Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2003

19.02.2004


Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 12. Februar mitgeteilt hat, ist das Bruttoinlandsprodukt, der Wert der in Deutschland erwirtschafteten Leistung, im vierten Quartal 2003 gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,2% leicht gestiegen. Auch im dritten Quartal nahm die Wirtschaftsleistung im Vorquartalsvergleich um 0,2% zu. Die Belebung in der zweiten Jahreshälfte konnte die Rückgänge in den ersten beiden Quartalen um jeweils 0,2% allerdings nicht ganz ausgleichen, so dass sich – ein Kalendereffekt für das Jahr war nicht zu verzeichnen – für das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2003 ein leichtes Minus von 0,1% gegenüber dem Vorjahr ergab.


Bruttoinlandsprodukt real
(saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA):
Veränderung gegenüber dem Vorquartal


2002

2003

1. Vj

2. Vj

3. Vj

4. Vj

1. Vj

2. Vj

3. Vj

4. Vj

+ 0,2%

+ 0,2%

+ 0,1%

– 0,0%

– 0,2%

– 0,2%

+ 0,2%

+ 0,2%



Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Berichtsquartal gegenüber dem dritten Quartal 2003 ist gekennzeichnet durch eine relativ starke Zunahme der inländischen Verwendung (+ 1,0%). Der Exportüberschuss (Außenbeitrag) war dagegen rückläufig und wirkte negativ auf das Wirtschaftswachstum (Wachstumsbeitrag von – 0,7%-Punkten). Ursache hierfür war, dass die Importe (+ 2,7%) gegenüber dem Vorquartal deutlich stärker zulegten als die Exporte (+ 0,3%). Im Gegensatz hierzu führten im dritten Quartal 2003 kräftig gestiegene Exporte (+ 3,8%) bei nur schwacher Zunahme der Importe (+ 0,2%) zu einer Erhöhung des Außenbeitrags gegenüber dem Vorquartal; die inländische Verwendung ging gleichzeitig zurück.

Die Zunahme der inländischen Verwendung im Berichtsquartal gegenüber dem dritten Quartal 2003 resultierte aus einem Anstieg der Investitionen, während die privaten (– 0,4%) und staatlichen Konsumausgaben (– 0,2%) im Vorquartalsvergleich zurück gingen. Sowohl in Ausrüstungen (+ 1,9%) als auch in Bauten (+ 1,6%) wurde deutlich mehr investiert. Auch die Investitionen in sonstige Anlagen (+ 1,0%, größtenteils bestehend aus Computersoftware und Urheberrechten) und die Verminderung des Vorratsabbaus (Wachstumsbeitrag von 0,9%-Punkten) trugen positiv zum Anstieg der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal bei.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Auch im Vorjahresvergleich kam es im Berichtsquartal zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2% nach Abnahmen im dritten (– 0,2%) und zweiten (– 0,7%) Quartal 2003 sowie einer Zunahme (+ 0,4%) im ersten Quartal. Unter Ausschluss des Kalendereffekts (im vierten Quartal 2003 stand gut ein halber Arbeitstag mehr zur Verfügung) hätte die Wirtschaftsleistung im Berichtsquartal auf dem Niveau des vierten Quartals 2002 stagniert.

Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2003 wurde von 38,6 Mill. Erwerbstätigen erbracht, das waren 233 000 Personen oder 0,6% weniger als ein Jahr zuvor. Die Erwerbslosigkeit (internationale Abgrenzung) stieg im vierten Quartal 2003 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 130 000 Personen oder 3,8% auf 3,5 Mill. Personen. Der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt erhöhte sich damit von 8,1% im vierten Quartal 2002 auf 8,4% im Berichtsquartal.

Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1995 (Ursprungswerte):
Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

2002

2003

1. Vj

2. Vj

3. Vj

4. Vj

1. Vj

2. Vj

3. Vj

4. Vj

– 1,1%

+ 0,5%

+ 0,9%

+ 0,3%

+ 0,4%

– 0,7%

– 0,2%

+ 0,2%



Die Arbeitsproduktivität, gemessen als Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1995 je Erwerbstätigen, nahm im Vorjahresvergleich im vierten Quartal 2003 um 0,8% zu. Je Erwerbstätigenstunde gerechnet ergab sich lediglich ein Anstieg um 0,3%, da sich die Zahl der Arbeitsstunden je Erwerbstätigen bedingt durch die weitere Reduzierung des Krankenstandes und eine Zunahme der Nebenerwerbstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht hat.

