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Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2003: Etwas schwächerer Anstieg in West und Ost

08.01.2004


612 Euro im Monat verdienten die Auszubildenden im Jahr 2003 durchschnittlich in Westdeutschland. Der Durchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhte sich mit 2,3 % etwas geringer als im Vorjahr, in dem die durchschnittliche Vergütung um 2,7 % angestiegen war. In Ostdeutschland betrugen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in 2003 durchschnittlich 517 Euro im Monat. Der Anstieg um 1,8 % war damit ebenfalls etwas schwächer als im Jahr zuvor (2,2 %). Die Angleichung der im Osten tariflich festgelegten Ausbildungsvergütungen an das Westniveau stagnierte weiterhin: Ab 2001 wurden in den neuen Ländern durchschnittlich 85 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht.



Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt in 2003 bei 595 Euro pro Monat und damit um 2,4 % über dem Vorjahreswert (581 Euro).



Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in seiner Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen von 2003. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 204 Berufe in West- und 167 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden fast 90 % der Auszubildenden in West und Ost ausgebildet. Die in ungefähr 5 % der Tarifverträge vereinbarten erhöhten Beträge für Auszubildende ab 18 Jahren wurden jeweils eingerechnet.

Zwischen den Ausbildungsberufen gab es erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe. Sehr hohe Vergütungen sind seit langem in den Berufen des Bauhauptgewerbes (z.B. Maurer/Maurerin, Zimmerer/Zimmerin, Straßenbauer/Straßenbauerin) vereinbart: Sie betrugen in 2003 im Westen durchschnittlich 833 Euro und im Osten 679 Euro pro Monat. Ebenfalls sehr hoch waren die Vergütungen in West- und Ostdeutschland mit durchschnittlich jeweils 783 Euro im Beruf Versicherungskaufmann/Versicherungskauffrau, der damit im Osten die Spitzenstellung einnahm. Im Westen wurde die mit Abstand höchste Ausbildungsvergütung im Beruf Binnenschiffer/Binnenschifferin mit 989 Euro pro Monat erzielt (für Ostdeutschland wurde kein Wert ermittelt). Auch im Beruf Gerüstbauer/Gerüstbauerin wurden mit durchschnittlich 791 Euro im Westen und 663 Euro im Osten hohe Vergütungen erreicht. Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden z.B. in den Berufen Florist/Floristin (West: 413 Euro, Ost: 312 Euro), Friseur/Friseurin (West: 414 Euro, Ost: 257 Euro) und Bäcker/Bäckerin (West: 457 Euro, Ost: 351 Euro) gezahlt. Bei den ermittelten berufsspezifischen Durchschnitten ist zu beachten, dass häufig auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Region und Wirtschaftszweig erheblich voneinander abweichen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung gelten; in der außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Auszubildenden in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen, die hier nicht berücksichtigt sind.

Insgesamt verteilten sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2003 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 58 % der Auszubildenden zwischen 500 Euro und 700 Euro. Weniger als 500 Euro erhielten 15 % der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 Euro eher Ausnahmen darstellten; mehr als 700 Euro gingen an 27 % der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 46 % der Auszubildenden Vergütungen von 300 Euro bis 500 Euro und für 45 % von 500 Euro bis 700 Euro zu verzeichnen. 3 % der Auszubildenden kamen auf weniger als 300 Euro und 6 % auf mehr als 700 Euro.

Zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden in West und Ost auch in 2003 deutliche Unterschiede im Vergütungsniveau: Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 674 Euro, Ost: 576 Euro) und im Öffentlichen Dienst (West: 657 Euro, Ost: 602 Euro) erreicht. Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen der einzelnen Berufe sehr stark differieren.

Bei den bisher genannten Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergaben sich in 2003 folgende Beträge: In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 540 Euro, im 2. Jahr 609 Euro und im 3. Jahr 683 Euro. In Ostdeutschland beliefen sie sich im 1. Ausbildungsjahr auf durchschnittlich 454 Euro, im 2. Jahr auf 523 Euro und im 3. Jahr auf 586 Euro pro Monat.

Dr. Ilona Zeuch-Wiese | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/8733.htm

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