173 Seiten, Papierausgabe: 35€ (exkl. MwSt.), PDF: kann von der Eurostat-Website kostenlos heruntergeladen werden, die Veröffentlichung ist nur in englischer Sprache verfügbar.

2. Die beitretenden Länder (ACC) sind die Tschechische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowenien und Slowakei.

3. Hochtechnologieerzeugnisse sind definiert auf Basis der Berechnung der F&E Intensität nach Produktgruppen (F&E Ausgaben/Umsatz). Zu ihnen gehören: Erzeugnisse der Luft- und Raumfahrtindustrie, Computer und Büromaschinen, Elektronik und Telekommunikation, Pharmazeutika, wissenschaftliche Instrumente, elektrische Maschinen und Geräte, chemische Erzeugnisse, andere Maschinen und Apparate sowie Waffen und Munition.

Auskunft erteilt: August Götzfried, Tel: 0352-430134-432, Fax: -149, august.goetzfried@cec.eu.int

August Götzfried | Eurostat-Pressestelle

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