Die Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts zeigt im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe einen deutlichen Anstieg der Bruttowertschöpfung in konstanten Preisen gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres (+ 1,4%). Auch in den Bereichen Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister (+ 0,7%) sowie öffentliche und private Dienstleister (+ 0,2%) nahm die Bruttowertschöpfung im Vergleich zum Vorjahr zu. Der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 0,0%) stagnierte. Im Baugewerbe (– 2,1%) und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (– 0,7%) setzte sich die rückläufige Entwicklung der vergangenen Quartale bzw. Jahre weiter fort.

Die Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts (in Preisen von 1995) zeigt auch im Vorjahresvergleich einen Anstieg der inländische Verwendung (+ 0,5%) und einen Rückgang des Exportüberschusses (negativer Beitrag zum Wirtschaftswachstum in Höhe von – 0,3%-Punkten), was zu der genannten Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,2% führte.

Die Abnahme des Exportüberschusses ergab sich aus einem Anstieg der Importe (+ 2,6%), der deutlich über dem der Exporte lag (+ 1,4%). Der Zunahme der inländischen Verwendung im Berichtsquartal gegenüber dem vierten Quartal 2002 ist gekennzeichnet durch einen Anstieg der Investitionen und einen Rückgang des Konsums insgesamt. Die privaten Konsumausgaben verminderten sich (– 0,7%), während die Konsumausgaben des Staates anstiegen (+ 1,3%). Bei den Investitionen haben ein deutlich verringerter Vorratsabbau (Wachstumsbeitrag von 0,8%-Punkten) sowie höhere Investitionen in sonstige Anlagen (+ 1,9%, vor allem Computersoftware und Urheberrechte) positiv zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Die Investitionen in Ausrüstungen und in Bauten (– 1,7 bzw. – 0,5%) gingen auch im vierten Quartal 2003 zurück, jedoch deutlich langsamer als im zweiten und dritten Quartal.

In jeweiligen Preisen war im vierten Quartal 2003 das Bruttoinlandsprodukt, wie auch das Bruttonationaleinkommen um 1,2% höher als vor einem Jahr. Das Volkseinkommen stieg ebenfalls um 1,2%. Das Arbeitnehmerentgelt nahm im Berichtsquartal ab (– 0,2%), wohingegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen deutlich anstiegen (+ 5,8%). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg im vierten Quartal geringfügig um 0,1%. Die Sparquote der privaten Haushalte reduzierte sich von 9,6% im vierten Vierteljahr 2002 auf 9,4% im Berichtsquartal.

Über die Erstberechnung des vierten Quartals 2003 hinaus wurden auch die im November veröffentlichten Ergebnisse für die ersten drei Quartale 2003 sowie das im Januar veröffentlichte erste Jahresergebnis für 2003 überarbeitet und – soweit erforderlich – revidiert. Solche laufenden Revisionen erfolgen routinemäßig, um neu verfügbare statistische Informationen schnellstmöglich einbeziehen zu können. Die Neuberechnungen ergaben für die Veränderungsraten des Bruttoinlandsprodukts in Preisen von 1995 keine Änderungen.

Diese und weitere Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen können im Internet abgerufen werden. Außerdem werden in der Fachserie 18 "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 3 "Vierteljahresergebnisse der Inlandsproduktsberechnung", Bestellnummer 2180300-03324 (Vertriebspartner: SFG-Servicecenter Fachverlage, Part of the Elsevier Group, Postfach 43 43, 72774 Reutlingen, Telefon: +49 (0) 7071/935350, Telefax: +49 (0) 7071/935335, E-Mail: destatis@s-f-g.com) tiefer gegliederte Ergebnisse veröffentlicht.

Tabellen: Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2003 - Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationaleinkommen und Volkseinkommen

Weitere Auskünfte erteilt: VGR-Infoteam, Tel. 0611-752626, E-Mail: vgr-bip-auskunft@destatis.de

| Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de
http://www.destatis.de/presse/deutsch/abisz/bip.htm
http://www.destatis.de/shop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Zahl der Rheuma-Patienten höher als bisher angenommen
23.11.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie